TSV Altheim feiert 125-jähriges Jubiläum

Gaudi zum Geburtstag

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Das „Spiel ohne Grenzen“ war im Fernsehen ein Zuschauermagnet. Beim TSV Altheim erlebte es am Wochenende seine Renaissance.

Altheim - „Märchen beginnen mit ,Es war einmal‘. Was vor 125 Jahren anfing, war aber kein Märchen“, sagt Georg Hepp. Vielmehr seien beherzte Männer am Werk gewesen, die den Mut hatten, in Altheim einen Verein zu gründen. Von Michael Just

Sie hätten die Zeichen der Zeit erkannt, die damals geradezu nach einer solchen Initiative riefen. Der Ehrenvorsitzende des TSV Altheim ließ es sich nicht nehmen, eine kleine Laudatio auf seinen Verein zu halten. Sie war Teil des vielfältigen Programms, mit dem der TSV am letzten Tag der Festwoche einen großen Schlusspunkt unter die Feierlichkeiten anlässlich seines 125-jährigen Jubiläums setzte. Der Tag begann mit einem Festgottesdienst, den Pfarrer Ulrich Möbus hielt. Danach stand der Frühschoppen an. Den Nachmittag eröffneten die Gratulanten. Darunter waren Norbert Schewe für die Gemeinde, die Sparkasse sowie Roland Weihert als Stellvertreter für die Ortsvereine. „Haben Sie gewusst, dass der TSV über zehn Jahre älter als Eintracht Frankfurt ist?“, fragte Weihert in seiner Funktion als Vorsitzender des lokalen Eintracht-Fan-Clubs. Der TSV wurde 1888 gegründet, die Eintracht 1899. Vom hessischen Bundesligisten kamen ebenfalls Glückwünsche. TSV-Vorsitzender Thomas Haus richtete die schriftlichen Grüße von Rainer Falkenhain aus. Der Leiter der Eintracht-Lizenzspielerabteilung wohnt in Altheim und ist Mitglied beim TSV.

Längste Mitgliedschaft seit sechs Jahrzehnten

Danach standen Ehrungen auf dem Plan: Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Denise Damm, Friederike Funck, Wilhelm Hensel, Joachim Jäger, Erika Kendziora, Martin Nagler, Helga Wießmann und Hedwig Lautenschläger ausgezeichnet. Hedwig Lautenschläger bewegte sich mit 89 Jahren bis zum Herbst 2012 bei der „Damengymnastik 75+“. 40 Jahre im Verein sind Eva Guggenberger, Ruth Schiller, Edith Damm, Heike Lehr, Maria Graf, Ulrich Fiedler, Carlo Funck, Burkhard Löffler und Reinhold Bauer. Eva Guggenberger leitete 35 Jahre als Übungsleiterin das Kinderturnen und war bei der Seniorengymnastik aktiv. Maria Graf spielt seit 40 Jahren Tischtennis als Freizeitsport. Heike Lehr, Ruth Schiller und Edith Damm gehören bereits seit jungen Jahren der Gymnastik-Sparte an. Genauso wie Ulrich Fiedler, Carlo Funck und Burkhard Löffler: Alle drei waren oder sind noch immer aktive Fußballer. Auf ein halbes Jahrhundert beim TSV blickt Werner Pless. Die längste Mitgliedschaft aller Geehrten wies Rudi Kraus vor. Als passives Mitglied fördert er den TSV seit sechs Jahrzehnten.

Der TSV Altheim ehrte langjährige Mitglieder, von denen einige schon vor 60 Jahren in den Verein eintraten.

Zum Ausklang der Festwoche waren auch die Jüngsten gefordert: Sie malten „Ein Bild für Altheim“. Das bestand aus mehreren quadratischen Einzelteilen. Nachdem das ehemalige Rathaus oder die Piktogramme der einzelnen Sportarten ausgemalt waren, wurde alles zusammengesetzt. Heraus kam eine stolze Gesamtfläche von 1,50 x 2,70 Meter. Demnächst soll das Kunstwerk versteigert werden. Zum Ausklang des Tages war eine besondere Gaudi angesetzt. Das „Spiel ohne Grenzen“. In den 1970er Jahren flimmerte das Erfolgsformat über die TV-Mattscheibe. Die Idee dazu hatte TSV-Vorsitzender Haus. Das Original, das es damals in einem deutschen und in einem europäischen Wettbewerb gab, zeichnete sich durch zahlreiche Wasserspiele aus.

Vier spannende Wettbewerbe

Ein Schwimmbad konnte der TSV auf seinem Gelände natürlich nicht bieten, mit Wasser wurde trotzdem reichlich hantiert. Dazu zählte der Transport mit Helmen oder das Schubkarren-Rennen, bei dem es möglichst wenig Wasser zu verschütten galt. Insgesamt waren vier spannende Wettbewerbe angesetzt. Die jüngeren Teilnehmer wussten mit dem „Spiel ohne Grenzen“ wenig anzufangen. Viele waren zu dieser Zeit noch nicht geboren. „Ich kenne die Sache nur aus Erzählungen“, meinte Tobias Vagts (29). Auf dem Siegertreppchen standen am Ende die „Vamps“. Die Truppe erwies sich als geschickt und schnell. Als erster Preis wartete ein Kasten Bier. Für einen Sieg der Jugendfeuerwehr wären die Organistoren ebenfalls vorbereitet gewesen: Dann hätte es einen Kasten Cola gegeben.

Quelle: op-online.de

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