Bahnhofswartesaal wird provisorisches Juz

ALMA: Runter mit Geschwindigkeit auf Altheimer Straße

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So wie hier am östlichen Ortseingang Münsters, wo die L 3095 ab dem Ortsschild namentlich zur Altheimer Straße wird, führt die Landesstraße durch Münster und Altheim. Die ALMA will nun wissen, inwiefern die Gemeinde trotz der auch innerorts gültigen Zuständigkeit des Landes für diese Straßenabschnitte dort von Tempo 50 auf Tempo 30 gehen könnte.

Münster - Die Lokalpolitiker der Gemeinde reizten am Montagabend zur letzten Sitzung vor der Sommerpause die Zeit bis zur Deadline aus. Ergebnis: Der alter Bahnhof wird provisorisches Jugendzentrum. Und die Frage geistert durch den Raum, ist mehr Tempo 30 möglich?

Irgendwann muss Schluss sein – und Münsters Gemeindevertreter haben klar definiert, wann das bei ihren um 19 Uhr beginnenden Versammlungen der Fall sein soll: um 22 Uhr. Bei der einmal mehr recht emotionalen Sitzungen am Montagabend standen 19 Punkte auf der Tagesordnung, darunter die Nutzung des alten Bahnhofs als provisorisches Jugendzentrum als TOP 17 (wir berichteten). Genau dort befanden sich die Vertreter von SPD, ALMA und CDU nach 180-minütiger Debatte. Durch einen Antrag zur Geschäftsordnung wurde dieser Punkt noch zu Ende gebracht, die beiden verbliebenen Themen auf die nächste Sitzung am 27. August verschoben. Eine Übersicht der wichtigsten Erkenntnisse und Beschlüsse:

  •  An der Jugendbetreuung der Gemeinde, besonders der Bereitstellung entsprechender Räume, hielt sich die Diskussion wie zu erwarten einmal mehr länger auf. Erneut warfen sich SPD und ALMA auf der einen und die CDU auf der anderen Seite vor, in den vergangenen Monaten und Jahren nicht in die Pötte gekommen zu sein und das Thema immer wieder verschleppt zu haben. Im Herbst sollen Container auf dem Abtenauer Platz eine erste Lösung des Misere bringen. Die CDU war abermals der Ansicht, diese Maßnahme lasse sich wesentlich schneller umsetzen. Bürgermeister Gerald Frank (SPD) hatte dazu mehrmals Gegenteiliges deutlich gemacht. SPD und ALMA beantragten und beschlossen mit ihren Stimmen die übergangsweise Herrichtung des alten Bahnhofs, um das Vakuum bis Herbst zu füllen und die Jugendlichen schon mal an eine baldige, feste Anlaufstelle im Ort heranzuführen. Die CDU ging da nicht mit – aus anhaltendem Unverständnis darüber, dass man die Containerlösung am Abtenauer Platz nicht schneller schaffen könne.
  • Mit den Stimmen von SPD und ALMA beschloss das Parlament den Beitritt zur Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Pfungstadt (GeWoBau). Die GeWoBau soll auf zwei Gemeindegrundstücken Sozialwohnungen errichten, verlangt dafür allerdings Münsters Mitgliedschaft in der Genossenschaft sowie die Zeichnung von Geschäftsanteilen in Höhe von 4 800 Euro. Während SPD und ALMA die Partnerschaft für eine gute Idee hielten, votierte die CDU gegen den Beitritt. Sie hielt einige Fragen rund um die Entscheidungshoheit über die GeWoBau-Immobilien für ungeklärt – etwa die Entscheidung darüber, welche Mieter die Wohnungen belegen dürfen. Neben SPD und ALMA versuchte auch Bürgermeister Frank Sorgen zu zerstreuen, durch den Beitritt zur Genossenschaft entstünden den Münsterer Mietern von Sozialwohnungen Nachteile.

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  • Einstimmig angenommen wurde ein Prüfantrag der ALMA: Der Gemeindevorstand solle erforschen, inwiefern innerorts von Münster und Altheim auch auf den Landesstraßen Tempo 30 angeordnet werden könne. Dabei geht es um die L 3095, die Münster und Altheim sowie Münster und Eppertshausen miteinander verbindet und beispielsweise innerhalb Münsters zur Altheimer Straße und innerhalb Altheims zur Kirchstraße wird. Unter anderem vor der evangelischen Kirche in Altheim täte wegen der Kurve und der beengten Situation aus Sicht mancher Gemeindevertreter eine Reduzierung auf Tempo 30 gut. Die Hoheit für diese Entscheidung liegt aber beim Land. Die ALMA verfolgt mit einer möglichen Temporeduzierung vor allem das Ziel, den innerörtlichen Radverkehr in Münster und Altheim sicherer und attraktiver zu machen.
  • Die Gemeindevertreter beschlossen einstimmig, die Planung für den Radweg parallel zur Munastraße und über die B 45 hinweg fortzusetzen und Möglichkeiten der Förderung dieser Baumaßnahme prüfen zu lassen.
  • Die ALMA möchte, dass die Pächter gemeindeeigener Landwirtschaftsflächen künftig dazu aufgefordert werden, auf den Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoiden zu verzichten. Über den Antrag wurde letztlich aber nicht beschlossen. Gemeinsam mit örtlichen Landwirten, aber auch Umweltschützern soll über das Thema erst noch näher im Ausschuss gesprochen werden. (jd)

Quelle: op-online.de

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