Udo Jürgens: Ist eine Frau aus Altheim seine Tochter?

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Udo Jürgens

Altheim (jd) - Ob Sänger Udo Jürgens eine dritte uneheliche Tochter hat – zwei besitzt er bereits neben einem in der Ehe geborenen Sohn und einer in der Ehe geborenen Tochter -, ist derzeit nicht erwiesen. Von Jens Dörr

Klar ist allerdings: Dem Amtsgericht Dieburg kommt die entscheidende Rolle zu, Licht ins Dunkel zu bringen, über das seit einigen Tagen nicht nur Boulevard-Medien berichten. Das bestätigt Frank Richter , Direktor des Amtsgerichts Dieburg, unserer Zeitung.

Eine 39-jährige Frau aus Altheim behauptet bereits seit längerem, ihr Vater sei Udo Jürgens. Das habe ihr ihre 56-jährige Mutter anvertraut, so die „Bild“, was Anwalt Burkhard Benecken (Marl, vertritt die beiden) unserer Zeitung am Telefon bestätigt. Benecken zufolge berufen sich beide zudem auf Gutachten, die beweisen sollen, dass der bisherige mutmaßliche Vater der Altheimerin nicht ihr leiblicher Vater sei.

Fakt ist: Das Amtsgericht Dieburg, das auch für Altheim zuständig ist, hat ein Vaterschafts-Feststellungsverfahren eingeleitet. Das entsprechende Schreiben an Jürgens („Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“; mehr als 100 Millionen verkaufte Platten weltweit) sei vor einigen Tagen an Jürgens Wohnort in der Schweiz geschickt worden, so Richter. Neben der österreichischen Staatsbürgerschaft besitzt Jürgens auch die der Schweiz.

Einladung zur Anhörung für Udo Jürgens?

Sollte Jürgens bei seiner bisherigen Stellungnahme bleiben, die vermeintlich entscheidende Begegnung mit der heute 56-Jährigen vor 40 Jahren in einem Reutlinger Hotel nicht gehabt zu haben, ist es wahrscheinlich, dass Udo Jürgens eine Einladung zur Anhörung in Dieburg erhält.

„Von dort (der Schweiz, Anm. d. Red.) werden wir ihn natürlich nicht über die Alpen zerren“, stellt Richter klar, dass der Zugriff auf den Musiker, der auch als Komponist erfolgreich ist, von Deutschland aus nicht ganz einfach ist. Was Anwalt Benecken ausführt: „Das Amtsgericht kann verfügen, dass Jürgens persönlich erscheinen muss. Das macht ja auch juristisch Sinn, wenn sich der Richter von den beiden Parteien selbst ein Bild machen kann.“ Der Mann, der bislang als leiblicher Vater der Altheimerin vermutet wurde, sei auch erschienen.

Eine Verweigerung, mit der Altheimerin ans Amtsgericht zu kommen, erscheine bei Jürgens nicht als wahrscheinlich, sind sich Direktor Richter und Anwalt Benecken einig. Sollte sich Jürgens weigern, könnte allerdings erschwerend hinzu kommen, dass er sich in der Schweiz und damit nicht in der EU befinde, so Benecken. In Deutschland könne er bei Weigerung in Beugehaft genommen werden, in der Schweiz sei dann aber eine kompliziertere Form der „Amtshilfe“ vonnöten.

Großes Medieninteresse

In den vergangenen Tagen habe er neben dem Gespräch mit unserer Zeitung sicherlich gegenüber sieben, acht Medien Auskunft gegeben, schätzt Amtsgericht-Chef Richter unterdessen. Sollte es zur Anhörung in der Gersprenz-Stadt kommen, werde diese zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, so Richter. Dennoch glaubt er, dass in diesem Fall in jedem Fall ein gewisser Medienauflauf in Dieburg zu erwarten sei.

Durch die Blume bestätigt auch Richter den Eindruck, was sich beim Verfolgen der Berichterstattung zu den Vorwürfen zeigt: Der Anwalt der vermeintlichen unehelichen Tochter und diese selbst sind nicht unbedingt medienscheu, obwohl Benecken von seiner Mandantin anders spricht („Sie sind keine Wichtigtuerinnen“). Der Termin der Anhörung – so sie stattfinden sollte – dürfte also kaum geheim bleiben. Sollte Jürgens weiterhin eine Vaterschaft bestreiten, könne das Amtsgericht Dieburg einen Vaterschafts-Test anordnen.

Anwalt Burkhard Benecken deutete gegenüber unserer Zeitung unterdessen an, dass er eine Vaterschaft Jürgens’ für wahrscheinlich halte. Es gebe Zeugen, die sich zum Stelldichein vor 40 Jahren äußern würden.

„Udo Jürgens hatte auch damals schon einen hohen Stellenwert, das besondere Ereignis ist den Leuten trotz des langen Zeitraums in Erinnerung geblieben.“ Schlagerbarde Jürgens habe 1971 ein Privatkonzert für eine Firma gegeben, ehe es in einem Reutlinger Hotel zur Begegnung mit der Mutter der Altheimerin gekommen sein soll.

Quelle: op-online.de

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