Altheim: Märchen, Kurzgeschichten, Fantasy-Romane - Trilogie-Autorin packt aus

Vielfältige Autorin: die Altheimerin Susanne Lehr. Foto: Dörr
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Vielfältige Autorin: die Altheimerin Susanne Lehr.

Susanne Lehr aus Altheim ist eine vielseitige Autorin und schreibt unter dem Pseudonym Rabea Blue. Ihr Traum: Eine Komödie fürs EFC-Theater zu schreiben. 

Altheim – Als Mutter oder Unternehmensberaterin heißt sie Susanne Lehr. Haut die 34-Jährige aber in die Tasten, wird aus ihr Rabea Blue: So lautet das Pseudonym der Altheimerin, die im Münsterer Ortsteil mancher auch noch unter ihrem vorehelichen Namen Susanne Münch kennt.

Zum Haushaltseinkommen trägt die dreifache Mama als Betriebsrätin in einer Kronberger Unternehmensberatung bei; doch auch als Autorin möchte sie einen Fuß in die (Verlags-)Tür kriegen. Der nächste Schritt auf diesem Weg soll im Sommer 2021 der Abschluss einer Fantasy-Trilogie sein.

Zwei Romane über Schutzengel hat Susanne Lehr als Rabea Blue schon veröffentlicht, den ersten gratis als E-Book, was mehr als 1 000 Leser brachte. „Viele haben mich damals motiviert, weiterzuschreiben“, blickt die wortgewandte Altheimerin zurück. Also ließ sie Teil zwei folgen. Aktuell arbeitet sie am dritten Teil der „Akademie der Engel“-Reihe, deren bisherige Werke unter den Namen „Savers – und es gibt sie doch“ sowie „Savers – Revolution“ bei Amazon per Klick für 1,99 Euro als E-Book im Einkaufswagen landen. Auch zwei Novellen hat Lehr unter ihrem Pseudonym veröffentlicht.

Ebenfalls angetan haben es ihr Märchen. Das schlägt sich auch in einem der beiden Autorinnen-Netzwerke nieder, in denen sich Lehr fachbezogen austauscht. In der „Märchenspinnerei“ sind eher zufällig nur Frauen vertreten, „hier ist die Liebe zu Märchen unsere Gemeinsamkeit“. Als Rabea Blue hat sie dort „Saving Rapunzel“ verfasst. Was noch längst nicht das letzte Genre ist, dem sie sich widmet oder in Zukunft widmen will.

In eine ganz andere Richtung geht die studierte Betriebswirtin mit ihrem Plan, unter ihrem ursprünglichen Autorennamen Susanne Münch Romane im Bereich Frauenunterhaltung oder Romance rauszubringen. „Eine Rohfassung zum ersten Genre ist bereits vorhanden, die Hälfte einer Romance-Novelle habe ich ebenfalls schon geschrieben“, berichtet sie von produktiven Zeiten. Beruflich und familiär bedingt liegen die in schriftstellerischer Hinsicht meist in den Abendstunden. „Dabei entspanne ich“, sagt sie. Derzeit ist es noch ein Hobby, das ihr wohl in die Wiege gelegt war: „Schon mein Opa hat ein Buch geschrieben, und mein Vater hat sich Story und Texte für ein Online-Rollenspiel ausgedacht.“

Seit zehn Jahren und dem Ende ihres Studiums fließen die Gedanken von Susanne Lehr über die Computertastatur aufs (mittlerweile oft nur noch virtuelle) Papier. „Angefangen habe ich mit Kurzgeschichten, die ich durch einige Wettbewerbe in Anthologien platzieren konnte“, blickt sie zurück. Während ihrer ersten Elternzeit 2014 wagte sie sich an ihren ersten Roman, der schließlich der Auftakt ihres bald vollendeten Fantasy-Dreiteilers werden sollte.

„Fantasy lese ich selbst gern“, verrät sie, und skizziert auch diverse Entwicklungen ihrer bisherigen Laufbahn als Autorin: „Beim ersten Teil der Schutzengel-Trilogie habe ich einfach drauflos geschrieben.“ Mittlerweile konzipiert sie die Handlung deutlich strategischer und hat die Stränge schon recht klar entwickelt, ehe sie die Geschichte niederschreibt. Am Anfang habe sie zudem „immer auf Wettbewerbe reagiert“. Mittlerweile setzt sie die Akzente selbst. Und ein Kreis könnte sich demnächst schließen.

Denn die Kurzgeschichte entdeckt Susanne Lehr gerade für sich wieder. Diese literarische Form will sie inhaltlich mit den Vorkommnissen in einer etwas chaotischen Familie füllen, „eine Mischung aus Fiktion und meinem echten Leben“, schmunzelt sie. Zu glanzvoll seien einfach die Perlen, auf die sie als Mutter im Alltag manchmal stoße. Wie die wahre Begebenheit, als sich ihre Tochter am Knie wehtat und eine Freundin ihr zum Trost zu einem Stück Schokokuchen riet. „Den Kuchen hat sich meine Tochter dann an die Wunde gehalten“, lächelt Lehr.

Ohnehin scheint für die umtriebige Autorin Stillstand gleichbedeutend mit Rückschritt. Nicht nur den Weg vom eigenen Publizieren hin zur Vermarktung durch einen Verlag sucht sie immer offensiver. Im März wollte sie sich zudem auf der Leipziger Buchmesse präsentieren. „Ticket, Unterkunft und einen Stand mit Signierstunde und Lesung hatte ich bereits gebucht“, erzählt sie. Dann verhinderte das Corona-Virus vorerst ihren nächsten Schritt.

Eine solche Stufe der künstlerischen Entwicklung möchte Susanne Lehr eines Tages nicht nur an den Hotspots der Literatur-Szene, sondern direkt vor der Haustür erklimmen: „Ein Traum von mir ist es, einmal ein Stück für die Theatergruppe des Eintracht-Fanclubs Altheim zu schreiben“, verrät sie. Sie selbst gehört (mit Kinderpausen) seit Jahren zum Ensemble, das sich auf Komödien versteift hat. Für die Altheimerin trotz des Heimvorteils kein Selbstläufer, „Ideen hatten wir schon gesammelt, die Rollen waren aber noch nicht raffiniert genug herausgearbeitet gewesen“.

Für Susanne Lehr alias Münch alias Rabea Blue ist das dennoch kein Problem: „Als Autorin muss man kritikfähig sein und Durchhaltevermögen zeigen.“ VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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