Erst Küche, dann Biergarten

TSV Altheim zeichnet Ehrenvorsitzenden Georg Hepp aus

Altheim -  Eine ganz besondere Ehrung stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des TSV Altheim: Seit 70 Jahren gehört der Ehrenvorsitzende Georg Hepp Altheims größtem Verein an.

Der TSV ehrte seine Getreuen (von links): Jessica Kiehl, Herbert Hackel, Michael Reuter, Bürgermeister Gerald Frank, Katharina Hepp, Georg Hepp, Irene Appel, Wilhelm Maschika und Helmut Gehron.

Ein neuer Vorstand musste in diesem Jahr nicht gewählt werden – das Vorstandsteam um Michael Reuter bleibt noch bis 2018 im Amt. Einstimmig erteilten rund 40 Mitglieder der Führungsriege Entlastung. Man übertreibt nicht, wenn man Georg Hepp als Seele des TSV bezeichnet. „Ohne Dich stünden wir manchmal ziemlich ratlos da“, rief Reuter während seiner Laudatio dem Vereins-Urgestein zu. Denn bis heute steht der „Hepp-Schorsch“ dem Vorstand beratend zur Seite. Offiziell engagierte er sich 50 Jahre lang im Vorstand, 21 Jahre stand er an der Spitze des Vereins. Unter seiner Regie wurde 1964 eine erste Umkleidekabine am Sportplatz gebaut, die 1972 zum Vereinsheim mit einer Gastwirtschaft erweitert wurde. Und auch bei der letzten Erweiterung des TSV-Domizils im Jahre 2000 hielt Hepp im Hintergrund die Fäden in der Hand.

Angesichts solcher Zahlen geriet Bürgermeister Gerald Frank darüber ins Grübeln, ob die Ehrungsordnung der Gemeinde nicht geändert werden müsste – bislang honoriert sie lediglich die 50-jährige Vereinszugehörigkeit mit Urkunde und Wappenteller. Beides überreichte Bürgermeister Frank Hepps Frau Katharina, die bis heute in der Stuhlgymnastik aktiv ist und viele Jahre für die Sauberkeit im Vereinsheim sorgte, sowie Wilhelm Maschika, ein treuer Anhänger der Fußballabteilung.

Es galt, zwei weitere Siebziger zu ehren: Herbert Hackel und Helmut Gehron. Hackel verschlug es nach dem Krieg nach Altheim, ebenso lange gehört er dem TSV an. Der Sport sei der beste Weg gewesen, sich in die Dorfgemeinschaft zu integrieren, erinnerte sich der frühere Handballer, der sich für die Altheimer Bürger auch als Gemeindevertreter und Mitglied des Gemeindevorstands engagierte. Für seine Ehrung bedankte er sich mit einer Spende für die Jugendabteilung. Helmut Gehron spielte früher Handball und Fußball, betrieb Leichtathletik, gehörte zu den Begründern der Volleyball-Abteilung, wirkte im Vorstand mit und ist noch heute in der Seniorengymnastik aktiv.

Ein Aktivposten ist auch Helmut Wießmann, der dem TSV seit 60 Jahren die Treue hält, an diesem Abend aber verhindert war. Irene Appel ist seit 25 Jahren dabei; sie hält sich in der Frauengymnastik fit, hatte schon Vorstandsämter inne und organisiert für den TSV die Gesundheitslehrgänge. Nachgereicht werden die Urkunden Doris und Nikolas Braun, die dem TSV ebenfalls seit einem Vierteljahrhundert angehören.

In seinem Rechenschaftsbericht sprach Michael Reuter von einem „ruhigen Vereinsjahr“. Überrascht worden sei man im Frühjahr von einer Mitteilung des Kreises, dass die Nachmittagsbetreuung der Grundschüler, die der TSV zusammen mit der Regenbogenschule und den Eltern ins Leben gerufen und viele Jahre lang organisiert hatte, nicht mehr benötigt werde. Einerseits nachvollziehbar, wenn der Kreis dies in eigener Regie weiterführen wolle, so Reuter, doch habe man es nicht für nötig befunden, vorher mit den TSV-Verantwortlichen zu sprechen; darüber hinaus habe der Kreis seine Entscheidung auch mit pädagogischen und räumlichen Mängeln begründet. Davon sei all die Jahre nie die Rede gewesen.

Reuter kündigte an, dass man rund 6 000 Euro für die Renovierung der Küche ausgeben werde. Dies sei dringender als die zunächst angedachte Erweiterung des Biergartens, die dennoch weiter geplant sei. Hier gelte es mit der Gemeinde abzustimmen, was getan werden könne. Der Verein würde gerne statt zweier kleinerer Hütten eine große errichten. Geplant wird auch schon ein Festwochenende inklusive eines Fußball-Wochenturniers zum 130-jährigen Bestehen des Vereins 2018.

Stabil sind die Mitgliederzahlen: 447 Frauen, Männer und Kinder gehören dem TSV aktuell an; zur Jahreshauptversammlung 2015 waren es 442, im vergangenen Jahr 440. Von einer soliden Finanzlage, einem knappen Plus in der Kasse und planmäßigem Abbau der Kredite, die man für den Vereinsheimumbau aufgenommen hatte, sprach Rechnerin Jessica Kiehl. Für die Damengymnastik-Abteilung berichtete Susi Zimmer von Problemen, eine neue Trainerin zu finden. Man sei sehr froh, dass Helga Richter aushelfe.

Gut aufgestellt sei derzeit die Fußballabteilung, betonte deren Leiter Sascha Kutzke. Die erste Mannschaft hatte in der A-Liga schon frühzeitig keine Abstiegssorgen mehr. Es gehe mit dem bewährten Trainerteam weiter. Gut laufe eine Kooperation im Jugendbereich mit der DJK Viktoria Dieburg, wo die Altheimer C- und B-Jugendlichen weiterhin ihrem Hobby nachgehen können. In den unteren Altersklassen kann der Verein eigene Mannschaften stellen. Das ist auch eine Folge des regelmäßig angebotenen Kindergarten-Fußballtags. Erfolgreich war die Jugendabteilung auch bei der Organisation mehrerer Hallenturniere in der Münsterer Gersprenzhalle.(tm)

Quelle: op-online.de

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