„Der Radau ist unerträglich“

Anwohner fordern Lärmschutz an der B26

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Die Anwohner der Babenhäuser Straße in Altheim fordern einen Lärmschutz an der B26. Auf der B26 bei Altheim herrscht mal wieder viel Betrieb. Die Anwohner fordern nun eine Lärmschutzwand. 

Altheim - Ludwig Wießmann und Herbert Hackel kriegen jeden Morgen ein Konzert geboten. Doch leider keines der angenehmen Art. Viel mehr handelt es sich dabei um das Lärmkonzert, das von der B26 zu ihren Grundstücken in der Babenhäuser Straße in Altheim hinüber dröhnt. Von Sebastian Schwarz

Und in den letzten Jahren ist der Lärm immer stärker geworden, wie die beiden erzählen. Besonders schlimm sei jeden Tag der Berufsverkehr früh und abends. Vor allem die zahlreichen Lkw fielen dabei unangenehm auf. „Der Lärm durch das Verkehrsaufkommen ist mittlerweile nicht mehr erträglich“, findet Ludwig Wießmann, der fast 30 Jahre als Hauptamtsleiter bei der Gemeinde Münster tätig war. Ähnlich sieht die Sache auch Hackel. „Bei mir kann man im ersten Stock gar nicht mehr auf den Balkon sitzen, so laut ist es“.

Grund genug, dass die beiden Altheimer jetzt Lärmschutzmaßnahmen fordern. Ihr Ansinnen: Eine Lärmschutzwand soll den Geräuschpegel der angrenzenden Bundesstraße für die Bewohner der Babenhäuser Straße zumindest auf ein erträgliches Maß reduzieren. „Das wäre das Optimale“, erklärt Wießmann. Dass die Maßnahme dringend nötig ist, davon ist er überzeugt. „Alle Prognosen zeigen, dass die Verkehrsbelastung auf der B26 auch in Zukunft weiter steigen wird“, weiß der 76-Jährige. Sorgen bereitet ihm zudem, dass durch das Fiege-Logistikzentrum schon bald noch erheblich mehr Brummis auf der Bundesstraße unterwegs sein könnten.

Konkrete Vorstellungen zur Schutzwand

Konkrete Vorstellungen, wie die Schutzwand aussehen soll, haben Wießmann und Hackel auch schon. Mindestens vier Meter solle sie hoch sein und von der Ampelanlage an der Kreuzung in Altheim bis zum Ende der Babenhäuser Straßen gehen. Das wäre eine Strecke von rund 200 bis 300 Metern. In einem Brief haben sich die beiden Altheimer mit ihrem Ansinnen unter anderem an das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil, Münsters Bürgermeister Gerald Frank, die drei Fraktionen in der Münsterer Gemeindevertretung und Landrat Klaus Peter Schellhaas gewandt. „Seit vielen Jahren müssen die Anwohner den von der B26 ausgehenden Verkehrslärm ertragen“, heißt es darin.

Bei ihrer Forderung können die beiden auf zahlreiche Unterstützer bauen. Denn auch die Nachbarn sind vom Straßen-Radau offensichtlich zunehmend genervt. Bereits 60 Unterschriften haben sie gesammelt. „Das sind im Prinzip alle Anwohner der Babenhäuser Straße“, sagt Ludwig Wießmann. Erste Reaktionen auf das Schreiben haben die Altheimer schon bekommen. „Hessen Mobil hat uns gesagt, sie würden unsere Situation zwar verstehen, aber müssten sich an die geltenden Bedingungen für Bundesstraßen halten. Das heißt, sie können erst ab einem bestimmten Lärmpegel aktiv werden“, erzählt Ludwig Wießmann. „Sie haben uns eine Verkehrszählung vorgeschlagen“, fährt er fort.

„Wir behalten die Situation im Auge. Falls sich die Verkehrslage dort ändern sollte, könnte es in Zukunft eine neue Zählung geben“, erklärt indes Veit Göbel, Pressesprecher von Hessen Mobil“, auf Anfrage unserer Zeitung. Aktuell stehe jedoch keine neue Zählung an, verneint er die Zusage an die Altheimer. Ein Bild von der Lage vor Ort haben sich unterdessen bereits Bürgermeister Gerald Frank und die Münsterer SPD-Fraktion verschafft. „Die Bürger haben völlig recht mit ihrem Anliegen“, sagt Gerald Frank. Sein Eindruck, nachdem er im Garten von Ludwig Wießmann den Verkehrslärm mit eigenen Ohren gehört hat: „Der Lärm war phasenweise unerträglich.“ Das Problem sei nun allerdings, das auch Hessen Mobil deutlich zu machen. „Ich habe von dort Signale gehört, die nicht gerade positiv sind“, so Münsters Gemeindeoberhaupt. Grundlegendes Problem seien die leeren Kassen des Landes.

Aber noch ist in der Angelegenheit ja nicht das letzte Wort gesprochen. „Es wird schwierig sein, eine befriedigende Lösung zu finden, aber ich gebe nicht auf“, zeigt sich Bürgermeister Frank kämpferisch. „Solange ich nicht das Gefühl habe, dass es sinnlos ist, werde ich weiter nachhaken“, verspricht er. Auf die Unterstützung seiner Parteikameraden in der Münsterer Gemeindevertretung kann Frank dabei setzen „Wir unterstützen das Anliegen der Altheimer Bürger in jedem Fall“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Fritsch.

Quelle: op-online.de

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