Alles Banane für Lucky Luke

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Lucky Luke ( Till Holzknecht) hat alles im Blick.

Altheim - Wie im Wilden Westen ging es in der Altheimer Regenbogenschule zu. Bei der Weihnachtstheateraufführung waren alle Ganoven des Westerns vertreten: Jesse James, Pat Poker, Calamity Jane und Billy the Kid – jeder von ihnen bekommt an Weihnachten ein Geschenk. Von Ellen Jöckel

Nur einer geht leer aus: Lucky Luke. Das lässt sich der Held in großen Cowboystiefeln, gelbem Hemd und mit rotem Tuch um den Hals nicht bieten. Breitbeinig duelliert er sich mit Jesse James - nicht mit Revolver, sondern mit Pferd im wildem Galopp und waghalsiger Akrobatik. Gefährlich wird dem einsamen Cowboy dann auch noch Calamity Jane, die blitzschnell ihre Knarre zückt.

„Als ich die Idee, Lucky Luke als Stück bei der Weihnachtsfeier zu spielen, beim Kollegium vorstellt habe, kamen Bedenken auf wie: Bei der Weihnachtsgeschichte wird herumgeballert, geht das? Da kam mir der Einfall: Die Revolver sind einfach Bananen“, äußerte sich Max Petermann, der Lehrer an der Regenbogenschule ist und als Theaterfachmann bei allen Aufführungen Regie führt.

Jesse James ließ die Pferde tanzen

Wie in jedem Jahr war die gesamte Grundschule mit derzeit 132 Schülern am Stück „Kein Geschenk für Lucky Luke“ beteiligt. Dabei übernehmen Schüler aus den beiden vierten Klassen immer die Sprechrollen. Die einzelnen Szenen, in denen die Figuren agieren, werden von den Klassen eins bis drei gestaltet: Da wurde in gestreifter Kluft der harte Gefängnisalltag dargestellt. Phosphorisierende Leuchtstäbe, eine glitzernde, überdimensionale Dart-Wand und eine lebendige, goldene Flipperkugel gab es im Spielcasino zu sehen, der Welt von Pat Poker. Jesse James ließ die Pferde tanzen und Ma Dalton brachte ihren Söhnen die besten Ganoventricks bei. Die Daltons schafften dank Ma Daltons Spezial-Kuchen den Ausbruch aus dem Knast. Billy the Kid verkündete, er könne alles haben und demonstrierte Lucky Luke sein „Sweet Home“, eine Süßigkeitenfabrik. Calamity Jane ließ ihre Cowkids das Lasso schwingen. Nach dem Duell mit der starken Gegnerin bekam Lucky Luke doch noch ein Geschenk und sang: „Ich mag meine Freunde“. Wie es sich für eine musikalische Grundschule gehört, bildete Musik den Leitfaden des Stücks. Neu war aber, dass dieses Mal die Schüler live von einer Elternband begleitet wurde: Steffen Huther (Gitarrist und Sänger), Wolfram Becker (Bass) und Carsten Schubert (Perkussion und Schlagzeug) waren bereits im Herbst bei einem Elternkonzert gemeinsam aufgetreten.

Texte zu den Songs eigens geschrieben

Für Petermann sei klar gewesen, dass für Lucky Luke nur Musik von Elvis Presley in Frage komme. Zunächst habe er die passenden Lieder für die verschiedenen Stationen im Stück ausgesucht. Steffen Huther habe dann die entsprechenden Texte zu den Songs geschrieben und sie zusammen mit den anderen Musikern eingeübt. Entstanden sind Stücke wie „So einsam“ in Anlehnung an Elvis’ „Heartbreak Hotel“, „Steine Blues“ (Hearts of Stone) oder „Zucker“ mit der Melodie von „All shook up“.

Insgesamt wurden elf Lieder gespielt, jedes davon auf einen Szenenort zugeschnitten. Mit großem Aufwand hatten Schüler, Lehrer und Eltern in tagelanger Vorbereitung gebastelt, genäht und geprobt. „Wir können so ein großes Theaterprojekt nur durchführen, weil das Kollegium sich darauf einstellt. Die Schüler arbeiten in der Probenzeit frei zu bestimmten Themen. Immer wenn ein oder mehrere Kinder proben sollen, werden sie aus der Klasse in den Musikraum geholt. Das stört den Unterricht nicht“, sagte Schulleiterin Helga Blitz. Außerdem würden die Kinder so viel es geht an der Vorbereitung des Stücks beteiligt.

Am Ende der fast anderthalbstündigen Aufführung wurden alle Mitwirkenden mit tosendem Applaus der Zuschauer bedacht, die sich bis in den letzten Winkel des Foyers der Schule gedrängt hatten. Jeder wollte einen Blick oder die Kamera auf die Bühne richten, die in der Mitte aufgebaut war. „Ich wünsche mir sehr einen Theaterraum für die Schule. Wir machen so viel Kulturelles, das würde sich wirklich lohnen“, betont die Schulleiterin. Bereits Anfang März steht der nächste Kulturprogrammpunkt an: eine Lesewoche für Schüler und ein Leseabend für Eltern und Interessierte.

Quelle: op-online.de

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