Anekdoten bei Ex-Gruppenligisten

+
Hier spielten sie noch aktiv beim SV Münster.

Münster - Im Sommer herrscht beim SV Münster jeden Abend reges Treiben, denn ab 17 Uhr stellen sich die ersten Besucher im Biergarten ein und bis in den Abend hinein wird die sommerliche Atmosphäre genossen. VonJasmin Frank

So ging es auch dem VfL und dem Wanderverein, die beide gekommen waren, um gemeinsam mit ihren Vereinsfreunden zu essen und zu trinken.

Doch am Freitagabend standen andere Besucher im Vordergrund: In den sechziger und siebziger Jahren hatte der Verein in der Gruppenliga gespielt und nun waren die Spieler von damals zusammen gekommen, um gemeinsame Erinnerungen aufzufrischen.

„Die Gruppenliga war zu dieser Zeit die vierthöchste Liga überhaupt, und wir konnten die Klasse 14 Jahre lang erhalten“, erzählt Wilfried Legler, der sich freute, dass die Spieler so zahlreich erschienen waren.

Hier spielten sie noch aktiv beim SV Münster.

Auch Seppl Steinmetz war gekommen, der von 1968 bis 1971 für den SV im Tor stand. „Ich erinnere mich noch genau an mein erstes Spiel gegen den SV Wiesbaden. Ich kam von der DJK Viktoria Dieburg, die damals nur A-Klasse spielte und war noch jung und sehr nervös. Doch es ging alles gut, und ich habe jeden Ball gehalten, so dass wir die Begegnung mit einem 1:0 für uns entscheiden konnten“, erzählt er. Noch heute spielt für ihn Fußball eine Rolle, verrät seine Frau Johanna, die früher bei allen Begegnungen mit dabei war, und schmunzelt: „Er spielt jetzt immer mit seinem Enkel Tim und noch kann er alle Bälle halten.“

Der kleine Tim ist besonders stolz auf seinen Opa, weil er wegen seines Erfolgs beim SV als einziger der Spieler den Wechsel in eine Profimannschaft wagte: Er spielte drei Jahre lang für die Offenbacher Kickers. Danach gab es Angebote aus dem Ausland, doch das kam für ihn nie in Frage, so ging er in seinen Beruf als Fernmeldehandwerker bei der Post zurück, spielte aber noch zehn Jahre Oberliga in Griesheim. „Heute ist Fußball viel schneller geworden, und es geht nur noch ums Geld“, meint er und ist sich darin mit seinen Freunden einig.

Doch während er seine eigenen Leistungen bescheiden zurückhält, schwärmt sein Freund Heinz Catta von Steinmetz’ Qualitäten als Torwart: „Wenn er aus dem Tor lief und ,Leo’ rief, dann flüchteten alle, denn er war groß und breit und kam wie eine Kampfmaschine auf die Spieler zu.“

Der ehemalige Torwart muss bei der Beschreibung doch ein wenig schmunzeln und gibt zu: „Tja, ich war schon ein robuster Spieler, und wenn jemand in den Strafraum kam, musste er mit mir rechnen, und das wussten auch alle.“

So tauschten die Männer mit ihren Ehefrauen und Freunden in der gemütlichen Atmosphäre des SV Sommergartens Erinnerungen aus und freuten sich, dass der Verein das Treffen initiiert hatte.

Quelle: op-online.de

Kommentare