Alternative stellen neuen Glyphosat-Verbotsantrag

ALMA: Insekten schützen

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Statt Gift auszubringen Hotels für Insekten bauen: In Münster sorgen sich viele um die Umwelt.

Münster – Die Mehrheit im Verkehrs-, Umwelt und Energieausschuss sprach sich bereits für einen Verbots-Antrag bestimmter Schädlingsbekämpfungsmittel aus, am Montag soll er im Parlament abgesegnet werden.

Bereits im April des vergangenen Jahres brachte die Fraktion der Alternativen Liste Münster und Altheim (ALMA) in der Gemeindevertretung einen Antrag ein, der das sofortige Verbot des Einsatzes von Glyphosat und Neonicotinoiden auf den gemeindeeigenen Flächen zum Ziel hat. „Die Gefährlichkeit dieser Stoffe für Tiere und Menschen ist hinlänglich bekannt“, betont ALMA-Fraktionsvorsitzender Gerhard Bonifer-Dörr. Dennoch sei es richtig gewesen, eine abschließende Debatte im Umwelt-Fachausschuss der Gemeindevertretung mit möglichst viel Expertenwissen und zusammen mit den unmittelbar Betroffenen, wie den Münsterer Landwirten, zu führen. „Wir wollen keine Frontstellung zu den Landwirten aufbauen, denn wir schätzen ihre Arbeit“, sagt Bonifer-Dörr. Die Landwirtschaft trage wesentlich zum Erhalt der Kulturlandschaft bei. Umso wichtiger sei es, sie als Partner dafür zu gewinnen, auf den Einsatz von Giftstoffen in der Landwirtschaft zu verzichten.

Der Politiker gab sich froh darüber, dass es gelungen ist, den Geschäftsführer des BUND Hessen, Michael Rothkegel, dafür zu gewinnen, den Gemeinderäten im Ausschuss nochmals in eindringlicher Weise die Gefahren aufzuzeigen, die von diesen Stoffen ausgingen. Gleichzeitig habe der BUND-Vertreter dafür plädiert, mit den Landwirten gemeinsam ein Ausstiegsszenario zu entwickeln, das den Verzicht auf Glyphosat und Neonicotinoide zum Ziel hat.

In den Ausschuss eingeladen waren neben dem Vertreter des BUND auch die örtliche Landwirtin Susanne Ries von der Wiesenmühle und ein Vertreter des Kreisbauernverbands Offenbach. Ries stellte dar, dass sie auf ihren Flächen seit vielen Jahren eine boden- und humusschützende Art der Bearbeitung pflegt. Der Pferdefuß dabei: Auf den nach ihrer Darstellung seltenen, aber dennoch bisweilen notwendigen Einsatz von Glyphosat könne und wolle sie nicht verzichten. Der ALMA-Antrag wurde mit Stimmen von SPD und ALMA gegen die ablehnende Haltung der CDU-Vertreter im Ausschuss befürwortet.

„Wir haben den Vorschlag zum Dialog mit den Landwirten daraufhin zum Bestandteil unseres Antrags gemacht“, erläutert Bonifer-Dörr. Diesen geänderten Antrag werde die ALMA am Montag der Gemeindevertretung zur Beschlussfassung vorlegen. Bonifer-Dörr hofft: „Vielleicht überlegt es sich bis dahin auch die örtliche CDU, ob sie bei ihrer ablehnenden Haltung bleibt. Umfassender Umweltschutz, Tier- und damit auch Menschenschutz sollte eigentlich auch ihr wichtig sein.“

Bienen im Garten Nahrung bieten

Vier Punkte stellt die Alternative Liste zur Abstimmung. Der Gemeindevorstand soll damit beauftragt werden, bei der Pflege gemeindeeigener Flächen durch den Bauhof und externe Fachfirmen auf den Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoiden sowie wirkungsähnlicher, bienengiftiger Stoffe zu verzichten. Den Pächtern gemeindeeigenen Gartenlands soll der Einsatz dieser Substanzen untersagt werden. Mit den Pächtern gemeindeeigener landwirtschaftlicher Flächen soll ein Ausstiegsplan aus der Nutzung von Glyphosat verhandelt werden, der einen völligen Verzicht auf Glyphosat nach Ablauf von drei Jahren zum Ziel hat. Und auf den Einsatz von Neonicotinoiden bei der Bewirtschaftung der Flächen soll unverzüglich verzichtet werden.

„Damit wird die Gemeinde mit dem sofortigen Verzicht auf Glyphosat und bienengiftige Neonicotinoide die Vorreiterrolle einnehmen. Das Verbot wird dann auch in den von der Gemeinde verpachteten Kleingärten verbindlich. Den Landwirten räumen wir eine Übergangsfrist ein, in der jedoch der Einsatz von Glyphosat streng begrenzt und kontrolliert werden soll. Neonicotinoide sind auch dort sofort verboten“, so Bonifer-Dörr abschließend. (tm)

Quelle: op-online.de

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