Alle stimmen für Willmann

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Auf ein Neues (von links): Der alte und neue Vorsitzende der Gemeindevertretung Münster, Günter Willmann (CDU), nimmt die Glückwünsche von Bürgermeister Walter Blank und dem Ältesten der Gemeindevertretung, Bernd Mürdter (SPD), entgegen. Foto: Th. Meier

Münster - Rund zwei Dutzend Besucher verfolgten die konstituierende Sitzung der Münsterer Gemeindevertretung am Montagabend im Rathaus. Von Thomas Meier

Und sie sollten nichts grundlegend Neues erleben, auch wenn die CDU-Mehrheit auf nur noch einen Sitz im Parlament zusammengeschrumpft ist: Wie gehabt wurden nicht genehme Anträge von SPD oder der Alternativen Liste Münster und Altheim (ALMA) abgelehnt. Wünsche zu neuen Ausschüssen fanden so keine Mehrheit. Allerdings ist die ALMA künftig mit einem Beigeordneten in der Gemeindevertretung, deren Sitze von bislang fünf auf sieben erhöht wurden. Zwei gleich lautende Anträge von ALMA und CDU fanden einstimmige Mehrheit.

Die neue Legislaturperiode sollte einen sehr harmonischen Start bekommen, für den das älteste Mitglied der Gemeindevertretung sorgte, der das Gremium bis zur Wahl des Vorsitzenden der Gemeindevertretung leitete. Bernd Mürdter (SPD) vollendete erst am Freitag sein 70. Lebensjahr. Sein Wunsch an die frisch gewählte Versammlung: menschlich und fair miteinander umzugehen im Bestreben, gute Entscheidungen für alle Münsterer zu finden. Und der kurzfristige Alterspräsident war sich sicher: „Eine gute Arbeit in der Gemeindevertretung hat bestimmt auch eine höhere Wahlbeteiligung bei kommenden Kommunalwahlen zur Folge.“

Seine einzige Amtshandlung bestand darin, über den einzigen Wahlvorschlag für einen neuen Vorsitzenden der Gemeindevertretung abstimmen zu lassen. Die CDU hatte aus ihren Reihen den langjährigen Amtsinhaber Günter Willmann vorgeschlagen, der auch alle 37 Stimmen der neuen Gemeindevertretung auf sich vereinen konnte. Willmann versicherte, er sei weiterhin bemüht, sein Amt so unparteiisch wie möglich auszuüben.

Stellvertreter ebenfalls einstimmig bestimmt

Ebenso einstimmig wurden im Block seine Stellvertreter bestimmt: Erste unter ihnen ist Elke Müller von der SPD, gefolgt von Unions-Abgeordnetem Michael Ries und Gerhard Bonifer-Dörr von der ALMA.

Die Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde Münster bezüglich der Anzahl der Beigeordneten war ebenfalls einvernehmlich beschlossen worden. Für die CDU begründete die neue Fraktionsvorsitzende Erna Roßkopf ihren Antrag damit, dass es im Hinblick auf die Sitzverteilung in der Gemeindevertretung geboten scheine, allen Fraktionen die Möglichkeit zu geben, mindestens einen Vertreter in den Vorstand zu entsenden. Bei sieben Beigeordneten wäre das Stärkeverhältnis der Fraktionen dem des Gemeindevorstandes entsprechend.

Für die ALMA begründete deren Vorsitzender Gerhard Bonifer-Dörr ihren Antrag gleichen Inhalts: Auch die ALMA wolle sich angesichts des Votums der Wähler mit einem 14,6-prozentigem Stimmenanteil im Gemeindevorstand wiederfinden. Diesem gemeinsamen Ansinnen verschloss sich freilich auch nicht die SPD.

Doch vorbei die Einmütigkeit, als es um beantragte neue Ausschüsse ging. Weder wird der „Ausschuss zur Begleitung des Umbaus der Darmstädter/Frankfurter Straße“ in einen Verkehrsausschuss umbenannt (wie es ALMA beantragt hatte), noch werden, wie von der SPD beantragt, ein Sozial-, Umwelt- oder Verkehrsausschuss installiert.

Ist für Bonifer-Dörr die Bedeutung des „Begleit-Ausschusses“ wegen der überwiegend abgeschlossenen Arbeiten an der Hauptstraße geschrumpft, ein Verkehrsausschuss wegen anstehender Projekte wie S-Bahn-Erweiterung von Dreieich gen Dieburg oder Ausbau der B 26 hingegen sehr wohl vonnöten, so sah dies die CDU nicht so. Boris Rudolph wandte sich gegen eine Ausweitung der Gremien, man habe mit dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss ein kompetentes, öffentlich tagendes Organ. Weitere Gremien zerfledderten nur eine gemeinsame Meinungsbildung.

Quelle: op-online.de

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