Kein Verkauf des alten Rathauses

Altheim bald Künstlerenklave?

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Münsters Gemeindeparlament lässt die „Marktgängigkeit“ des alten Rathauses prüfen und setzt nun eher auf eine Vermietung als den Verkauf. Wo einst die Politik Altheims gestaltet wurde, würde sich Kunst kreativer Gestalter auch gut machen: Altheims altes Rathaus aus der Froschperspektive gesehen.

Altheim - Das alte Altheimer Rathaus war bereits wiederholt brisantes Thema im Münsterer Haupt- und Finanzausschuss, nun auch wieder einmal zur jüngsten Zusammenkunft des Münsterer Gemeindeparlaments. Von Jens Dörr 

Zunächst hatte einiges auf einen Verkauf der altehrwürdigen Immobilie hingedeutet. Inzwischen favorisieren die Volksvertreter jedoch überwiegend die Vermietung und Einrichtung eines Künstlerateliers.

Die Verkaufsabsichten rückten zuletzt durch ein Konzept des Darmstädter Malers und Glasgestalters Cornelius Staudt in den Hintergrund. Im Ausschuss hatte sich Staudt sicher gezeigt, dass er Kollegen finden werde, die mit ihren Werken ins Altheimer Rathaus ziehen würden.

Seiner Vorstellung nach könnten sich die Künstler unter anderem durch die Festlegung eines prozentualen Beitrags je verkauften Werks an den Kosten der Instandhaltung beteiligen, wobei er von einem Anteil in Höhe von 25 Prozent an den im Haus verkauften Objekten ausgegangen war.

Sanierungskosten von fast 300.000 Euro

Das begrüßten im Ausschuss grundsätzlich sowohl die Fraktionen von CDU, SPD als auch der ALMA. Ähnlich klangen die Äußerungen in der Gemeindevertretersitzung am Montag dieser Woche. Bürgermeister Walter Blank sagte: „Es wäre schön, wenn wir diese Entscheidung so treffen.“ Mit „dieser Entscheidung“ meinte Blank den - später auch tatsächlich gefassten - Beschluss, einerseits die „Marktgängigkeit“ des Objekts zu prüfen, was unter anderem die Ermittlung des Verkaufswerts betrifft.

An dessen konkrete Benennung wagte sich bislang niemand heran. Klar scheinen hingegen notwendige Sanierungen zu Kosten von fast 300 000 Euro. Vorher sei auch an eine Vermietung nicht zu denken, herrschte weitgehende Einigkeit.

Zugleich äußerten sich die Fraktionen grundsätzlich positiv mit Blick auf eine mögliche künftige Künstlerenklave Altheim. CDU-Mann Peter Roßkopf meinte, eine solche stelle „eine enorme Aufwertung“ für den Ortsteil dar.

Die Finanzierung des Künstlerateliers - auf diesen Begriff versteifte man sich mehr und mehr - müsse aber noch präziser als bisher konzipiert werden. Businessplan und Vermietungskonzept müssten her, Fördermöglichkeiten intensiver geprüft werden.

Ansturm auf die Gewerbemeile

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SPD-Bürgermeister-Kandidat Gerald Frank glaubte derweil, „dass man auch Sponsoren dafür gewinnen kann“. ALMA-Bürgermeister-Kandidat Gerhard Bonifer-Dörr nannte das Rathaus „sehr ortsbildprägend und für die Geschichte Altheims bedeutend“.

Eine „vernünftige Zweckbindung“ müsse gefunden werden, die die Finanzierung langfristig möglich mache. Bonifer-Dörr regte zudem an, die Macher von „Kunst zwischen der Kerb“ ins Boot zu holen. Frank nannte die neueste Entwicklung vor der Beschlussfassung schließlich eine „tolle Chance, dass dieses denkmalgeschützte Juwel in Gemeindehand“ bleibe.

Quelle: op-online.de

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