Von der Kita bis zum Schulbus

Aminu Initiative unterstützt seit 15 Jahren Kinder in Ghana

Auf dem Weg zur Bildung: Mit Arbeitsmaterial, aber auch mit dem Bau neuer Schulen hilft die Aminu Initiative seit 15 Jahren Kindern in Ghana.
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Auf dem Weg zur Bildung: Mit Arbeitsmaterial, aber auch mit dem Bau neuer Schulen hilft die Aminu Initiative seit 15 Jahren Kindern in Ghana.

Sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Ghana einen Zugang zu qualitativer Bildung zu ermöglichen: Das ist das Ziel der Aminu Initiative in Münster.

Münster – Seit nun schon 15 Jahren sieht sich die Aminu Initiative – einigen wohl besser unter dem Namen Nima (bis 2018) bekannt – als lernende Organisation und arbeitet gemeinsam mit ghanaischen Partnern stetig daran, die schulische Infrastruktur in Teilen von Ghana zu verbessern.

Gegründet haben die Organisation Anna Zaaki und ihr aus Ghana stammender Mann Amin 2006 als Familieninitiative. Über die Jahre ist die Aminu Initiative immer weiter gewachsen, mittlerweile hat der gemeinnützige Verein knapp 350 Mitglieder und regelmäßige Unterstützer. Bis auf zwei hauptamtliche Teilzeitmitarbeiterinnen im Bereich des Freiwilligendienstes weltwärts arbeiten alle anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter bereits seit vielen Jahren daran, dass die Kinder und Jugendlichen, die von den Projekten profitieren, alles bekommen, was sie brauchen.

Für Kinder in Ghana: Früher Nima, heute Aminu Initiative

Die Projekte vor Ort haben seit Gründung des Vereins eine große Entwicklung durchgemacht. Mamadu Mudasiri, der Bruder des Vorstandsvorsitzenden Amin Zaaki, kümmert sich vor Ort um die Arbeit. Er trägt die Verantwortung für einen Kindergarten mit Krippe, eine Schule, die Günter Frey International School, das One Love Children’s Home in Tuba sowie das Junior Programm in Nima, das Stadtviertel von Accra, aus dem Amin Zaaki stammt.

Daher kam auch der ursprüngliche Name Nima, erzählt Anna Zaaki. Doch da in Deutschland viele Organisationen unter dem Namen gemeldet waren und es sehr oft zu Verwechslungen mit anderen Vereinen kam entschieden sich Anna und Amin Zaaki 2018 dazu, den Verein in Aminu Initiative umzubenennen. Der ist nun direkt nach Amin Zaaki benannt. „In Ghana wird er Aminu gerufen, so sind wir auf den Namen gekommen“, erklärt seine Frau.

Bau oder Ausbau von Schulen, Kindertagesstätten und Jugendhäusern als Projekte

Als eines ihrer ersten Projekte hat die Aminu Initiative noch einen Schulbus gestiftet, mittlerweile setzen sich die Verantwortlichen unter anderem für den Bau oder Ausbau von Schulen, Kindertagesstätten oder Kinder- und Jugendhäusern ein. So hat die Regierung in Ghana Anfang des Jahres eine Schulreform auf den Weg gebracht, die sowohl die Aminu Initiative als auch ihr Partner vor Ort grundsätzlich sehr begrüßen. Denn die Qualität im Bildungsbereich wird dadurch verbessert und die Einhaltung der Hygienestandards – auch aufgrund der Pandemie – sichergestellt. Unter anderem mussten daher neue Räume gebaut werden, damit weniger Schüler in einem Klassenraum sind, die sanitären Anlagen und die IT-Infrastruktur mussten ausgebaut und qualifizierte Lehrkräfte eingestellt werden.

Durch das erste Corona-Jahr ist die Aminu Initiative derweil gut gekommen. „Wir sind froh, dass unsere Spender uns die Stange halten“, sagt Anna Zaaki, „denn es ist ziemlich schwer, aktuell neue Spender zu finden.“ Um das zu ändern und auch in Zukunft weiterhin dafür zu sorgen, dass sich in Ghana einiges tut, haben Anna und Amin Zaaki das Mango-Family-Projekt ins Leben gerufen. Durch monatliche Spenden soll den Kindern der Zugang zu Bildung ermöglicht und sicherstellt werden, dass die Partner in Ghana die Kinder solange begleiten können, bis sie auf ihren eigenen Füßen stehen.

Aminu Initiative schickt regelmäßig Freiwilligendienstler nach Ghana

Dabei helfen sollen auch Freiwilligendienstler, die die Aminu Initiative immer wieder nach Ghana schickt und dabei begleitet. Dort engagieren sich die 18 bis 28 Jahre alten Freiwilligen zwischen sechs und 24 Monaten bei einer lokalen Partnerorganisation für Bildung, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft, Kultur oder Menschenrechte. Bei der Aminu Initiative liegt der Schwerpunkt auf der Bildung von Kindern und Jugendlichen. In der Regel jedes Jahr im September schickt der Verein acht Freiwillige zu vier verschiedenen Projekten. Bis Ende Mai läuft noch die Bewerbungsfrist für dieses Jahr.

Etwas Ungewöhnliches hat sich der Verein für das kommende Jahr ausgedacht: Ein Ghanaer kommt nach Deutschland, um hier einen Freiwilligendienst zu leisten. (Von Lars Herd)

Infos und Freiwilligendienst

Für den Freiwilligendienst können sich Interessierte unter join.aminu.org anmelden. Weitere Infos zur Aminu Initiative und Spendenmöglichkeiten unter aminu.de.

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