Sinnbild auftauchender Kreativität

Die Vorbereitungen für den zehnten Waldkunstpfad laufen

Künstler Roger Rigorth zeigt einen Entwurf einer sechs Meter hohen Säule für die Grube Messel. Foto: meier
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Künstler Roger Rigorth zeigt einen Entwurf einer sechs Meter hohen Säule für die Grube Messel.

Schiffe versenken ist eines. U-Boote im Bessunger Forst auftauchen zu lassen indes dem Altheimer Künstler Roger Rigorth etwas ganz Besonderes.

Altheim/Darmstadt – Was er 2004 zum zweiten Waldkunstpfad dort erstmals inszenierte, wird wegen ungewöhnlichen Erfolgs beim Publikum – vor allem dem jungen – eine spektakuläre Wiederholung erfahren. Und noch viel mehr steht in diesem Jahr an zum zehnten Waldkunstpfad im 20. Jahr des Bestehens des Vereins für internationale Waldkunst, vieles davon unter Beteiligung Rigorths.

Der 1965 in Saanen in der Schweiz geborene Kreative mit Wahlwohnsitz im ehemaligen „Hessischen Hof“ in Altheim, den er vor einigen Jahren kaufte und zur Werkstatt nebst Wohntrakt im Obergeschoss ausbaute, ist Mitbegründer des Vereins, der auch das viel beachtete Waldkunst-Zentrum in Darmstadt betreibt. Schon seit sechs Jahren ist er dort Technischer Leiter und enger Mitarbeiter von Kuratorin Ute Ritschel, die die Idee des Waldkunstpfades mittlerweile in alle Welt hinaustrug. Vor allem in dieser Funktion weiß Rigorth, was am neu geplanten U-Boot anders werden muss, soll es erneut zur Attraktion des Kreativpfades oberhalb vom Böllenfalltor werden: „Wir müssen Bug und untere Planken mit Stahl verstärken.“

Das knapp 20 Meter lange hölzerne U-Boot, das Rigorth zum Thema „Expedition“ 2004 aus dem Waldboden auftauchen ließ, hatte eine Fotografie aus einem alten National-Geographic-Heft als Ideengeber. „Die USS Nautilus unterquerte Mitte der fünfziger Jahre den Nordpol, ihr Auftauchen im Eis inspirierte mich zu der Arbeit.“ Die dann solch einen Erfolg vor allem bei Kindern hatte, die es von Anbeginn okkupierten und bespielten. Dreimal wurde das Kunstwerk renoviert, bis es im Sommer 2018 aus Sicherheitsgründen komplett „versenkt“, also abgebaut werden musste.

Bis vor zwei Jahren tauchte das Holz-U-Boot im Bessunger Forst auf. Nun möchte Roger Rigorth ein neues U-Boot bauen. Foto: MEIER

Weil es jedoch nicht nur als Spielgerät geliebt wurde, sondern als Sinnbild auftauchender Kreativität am Waldkunstpfad dient, muss sich der Künstler erneut als U-Boot-Reeder engagieren.

Eine teure Angelegenheit, denn rund 8 000 Euro fließen wohl ins Projekt, deren Taufe noch vor Eröffnung des kleinen Jubiläumswaldkunstpfades Mitte August sein soll. Der Verein fand in der Fraport-Stiftung einen verständnisvollen Sponsoren, der Schiffsbauer bekam grünes Licht. „Stabil wird es sein und allen Sicherheitsregeln eines Spielplatzes entsprechen“, sagt Rigorth, der das nötige Okay vom alles überwachenden Forstamt schon in der Künstlertasche hat.

„Kultur/Natur/Identität“ lautet das Motto zum zehnten Waldkunstpfad, zu dem erstmals eine Außenstelle an der Unesco-Welterbestelle Grube Messel eröffnet werden soll. Auch dort wird Rigorth mit einem Objekt vertreten sein, einem für ihn sehr typischen. Sechs Meter wird seine Säule aus zwei Löffelgestängen an der Grube Messel in die Höhe ragen, der Eichenkorpus wird umwoben von geflochtenen Korbelementen und teilweise aufgefüllt mit Gewebe. Es wird einen direkten Bezug zur global berühmten Fossilienfundstätte geben, aber zuviel darf noch nicht verraten werden.

Die Finanzierung eines Waldkunstpfades schlug sich in der Vergangenheit immer mit rund 100 000 Euro für den Verein zu Buche. Noch steht sie für den geplanten nicht, doch sind die Macher zuversichtlich: „Es hat 18 Jahre lang geklappt, es wird auch diesmal gelingen.“

VON THOMAS MEIER

Quelle: op-online.de

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