Online durch die Hinnergass’

„AktVis“: Alten Ortskern im Internet erkunden

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Das Grundstück auf der Ecke Schulstraße/Fritzgasse habe die Gemeinde versäumt zu kaufen, meint ein Bürger auf der neuen 3D-Anwendung des Projekts „AktVis“. Trefflich hätte man darauf eine grüne Ecke im Quartier machen können.

Münster - Eine neue 3D-Internetanwendung des Projekts „AktVis“ macht es jetzt möglich, den Ortskern der Gemeinde interaktiv zu erkunden und Ideen und Anregungen für die Ortsentwicklung online einzubringen. Die ersten Kommentare zum Ist-Zustand und Verbesserungsvorschläge wurden bereits abgegeben. Von Thomas Meier 

Der alte Ortskern ist die historische Wurzel Münsters. Das bestehende Wohnungsangebot soll trotz der alten Gebäude zukunftsfähig und der Ortskern als lebendiges Wohnumfeld für alle Altersgruppen erhalten bleiben. Dafür ist es wichtig, gemeinsam mit Anwohnern, Eigentümern und interessierten Bürgern nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen, denn die Ansprüche ändern sich im Laufe der Zeit.

Das Forschungsprojekt „AktVis“ (Aktion – Gemeinsame Vision) hat sich dieser Herausforderung angenommen. Auf einem Bürgerworkshop konnten auch bereits viele Anregungen gesammelt werden. Das Ganze wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Mit einer Internetanwendung kann die Altstadt online erkundet werden, Nutzer können Ideen einbringen.

Für das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt und dem Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung zudem eine interaktive Online-Anwendung zur Unterstützung der Ortsentwicklung erarbeitet. Ziel dieser sogenannten „WebGIS“-Plattform ist es, Veränderungsbedarf, städtebauliche Probleme, aber auch Projektideen aus der Bürgerschaft heraus zu identifizieren. Unter einem Geografischen Informationssystem (GIS) wird ein computergestütztes System zur Erfassung, Bearbeitung, Analyse und Präsentation räumlicher Daten (beispielsweise Straßen und Gebäude in einer Gemeinde) verstanden. Wenn diese für das Internet aufbereitet wurden, spricht man von einem „WebGIS“.

Die Plattform soll den Dialog zwischen Gesellschaft, Politik und Verwaltung zur Entwicklung der Kommune stärken. Das „WebGIS“ kann ab sofort von allen interessierten Bürgern genutzt werden. Die Funktionen umfassen derzeit das Platzieren von Kommentaren und Projektideen sowie das Markieren von Flächen. Im Laufe des Projekts werden diese Funktionen weiterentwickelt. Die Ergebnisse des Workshops vom Februar sind bereits als Diskussionsgrundlage hinzugefügt worden. Jeder ist nun eingeladen, die Anwendung auszuprobieren und sich selbst davon zu überzeugen.

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Wie die Plattform funktioniert, wird in einem Nutzerhandbuch auf der informativen Homepage www.aktvis.de erklärt. Dort finden Interessierte auch den Direktlink zur Plattform. Die Seite ist für eine Darstellung über den kostenlosen Internetbrowser Chrome optimiert, mit anderen Browsern kann es zu Darstellungsproblemen kommen.

Für die Internet-Animation wurde das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim eingeschaltet. Es ließ Flugzeuge über Münster fliegen und eigens für das benötigte Kartenwerk in „WebGIS“ Luftaufmachen anfertigen. Die sind zwar nicht so hochaufgelöst wie die von google-map und leider auch nicht mit einer Landkarte nebst eingezeichneten Straßennamen verlinkt, dafür „entsprechen die „WebGIS“-Hilfsmittel den Bestimmungen des Datenschutzes“, erklärt auf Nachfrage Lena Spatz von „AktVis“. Von den Projektbetreibern wurden bereits einige Markierungen mit Hinweisen vorgenommen. So können sie sich beispielsweise den „Aufbau eines Carsharing-Angebots und E-Ladesäule“ auf dem kleinen Platz gegenüber der St.-Georgs-Apotheke an der Altheimer Straße vorstellen und „Kirche und Umgebung“ sehen sie als „Potenzial“.

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Auch am Projekt Interessierte haben sich bereits mit Ideen beteiligt. So setzte ein Bürger eine Markierung an die Ecke Schulstraße/Fritzegasse und schreibt: „Bauruine. Leider hat die Stadt ihr Vorkaufrechts nicht genutzt, um hier Grünfläche zu erzeugen. Mal sehen wie sich der Neubau in den Ortskern integriert.“

Thematisiert wird auf der virtuell begehbaren Internet-Plattform auch der Bau von Mietwohnungen, denn an solchen mangelt es nicht nur im alten Ortskern Münsters. „AktVis“ erkennt ebenso messerscharf, dass es eines Verkehrskonzeptes für Alt-Münster bedarf. Und was steht an der Hauptstraße am Marker geschrieben: „Fehlender Treffpunkt für Jugendliche im alten Ortskern. Überprüfen von Möglichkeiten.“

Quelle: op-online.de

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