Amtseinführung von Bürgermeister Frank

Dank an Blank, viel Glück für Frank

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Verabschiedung und Neueinführung des Bürgermeisters in Münster in voller Kulturhalle. Feierlich leistete Münsters neuer Bürgermeister Gerald Frank in der Kulturhalle vor großem Publikum seinen Amtseid.

Münster - Es dürfte eine der bestbesuchten Gemeindevertretersitzungen in der Geschichte Münsters gewesen sein, die da am Montagabend rund drei Stunden lang vor 350 Besuchern in der somit gut gefüllten Kulturhalle Münster vonstatten ging. Von Thomas Meier 

Dabei hatte sie (eigentlich) nur zwei Tagesordnungspunkte: die Verabschiedung von Bürgermeister Walter Blank und die Amtseinführung von Gerald Frank zum Bürgermeister. Waren die bürokratischen Akte relativ rasch erledigt, so sollte sich der anschließende Reigen der Dankes- und Glückwünsche-Reden breiten Raum einnehmen. Unterbrochen wurden die Ansprachen durch musikalische Einlagen vom Musikverein Münster, Kirchenchor Cäcilia, Blasorchester der Feuerwehr, der TV Big Band, und dem Chor Michelangelo. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Günter Willmann, wollte Unionsbürgermeister Blank nach 18 Jahren Amtszeit freilich nicht einfach mit der Entlassungsurkunde gehen lassen. Er erinnerte an zahlreiche Meilensteine im Wirken Blanks, den der Parteifreund freilich „lieber Walter“ nannte. Stets habe der Kapitän Blank die Gemeinde auf Kurs gehalten, geordnete Finanzen seien ihm dabei wichtig gewesen.

Willmann erinnerte an die Umgestaltung der Hauptstraße, die in Blanks Amtszeit entwickelten Neubaugebiete, an die Mühen mit dem Erhalt und Bau von Kindergärten, Spielplätzen und Hallen in Münster und Altheim, an das Engagement fürs Heimatmuseum und mehr. „Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben war Deine Sache“, beschrieb er Blanks Verhältnis zur Vereinsarbeit. Rund um die Uhr sei er 18 Jahre lang für Münster da gewesen. Und weil Blank ja auch erst am 4. Oktober seinen letzten Arbeitstag im Amt hat, war er es, der seinem Nachfolger Gerald Frank die Ernennungsurkunde überreichen sollte, bevor der seinen Amtseid im Saale ableistete. Erst dann konnte der große Gratulationsreigen beginnen. Erna Rosskopf von der CDU-Fraktion sagte: „Lieber Walter, Deine dritte Amtszeit geht zu Ende. 1996 bist Du noch ein recht junger Mann gewesen.“ Kein Fauxpas, sondern die Einleitung zu: „Geboren in Brasilien, aufgewachsen in Dieburg, gereift in Münster“. Stets habe er als Bürgermeister die Zeichen der Zeit erkannt, nun könne er etwas mehr Raum für sich beanspruchen. Allerdings sei er ja nun bei der Firma „Mach ma dess do“ beschäftigt, also eher im Un-Ruhestand.

Klaus Bulang lobt Blanks verbindliches Wesen

Dem neuen Bürgermeister wünschte Rosskopf ein glückliches Händchen mit Bürgern und Parlament. Zum Geschenk hatte sie für „den Künstler“ eine Leinwand, Pinsel und die Farben Schwarz, Rot, Grün im Gepäck. Klaus Bulang von der SPD meinte, Bürgermeister Blank habe sich immer auf die absolute Mehrheit seiner Partei verlassen können, für seine Partei als Opposition sei es nicht einfach gewesen. Doch das Klima sei in der vergangenen Jahren spürbar besser geworden. Er lobte Blank verbindendes Wesen, er habe Münster über die Grenzen hinaus positiv bekannt gemacht, herausragendes in der Zusammenarbeit mit Eppertshausen geleistet und auch dem größeren Dieburg gezeigt, dass man mit kleinen Nachbarn nicht umspringen darf, wie man mag, wobei er den Fiege-Bau ansprach. Zum Abschied hatte er ein Ruhekissen dabei. Stolz sei die SPD, mit Gerald Frank nach 36 Jahren CDU-Regentschaft einen Sozialdemokraten auf den Amtssitz des Bürgermeisters gehievt zu haben. Für den Genossen hatte Bulang eine Zange im Gepäck, mit der man problemlos heiße Eisen anfassen könne, Handschuhe, damit er sich nicht die Finger verbrenne, und eine Reproduktion eines Bildes von Lionel Feininger.

Den Dank der Alternativen Liste für Münster und Altheim (ALMA) an Bürgermeister Blank verband Gerhard Bonifer-Dörr mit der Aussage: „Wir waren ja selten einer Meinung, aber wir waren einig in unserem Bemühen, das Beste für unsere Gemeinde erreichen zu wollen. Wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven.“ Frank gab er mit auf den Weg, dass Münster einen politischen Richtungswechsel brauche, der den Bürger mitnimmt. Er erinnerte an das einzige Perspektivkonzept, das 1999 zwar für die Gemeinde unter Mitwirkung der TU Darmstadt erstellt worden, aber schnell in der Schublade verschwunden sei. Stattdessen habe die Gemeinde in den letzten Jahren etliche Millionen aus dem Gemeindesäckel dafür aufwenden müssen, kapitale Fehler und Bausünden der Vergangenheit zu beheben. Und weil Frank für seinen neuen Job Nerven und Energie brauche, hatte er ein Paket verschiedener Schokoladentafeln geschnürt.

Amtseinführung von Gerald Frank

Amtseinführung von Gerald Frank zum Bürgermeister

Nachdem die Gemeindevertreter dem alten und neuen Chef gehuldigt hatten, wollten auch Vertreter aus Landes-, Kreis- und Kommunalpolitik sowie Sprecher der Kirchen, Vereine und Institutionen, zwei Schulleiterinnen und die Personalrätin der Gemeinde nicht hintanstehen. Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz machte seine Aufwartung, Landrat Klaus Peter Schellhaas gratulierte auf hessisch, für die Bürgermeister kam Carsten Helfmann aus Eppertshausen in seine „Lieblingsnachbargemeinde“.

Quelle: op-online.de

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