Alte Bühnen-Hasen

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Die Raben versorgen Sarah Heinrichs (links) als Elia: Die Szene entstammt dem Kindermusical „Elia und die Raben“, das in der evangelischen Martinsgemeinde aufgeführt wurde.

Münster ‐ Noch 20 Minuten bis sich der Vorhang hebt: 21 Kinder der evangelischen Martinsgemeinde warten im Nebenraum des Gotteshauses auf ihren großen Auftritt in dem biblischen Musical „Elia und die Raben“. Von Michael Just

Optisch sind alle bereits in ihre Rollen geschlüpft: Die Marktfrauen tragen Schürzen und Kopftücher, die Soldaten Helme aus Pappe, die sich in einem schmalen Fortsatz über die Stirn bis zum Nasenrücken fortsetzen.

Es wird erzählt und gespielt: Berufe aus der Bibel sollen nur mittels pantomimischer Hinweise erraten werden. Wer glaubt, damit soll die Nervosität der Kinder vor dem Auftritt gesenkt werden, der täuscht sich: Von Lampenfieber ist absolut keine Spur. Im Gegenteil, die meisten geben sich als alte Hasen, wirkten sie doch bereits bei Bühnenspielen in der Kita, Schule oder Kirche mit. „Ich hab‘ schon viermal im Krippenspiel mitgespielt. Einmal war ich die Maria, ein anderes Mal ein Schäfer und auch ein Schäfchen“, erzählt Jette (8). Was den Kindern an „Elia und die Raben“ besonders gut gefällt, ist schnell geklärt: „Es ist immer schön, wenn in einem Stück Menschen und Tiere zusammen spielen. Dass der Elia dabei von den Raben versorgt wird, finde ich besonders toll“, sagt die elfjährige Fabienne.

Es wird nicht nur gespielt, sondern auch gesungen

Seit Ende August proben die Kinder einmal in der Woche für ihren Auftritt unter der Regie von Katharina Reinl, Leiterin des Gospelchores der Gemeinde, und Kirsten Sames, Ehefrau des Pfarrers. Anfangs zweifelten sie, ob sie genügend Kinder finden. Denn in dem biblischen Stück wird nicht nur gespielt, sondern auch gesungen. Und das nicht nur im Chor: Mehrere Soli waren zu vergeben. Trotzdem fanden sich 21 Kinder im Alter von vier bis elf Jahren.

Als das Musical um 15 Uhr beginnt, sitzen Eltern und Großeltern schon gespannt in den Reihen. Die Aufführung kommt stets flott herüber: Die Mischung aus nicht zu langen Textpassagen und viel Gesang passt. So ist den jungen Musical-Darstellern ein langer Schlussapplaus sicher. „Im Prinzip ist es egal, wie es gelaufen ist. Die Kinder lächeln und sind glücklich, das ist das Wichtigste“, lautet Reindls Fazit. Ob es im nächsten Jahr erneut ein biblisches Kindermusical geben wird, steht noch nicht fest. Bis dahin können sich die Kinder schon mal für das nächste Krippenspiel bewerben, die Rollen werden an Heiligabend vergeben.

Quelle: op-online.de

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