Nachfrage nach Bauland groß

Mit Mut gegen die Lücke: 180 unbebaute Grundstücke

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Auch im Inselviertel – hier ein Blick aus dem Hubschrauber bei der Vereins- und Gewerbeschau – klaffen etliche Baulücken.

Münster - In den Wohngebieten klaffen Baulücken, die zusammengerechnet eine unvorstellbar große Fläche von 17 Fußballfeldern ergeben. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Wohngrundstücken so groß wie nie zuvor.

Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, immer wieder Neubaugebiete auszuweisen, deren Erschließung viel Geld kostet. Es lohnt sich, zum „Lückenfüller“ zu werden. Eine Innenentwicklungsanalyse, die der Landkreis für alle Kommunen durchführt, hat alleine 180 Baulücken in Münster ermittelt. Es gibt sie in fast jeder Siedlung: Zwischen Wohnhäusern klaffen plötzlich Lücken, obwohl diese Flächen eigentlich für eine Bebauung vorgesehen sind. Die grünen Wiesen mögen vielleicht hübsch anzuschauen sein, doch für die Gemeinde sind sie eine Belastung. Viele Familien, Paare und Singles in Münster suchen aktuell dringend ein Baugrundstück oder eine Wohnung zum Kauf oder zur Miete, wie jüngst auch die riesige Nachfrage bei der Vermarktung des neuen Wohn- und Gewerbemischgebiets Am Seerich zeigte. Auch der Bedarf an altersgerechten Wohnungen steigt drastisch.

Neubaugebiete außerhalb des bestehenden Siedlungsraums müssen aufwändig und teuer neu erschlossen werden. Baulücken im Ortskern haben den Vorteil, dass die äußere Erschließung – das heißt neben der Straße auch die technische Infrastruktur wie Wasser, Strom, Internet und Gas – vorhanden ist. Sie könnten direkt oder mit nur geringem Entwicklungsaufwand bebaut werden. Doch das Potenzial bleibt oft ungenutzt. Dies sieht der Gesetzgeber genauso und hat in der Novellierung des Baugesetzbuches den Gemeinden die Pflicht zur Innenverdichtung auferlegt, bevor neue Baugebiete im Außenbereich erschlossen werden.

Das soll sich nun ändern. Mitarbeiter der Gemeinde Münster und der TU Darmstadt haben mit Unterstützung des Regionalmanagements des Landkreises Darmstadt Dieburg und des Amtes für Bodenmanagement in Heppenheim in den vergangenen Monaten Datenmaterial ausgewertet. Das Ergebnis: In Münster gibt es eine große Anzahl an Baulücken. „Alleine im Kerngebiet stehen über 180 solcher Grundstücke zur Bebauung bereit, in Altheim kommen weitere hinzu. Sie haben zusammen eine Fläche von über zwölf Hektar. Zur besseren Vorstellung: Dies entspricht über 17 Fußballfeldern“, schildert Umweltingenieurin Anne Wenzel. „Daneben gibt es noch Flächen, die aufgrund ihrer Größe nachverdichtet werden könnten, sowie leerstehende Gebäude.“

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Wenn das so bleibt, müssten die dringend benötigten Wohnungen außerhalb des Ortskerns in weiteren Neubaugebieten auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen erschlossen werden. Baulücken bringen auch Nachteile für die Anwohner in direkter Nachbarschaft mit sich: Die vorhandenen Kanäle und Leitungen sind für die entsprechende Anzahl an Grundstücken ausgelegt, nicht für weniger. Wird nur ein Teil dieser Grundstücke genutzt, sind die Kosten für Abfall, Wasser und Abwasser für jeden Einwohner höher.

Eine erfolgreiche Nutzung von Baulücken lohnt sich also für alle in Münster. Sie spart Kosten, schont die Umwelt und tut dem Ortsbild gut. Gemeinsam mit den Eigentümern sollen im Rahmen des Projekts „AktVis“ (siehe Info-Kasten) Wege gefunden werden, wie solche Grundstücke mit Leben gefüllt werden können. „Wichtige Impulse dafür werden Bürgerworkshops setzen, in denen dieses und weitere Themen rund um die Innenentwicklung in Münster diskutiert werden können“, lädt Bürgermeister Gerald Frank die interessierten Einwohner zur Teilhabe ein. Wann und wo die Workshops stattfinden, wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Eigentümer von Baulücken können sich an die Bauberatung im Rathaus wenden: Gioia Meyer, g.meyer@muenster-hessen.de, Tel.: 06071/3002322; Juliane La Meir: J.La_Meir@muenster-hessen.de, Tel.: 06071/3002324. (tm)

Quelle: op-online.de

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