Kunstrasen des SV Münster

Frisches Grün für Naturtribüne

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Angehende Gärtner der Dieburger Landrat-Gruber-Schüler säten jetzt die „Naturtribüne“ auf der Südseite des Kunstrasen-Großfelds am Mäusberg ein.

Münster - In einer gemeinschaftlichen Aktion von SV Münster und Landrat-Gruber-Schule entsteht am Mäusberg eine Naturtribüne am neuen Kunstrasen des Sportplatzes. Von Jens Dörr 

Als der SV Münster im vergangenen Jahr seinen alten Hartplatz abtragen ließ, um ihn für den inzwischen eingeweihten Kunstrasen vorzubereiten, fielen etliche Kubikmeter nicht mehr benötigten Mutterbodens an. Das Sand-Erd-Gemisch wurde auf der Südseite des neuen künstlichen Grüns, nahe dem Zaun zur Goethestraße hin, aufgeschüttet. Statt es für viel Geld abtransportieren zu lassen, bleibt der kleine Wall bestehen und bildet künftig eine Art „Naturtribüne“. Jetzt bereiteten angehende Landschaftsgärtner, die im Rahmen ihrer dualen Ausbildung neben der Arbeit in ihren Betrieben oder Stadtverwaltungen auch auf die Dieburger Landrat-Gruber-Schule (LGS) gehen, die Ergrünung vor. Unter der Leitung von LGS-Fachlehrer Volker Schaum machten sich 18 Schülerinnen und Schüler über vier Stunden hinweg ans Werk. Die baldigen Gärtner, die sich im zweiten Ausbildungsjahr befinden, rauten das Sand-Erd-Gemisch zunächst mit Rechen auf. Anschließend säten sie Grassamen ein und walzten den an seinen Enden flach und zum Platz sowie zur Goethestraße hin etwas steiler abfallenden Hügel ab.

In etwa zehn Tagen sollen die ersten Halme zu sehen sein. Zwar solle auf dem Hügel zunächst nicht allzu wild getobt werden, wenn das Gras zu sprießen beginne, sagte Schaum. Grundsätzlich werde der Untergrund aber recht unempfindlich sein und könne begangen werden. Ob der Hügel tatsächlich zu erhöhten Stehplätzen für Zuschauer, die Spiele auf dem Kunstrasen verfolgen wollen, wird, zu einem Platz zum Toben für junge SVM-Kicker oder einfach „nur“ ein grüner Wall zwischen Spielfeld und Zaun, sei erst einmal dahingestellt. „Richtige“ Zuschauerränge gibt es schließlich bereits auf der gegenüberliegenden Seite des Kunstrasens. Zudem wird demnächst auch der Bauzaun auf der Spielfeld-Seite gen Goethestraße verschwinden und hinter einer Eisenstange dem Publikum ebenfalls Stehplätze entlang der Außenlinie bieten.

Der Arbeitseinsatz am Dienstag wurde auf alle Fälle zur Win-win-Situation. Der SV Münster kaufte lediglich für einige hundert Euro den Grassamen und bewirtete die Schüler mit Frühstück und Mittagessen. Die jungen Frauen und Männer der LGS konnten eine praktische Aufgabe meistern, die ihnen demnächst zugute kommen dürfte: „Die Rasenaussaat ist auch Teil der Prüfungen“, erläuterte Fachlehrer Schaum.

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Dabei werde von den Prüfern unter anderem unter die Lupe genommen, wie viele Samen die angehenden Gärtner verwendeten und wie gleichmäßig sie ihn von Hand verteilten. Bei der Aussaat per Hand würden etwa 40 Gramm Samen pro Quadratmeter benötigt. „Maschinen können das sparsamer mit 25 Gramm pro Quadratmeter“, stellte Schaum einen Vergleich her. Stichwort Maschinen: Die kommen auch bei der Saat von riesigen Rasenflächen, die dann aufgerollt und gerade Fußball-Vereinen als Rollrasen verkauft werden, zum Einsatz. Handarbeit ist hier schon ganz passé. „Auch unter meinen Schülern pflanzt in der Ausbildung in den Betrieben kaum noch jemand von Hand“, so Schaum. „Da gibt es fast nur noch Rollrasen.“ Auch in dieser Hinsicht war das sinnvolle Werk der bald ergrünten „Naturtribüne“ am Mäusberg eine wichtige Erfahrung. Über Sträucher und bodendeckende Pflanzen für den Wall habe man vorab ebenfalls nachgedacht, „das wäre aber zu teuer geworden“, sagte Schaum.

Quelle: op-online.de

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