Alternative zu Fisch: Bratwurst

Münster - In fünf Arbeitsschichten pro Tag stemmten die Angler am Wochenende ihr erfolgreiches Fischerfest. Von Michael Just

Wer am Wochenende den Vorsitzenden der Münsterer Angler, Markus Frühwein, erwischen wollte, hatte einen schweren Stand. Überall und nirgends war er zu finden, stets bemüht, dass das Fischerfest seines Vereins reibungslos verläuft.

Selbst am Sonntagnachmittag, als der Frühschoppen mit dem Musikverein sowie der Ansturm auf das Mittagessen mit den gebratenen Forellen vorüber war, das Fest langsam auf die Zielgerade ging, war das Abpassen seiner Person schwierig. „Moment, Moment. Wir müssen jetzt erst das Kuchenbuffet aufbauen“, sagte er um kurz vor halb drei. Erst als die fünf Meter lange Tafel mit vielen süßen Verführungen, Tellern sowie großen Kaffeekannen stand und über das Mikro die Info rausgegangen war, dass der Erlös von Kaffee und Kuchen der Jugendabteilung zugute komme, blieb Zeit für ein kurzes Fazit.

Wetter spielte zu den entscheidenden Phasen mit

Das fiel äußerst positiv aus, denn das Wetter spielte zu den entscheidenden Phasen mit, was vor allem am Samstagabend beim Auftritt der Hinnergassebuwe wichtig war. Dabei füllte eine Vielzahl von Gästen, die unterhalten werden wollten, den großen Garten des Vereinsgeländes.

„Dieser Samstag war einer der besten der letzten Jahre“, zog Markus Frühwein Bilanz. Überhaupt spielten das Wetter und möglichst viele Besucher eine wichtige Rolle, denn die nicht geringe Anzahl frischer Forellen, die in Seligenstadt geordert wurden, musste gegessen werden.

„Sind die Fische erst einmal geschlachtet, lassen sie sich schlecht wieder zurückgeben“, sagt der Vorsitzende lachend. Nachvollziehbar. Auf Steaks verzichteten die Angler komplett, um sich von anderen Festen abzuheben. Lediglich Bratwurst gab es als Alternative zu den gegrillten oder geräucherten Forellen, den Fischbrötchen oder den Calamares.

Spiel und Spaß am Freitagabend

Spiel und Spaß stand am Freitagabend auf dem Programm. Wie gewohnt traten die Ortsvereine zu einer Olympiade an. Unter anderem waren der Musikverein, die Feuerwehr und die DJK mit von der Partie. Die Angler nutzten die Gelegenheit, sich selbst ein bisschen auf ihr Fest einzustimmen.

Dass dieses Fest mit Herausforderungen verbunden ist, daran lässt Vorsitzender Frühwein keinen Zweifel: „Im Prinzip ist das Vollbelastung“, sagt er. Rund 20 Prozent der Mitglieder -- derzeit zählt der ASV rund 150 Köpfe – würden für den reibungslosen Ablauf sorgen.

Fünf Arbeitsschichten gab es täglich von Freitag bis Sonntag, einige Mitglieder übernahmen sogar zwei hintereinander. „Es läuft“, konnte Frühwein auf diese Weise an jedem Tag vermelden. Wie er erläuterte, hätte jedes Vereinsmitglied ohnehin 25 Pflicht-Arbeitsstunden im Jahr zu absolvieren. Schließlich habe man Eigentum, um das es sich zu kümmern gelte. Und Gemeinschaft funktioniere nur, wenn alle mithelfen würden.

Dass das dreitägige Programm zu lang ist, glaubt Markus Frühwein nicht. Auch mit Blick auf die leicht fallenden Mitgliederzahlen und den Vereinsnachwuchs, der laut dem Vorstand kaum nachrückt, weil ihn der Gesetzgeber mit überzogenen Anforderungen bei der Fischerprüfung malträtiert.

Vereinsfests bereits eingespielt

Für die Verantwortlichen beim ASV haben sich die drei Tage des Vereinsfests bereits eingespielt. „Es ist wichtig, den Verein nachhaltig ins Bewusstsein der Münsterer Bevölkerung zu rücken.“ Hinzu komme noch die ungewisse Zukunft des Doaschde-Festes. Positiv kommt den Hobbyanglern zugute, dass das Gros der Festausrüstung, die Zelte zum Beispiel, ihr Eigentum ist.

Finanziell steht der Verein auf gesunden Füßen und es gibt, laut Vorsitzendem Markus Frühwein, keine Verbindlichkeiten oder Kredite. „Alles ist bezahlt und wir haben Rücklagen. Da gibt es bei einem Fest keinen Druck und wir können ganz anders arbeiten“, konstatiert Frühwein. Dass die Mitglieder deshalb einen Gang zurückschalteten, war aber nicht der Fall.

Engagiert stemmte der ASV auch diesmal drei Tage lang sein Fest, das einem Besuchermagneten glich. Der Vorsitzende ging dabei mit bestem Beispiel voran: Seit Beginn seiner Amtszeit und damit seit sechs Jahren dreht er beim Fischerfest am Ende jedes Festtages die Schlüssel auf dem Vereinsgelände persönlich rum -- aber erst, wenn in den frühen Morgenstunden auch der Allerletzte gegangen ist.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/A. Reinkober

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