„Altes Gesetz, das dringend geändert gehört“

Münster (vs) - Tanzverbot über die Ostertage auch in Münster? In Frankfurt und im benachbarten Dieburg wird das Thema derzeit heiß diskutiert.

Von Karfreitag bis Ostersonntag sind öffentliche Tanzveranstaltungen grundsätzlich verboten – auch am Gründonnerstag und Ostermontag zwischen 4 Uhr morgens und 12 Uhr mittags. Das besagt seit 1952 das hessische Feiertagsgesetz für die „stillen Feiertage“, zu denen auch Volkstrauertag und Totensonntag zählen.

„Ein altes Gesetz, das dringend geändert gehört“, sagt Klaus Dony vom Münsterer Ordnungsamt. Denn das Feiervervot gelte ab 4 Uhr morgens grundsätzlich für alle gesetzlichen Feiertage, also auch für jeden Sonntag. „Theoretisch müsste man also immer sonntags ab vier Uhr die Diskotheken kontrollieren, das ist doch absurd“, so Dony. Selbst für die Silvesternacht gelte diese gesetzliche Regelung. Dony: „Da käme doch niemand auf die Idee, den Neujahrstanz vorzeitig zu beenden.“

Das Münsterer Ordnungsamt werde an den Ostertagen nicht von sich aus um 4 Uhr morgens die beiden Diskotheken im Ort kontrollieren. Das sei ohnehin Polizeisache. „Solange sich niemand über Lärmbelästigung beschwert, kann auch gefeiert werden“, sagt Dony und betont, dass die „stillen Feiertage durchaus ihre Berechtigung haben.“

Ein weitaus größeres Problem als die Diskotheken stellen für den Ordnungsamtschef die Spielhallen im Ort dar: „Diese dürfen, obwohl von ihnen Lärmbelästigung ausgehen kann, über die Feiertage geöffnet bleiben. Meiner Meinung nach müssten die Gesetzgeber sich an dieser Stelle mal Gedanken machen.“

Quelle: op-online.de

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