Missstände am Altheimer Friedhof

Alle wollen sanieren, aber wovon?

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Altheims Friedhof ist in schlechtem Zustand und die CDU paukt ihren Antrag zur Abhilfe durch. SPD und ALMA bezweifeln, dass der Etat reicht. Ordentlich sieht anders aus auf einem christlichen Gottesacker: Altheims Friedhofsmauer ist in schlimmem Zustand.

Münster - Der Friedhof in Altheim ist wahrlich kein Vorzeige-Gottesacker. Gut, dass er hinter einer hohen Mauer angesiedelt ist und im Sommer viel frisches Grün einen Großteil der baulichen Missstände verdeckt. Von Thomas Meier 

Die CDU beantragte, dass der Gemeindevorstand beauftragt werden solle, verschiedene Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten auf diesem Friedhof in die Wege zu leiten. Nach längerer Diskussion in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung am Montagabend kam das Parlament dem auch nach, wenngleich nur mit den Stimmen der CDU. SPD und Alternative Liste für Münster und Altheim (ALMA) wollten den Beschlussantrag wegen weiteren Diskussionsbedarfs und „Unschärfen in der Antragsstellung“ nochmals in den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss verwiesen sehen. Abgelehnt.

Boris Rudolph begründete den Unionsantrag, hatte gar einen Stapel frisch aufgenommener Fotos für die Parlamentarier als „überzeugende Argumente“ dabei. Vor allem die Instandsetzung und Restaurierung der Mittel- und Außenmauer des Friedhofs liegt den Christdemokraten am Herzen. Viele große Placken hat es aus aus dem Verputz der ursprünglichen Bruchsteinmauer herausgeschlagen, sehr unansehnlich ist das Ganze. Aber auch die Wegeflächen sehen teilweise erbarmungswürdig aus, insbesondere die Wegerandeinfassungen gilt es wieder herzustellen oder freizulegen.

Friedhofsanlage in keinem guten Zustand

Die Flächenbefestigung vor und um die Wasserschöpfstellen sind schadhaft. Und auch eine Umgestaltung des südwestlichen Zuganges, vor allem um die Kompostsammelstelle herum, die am besten komplett umgebaut werden sollte, wird angeregt. „Neben den hier aufgezeigten Instandsetzungsarbeiten sind alle weiteren Maßnahmen zu veranlassen, die zu einem angemessenen Erscheinungsbild des Altheimer Friedhofes führen“, erklärte Rudolph. Dabei solle die Gemeindeverwaltung auch die angrenzenden Grünanlagen sowie Zugänge und Parkflächen mit einbeziehen.

Einstimmigkeit herrschte unter den Gemeindevertretern, dass etwas geschehen müsse, die Friedhofsanlage sich wirklich in unschönem Zustand befindet. Den Ort auch zwischenmenschlicher Begegnung, der nicht nur der Bestattung, sondern auch dem Gedenken an die verstorbenen Angehörigen dient, zu verschönern, ist allgemeines Anliegen, wie die Debatte verdeutlichte. Aber wie soll eine Aufwertung des Erscheinungsbildes finanziert werden? Um diese Frage gingen die Meinungen doch kräftig auseinander.

Die Union sagt, die Kosten für die beantragten Arbeiten seien aus den dafür in diesem und im kommenden Jahr vorgesehenen Haushalt zu begleichen. SPD und ALMA sind sich sicher: Das gibt der Etat nicht her.

Kosten müssen kalkuliert werden

Sozialdemokrat Bernd Fritsch etwa erklärte, er habe sich mit weiteren Genossen den Friedhof angeschaut: „Dabei stellte sich die Frage, wie konnte der Friedhof überhaupt in diesen Zustand kommen?“ Zudem sei der Antrag unzureichend. Erst einmal müsse die Gemeinde „sich schlau machen, was ist kaputt, was muss dringend gemacht werden, was kostet das“. Er regte für die SPD an die Verwaltung zu beauftragen, eine Gesamtplanung für Münsters und Altheims Friedhöfe in Auftrag zu geben und einen Kostenvoranschlag zu erstellen. Mit dem laufenden Haushalt sei eine Sanierung nach Vorstellungen der Union wohl nicht möglich.

Dem schloss sich Gerhard Bonifer-Dörr an: „Bei dem In-die-Wege-leiten sind wir dabei, aber ein Gesamtkonzept muss sein.“ Dafür solle man sich eines Fachmannes zur Begutachtung bedienen.

Doch die Union sieht Handlungsbedarf, ihren Antrag auch ohne Ausschussberatung begründet. So hat die Verwaltung nun den Auftrag.

Quelle: op-online.de

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