Sinne schärfen für kostbares Nass

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Acht- und neunjährige Regenbogenschüler haben sich im Sachunterricht mit der Materie Wasser mit allen Sinnen beschäftigt. Im Wasserwerk schmeckten sie nun das kühle Nass.

Altheim - Wie kommt das Trinkwasser in den Wasserhahn? Dieser Frage gingen 17 Schüler der Klasse 3a aus der Altheimer Regenbogenschule bei einem Besuch im Wasserwerk Hergershausen nach. Von Ellen Jöckel

Seit Beginn des Schuljahres haben sich die Acht- und Neunjährigen im Sachunterricht mit der Materie Wasser mit allen Sinnen beschäftigt: „Wir haben überlegt, wie Wasser riecht und wie es schmeckt“, erzählt Anastasia. „Ich finde Wasser schmeckt so allein“, sagt die achtjährige Schülerin. Für Lara riecht Wasser „einfach und eher nicht“. In der schuleigenen Forscherwerkstatt wurde im Versuch ein Wasserkreislauf erzeugt. Außerdem sollten die Schüler zuhause einen Tag lang registrieren, wieviel Wasser beim Geschirrspülen, Toilettengang, Waschen und Zähneputzen verbraucht wird: „Bei uns waren es 126 Liter“, meint Jonas felsenfest. Doch eine richtige Vorstellung, wie viel das eigentlich ist, scheint er noch nicht zu haben.

„Mir ist es eigentlich egal, wie viel Wasser wir verbrauchen“

„Mir ist es eigentlich egal, wie viel Wasser wir verbrauchen“, äußert sich ein Mitschüler. Für ihn und seine Klassenkameraden ist es selbstverständlich, das klare Nass permanent zur Verfügung zu haben. In einem kurzen Vortrag macht ihnen Christine Orschler, Qualitätsmanagement-Beauftragte beim Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg (ZVG), schnell bewusst, welchen Aufwand es eigentlich bedeutet, zu jeder Tageszeit Unmengen von Wasser in Trinkqualtiät in die Haushalte zu befördern. Im Verbandsgebiet des ZVG Dieburg werden 120.000 Einwohner versorgt.

Aus jedem der 25 Brunnen werden 30 bis 70 Kubikmeter Grundwasser pro Stunde zum Wasserwerk bei Hergershausen gepumpt und dort aufbereitet. Über eine Belüftung und mit Hilfe von riesigen Mengen an Kies werden Kohlensäure, Eisen und Mangan abfiltriert. Das reine Wasser wird dann in riesige Becken befördert, die pro Kammer 1000 Kubikmeter Wasser fassen können, was einer Million Liter entspricht. „An einem sehr heißen Tag im Sommer reichen 23 000 Kubikmeter Wasser in unserem Versorgungsgebiet gerade einen Tag. Ein Kubikmeter sind etwa fünf Badewannen voll“, berichtet Christine Orschler.

Drittklässler sind beeindruckt

Die Drittklässler sind beeindruckt und können es kaum erwarten, sich ein eigenes Bild von den riesigen Filterkesseln, Rohrleitungen und Reinwasserbecken zu machen. „Das sieht ja aus wie ein Schwimmbad“, rufen ein paar Schüler beim Anblick der Reinwasserkammern. Selbst die Information, dass das Wasser nur zehn Grad messe, vermag die Lust auf ein Bad nicht zu dämpfen: „Zehn Grad ist doch gar nicht so kalt“, ist ein Drittklässler überzeugt. Doch als er und seine Mitschüler das erfrischende Nass an einer Zapfstation probieren dürfen, ist er wohl doch ganz froh, dass es niemandem erlaubt ist, in die Becken zu steigen.

„Für die Kinder war es eine wichtige Erfahrung zu sehen, wo das Wasser eigentlich herkommt. Im Alltag ist ihnen das noch nicht bewusst gewesen“, meint Klassenlehrerin Rebecca Mantey. „Im Anschluss wollen wir uns damit beschäftigen, wo das Wasser nach Gebrauch hinkommt“, berichtet sie. Nachdem die Schüler erfahren hätten, wie in einer Kläranlage das Wasser gereinigt werde, sei das Thema „Wasser“ zunächst einmal abgeschlossen, so Mantey. Eine Sensibilität für das lebensnotwendige und kostbare, feuchte Gut nehmen die Regenbogenschüler in jeden Fall mit.

Quelle: op-online.de

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