Stets mit gutem Beispiel voran

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Hand in Hand mit einem zukünftigen Schulfreund maschierten die kleinen Verkehrsteilnehmer hinter den Polizeibeamten drein und demonstrierten den Mamas und Papas was beim Wechseln der Straßenseite zu beachten ist.

Altheim - Der erste Schultag rückt für die ältesten unter den Kindergartenkindern immer näher. Schule, Lehrer und Mitschüler: Alles wird anders. Ebenso ändert sich auch der allmorgendliche Weg zur Erziehungsstätte und wieder nach Hause.Von Ellen Jöckel

Auch im beschaulichen Ortsteil Altheim gilt es, auf die Gefahren des Verkehrs vorzubereiten. Damit die angehenden ABC-Schützen selbstständig und sicher in der Schule ankommen, gibt es das Präventionsprojekt für Vorschulkinder „Immer sicher unterwegs“ von der Unfallkasse Hessen und der hessischen Landesverkehrswacht. Von ihm war auch Rainer Stapp von der Jugendverkehrsschule Dieburg in den Evangelischen Kindergarten Altheim gekommen.

Gespannt warteten dort nun rund 20 Mütter und zwei Väter auf den Polizeibeamten, von dem ihre Schützlinge bereits begeistert erzählt hatten. Mit ihnen hatte „der Rainer“, wie der Verkehrserzieher von allen Knirpsen genannt wird, bereits Tage zuvor über die Regeln und das richtige Verhalten im Straßenverkehr gesprochen. Gepunktet hatte der große Mann mit der schwarzen Uniform und weißen Polizeikappe vor allem mit einem Geschenk an alle kleinen Verkehrsschüler: Walli Wachsam, dem Nilpferd-Maskottchen der Präventionskampagne.

Tipps und Appelle

Nun waren die Eltern an der Reihe. Für diese hatte Stapp zwar kein Maskottchen dafür aber eine Menge Tipps und Appelle parat. Immer wieder sehe er Kinder im Auto als Beifahrer auf dem Schoß ihrer Mama oder ohne Kindersitz, womöglich auch noch ohne angeschnallt zu sein, sitzen. „Wenn man mit 50 Stundenkilometern nicht gesichert gegen etwas fährt, hat man keine Chance mehr. Ein 30 Kilogramm schweres Kind würde bei der Geschwindigkeit mit einer Wucht von 750 Kilogramm durch die Scheibe herausknallen“, veranschaulichte Stapp unverblümt, welche unumkehrbare Konsequenz solch ein Fehlverhalten mit sich bringen könnte.

Zugleich räumte er mit dem „Märchen“ auf, Kinder dürften generell nicht auf dem Beifahrersitz mitfahren. „Wichtig ist hier, dass bei Babyschalen, in denen die Kinder entgegen der Fahrtrichtung sitzen, der Airbag ausgeschaltet wird“, erinnerte Stapp.

Oft Kleinigkeiten – aber mit großer Wirkung

Seit zwei Jahren sei der Polizeibeamte bei der Jugendverkehrswacht tätig und müsse bedauerlicherweise immer wieder feststellen, dass sich Erwachsene als Vorbilder im negativen Sinne auszeichneten: sei es mit der Ignoranz einer roten Fußgängerampel, Geschwindigkeitsübertretung in verkehrsberuhigten Zonen oder Laufen auf der Straße trotz eines vorhandenen Gehwegs. „Das sind oft Kleinigkeiten – aber mit großer Wirkung“, resümierte Stapp.

Bevor die Sprösslinge dann den Großen zeigen durften, was sie beim „Rainer“ gelernt hatten, appellierte der Verkehrserzieher an die Eltern: „Ich habe den Kindern und Ihnen gesagt, worauf sie achten sollen. Das Üben liegt an Ihnen!“

„links, rechts, links“

Und dann ging es endlich los: Hand in Hand mit einem zukünftigen Schulfreund maschierten die kleinen Verkehrsteilnehmer hinter den Polizeibeamten drein und demonstrierten den Mamas und Papas was beim Wechseln der Straßenseite zu beachten ist. „Wo bleibe ich stehen?“, fragte Stapp. „Am Haltestein!“, kam die Antwort wie aus einem Munde. Der Bordsteig sei der Haltestein, ein Begriff mit dem die Kinder mehr anfangen könnten. Falls dort, wo überquert werden soll, ein Auto parkt, dann wissen die Kleinen nun: Direkt am parkenden Auto vorsichtig vorgehen bis zum Scheinwerfer oder Rücklicht, vorbeugen, „links, rechts, links“ schauen und dann, wenn die Straße frei ist, in normaler Geschwindigkeit überqueren. „Ihr könnt nur beachtet werden, wenn man euch auch sieht“, habe Stapp den Kinder beigebracht. An Zebrastreifen sollen sie den Arm hochstrecken, sich groß machen. Arm vorstrecken sei zu gefährlich. Vor allem im Winter, wenn es morgens noch dunkel ist, sei es besonders wichtig Kleidung mit Reflektoren zu tragen.

Beim Abschied von den Kinden verspricht „der Rainer“, dass sie ihn bestimmt schon bald wiedersehen werden: bei der Fahrradprüfung in der vierten Klasse. Den Eltern gibt der Polizist noch einen seiner Leitsprüche mit auf dem Weg: „Wenn sich jeder an die Regeln hält, gibt es keine Verkehrsunfälle und damit keine Verletzten und Toten – eigentlich ganz einfach.“

Quelle: op-online.de

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