Begeisterung entflammt

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Jasmin Frank (links) las den jungen Zuhörern in der Münsterer Bücherei Geschichten rund um die Feuerwehr vor. Als Experte beantwortete Feuerwehrmann Stefan Schneider alle Fragen der wissbegierigen Kinder.

Münster - Wenn"s brennt, kommt die Feuerwehr, das weiß jedes Kind. Doch die Aufgaben der Brandschützer beschränken sich keinesfalls nur darauf, Flammen zu löschen. Von Alexander Kroh

„Es brennt wesentlich seltener als man denkt“, weiß Stefan Schneider, seit 15 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr aus Münster.

18 Kinder zwischen sechs und elf Jahren wollten es genauer wissen und kamen deshalb am Mittwoch zum Aktionsnachmittag von Feuerwehr, Bücherei und Museum in die Öffentliche Bücherei. Jedes Jahr vor Ostern organisiert die Bücherei eine besondere Lesestunde für Kinder. Die frisch gebackene Büchereileiterin Jasmin Frank, selbst Historikerin, dachte sofort an die Löschwesenausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins anlässlich des 140-jährigen Geburtstags der Freiwilligen Feuerwehr in diesem Jahr. Für die Brandbekämpfer hat die Kooperation natürlich auch einen Nutzen, ist man dort doch ständig auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Die können nämlich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Münster schon sehr früh loslegen. Seit etwa zwei Jahren gibt es neben der Jugendwehr auch eine „Bambini“-Gruppe. Dort werden Kinder ab sechs Jahren mit Spiel und Spaß an die Feuerwehrarbeit herangeführt. Mit zehn Jahren ist dann der Wechsel in die Jugendgruppe möglich und mit 17 darf in die Freiwillige Feuerwehr gewechselt werden.

Die jungen Büchereibesucher erlebten am Mittwoch einen ereignisreichen Nachmittag mit einem Mix aus Theorie und Praxis. Jasmin Frank gab zunächst Einblicke in den reichen Fundus der Lektüre der Bücherei und las den Kindern kurzweilige Geschichten, aber auch aus Sachbüchern rund um die Feuerwehr vor.

Einblicke in den Alltag der Brandschützer

Dabei erhielten die kleinen Zuhörer nicht nur Einblicke in die tägliche Arbeit der Brandschützer, sondern konnten auch erfahren, wie Feuer eigentlich entsteht und seit wann die Menschheit die wärmenden Flammen nutzt. „Schon seit der Steinzeit“, kam prompt die Antwort aus dem Publikum. Doch als Jasmin Frank nachhakt, wann denn genau diese Steinzeit eigentlich war, wird es still in der Bücherei. „So um 1840“, tippt ein Kind schüchtern.

Ergänzend zu den Geschichten, erklärte Stefan Schneider spezifische Fachbegriffe und beantwortete geduldig alle Fragen der jungen Zuhörer, zum Beispiel wie man Feuerwehrmann, beziehungsweise -frau werden kann. Nach der Lesestunde probierten die Kinder, wie ihnen ein Feuerwehrhelm steht und wie schwer eine Jacke der Freiwilligen Brandschützer auf den jungen Schultern wiegt.

Bevor es dann mit Mannschaftsbus und Tanklöschfahrzeug ins Museum weiterging, gaben die Jugendfeuerwehrmänner Marlon Holzbauer und Kevin Hutcheson einen Einblick in die Aktivitäten bei der Jugendwehr. Der zehnjährige Marlon ist erst seit fünf Wochen dabei. Er schwärmte von dem kürzlichen Ausflug zum Felsenmeer im Odenwald. Kevin (13) berichtete von den Wasserübungen, die vor allem im Sommer besonders viel Spaß machen.

Im Anschluss ging es dann ins Museum, wo Margarete Elster und Hans-Peter Winter eine kindgerechte Führung durch die Ausstellung „Das Feuerlöschwesen damals und heute“ vorbereitet hatten. Höhepunkt hier war das Bilden einer Löschkette vom historischen Schlauchwagen zum Museumseingang. Auch die Eltern hatten noch Gelegenheit, sich die informative Ausstellung anzuschauen.

Quelle: op-online.de

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