AGV schreckt kein Wetter

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Diese feucht-fröhliche Runde aus Nieder-Roden nutzte das AGV-Angebot in Münster.

Münster (mj) - Als es am Mittwochnachmittag auf der Autobahn bei Gießen hagelte, klingelte kurz darauf in Münster bei Rosi Thalmann, Vize-Chorsprecherin vom Arbeiter-Gesangverein „Eintracht“, das Telefon.

Am anderen Ende war der Groß-Zimmerner Chorleiter Rainer Geitl, der von unterwegs fragte, ob das Open-Air der Chöre am Abend im Freizeitzentrum wirklich stattfinde. Die Antwort aus Münster war eindeutig: „Wir lassen uns vom Wetter doch nicht abschrecken. Die Bühne ist überdacht“, lautete die dezidierte Antwort.

Wer den AGV kennt weiß ohnehin, dass Absagen kaum in Frage kommen: „Wir hatten schon alle Wetter gehabt, von Eiseskälte bis Affenhitze mit Mückenplage“, erzählt Vorsitzender Manfred Löbig. Meistens habe man Petrus aber nicht auf seiner Seite. „Zumindest sind die Temperaturen im Gegensatz zu 2011 zweistellig“, sieht es Löbig kurz vor Beginn des Open-Airs optimistisch.

Zwölf Chöre hatte der AGV für die sechste Neuauflage eingeladen. Nur ein einziger sagte ab. Und das nicht wegen des Wetters, sondern wegen der Erkrankung seiner Sopran-Stimmen. Aufgrund der nasskalten Witterung blieben die Sänger mit ihrem Anhang aber weitgehend unter sich. Beim Aufwärmen half warmer Apfelwein.

Zahlreiche Chöre aus der Umgebung

Die Chöre kamen unter anderem aus Stockstadt, Nieder-Roden, Jügesheim, Dieburg oder Schaafheim. Wegen des großen Aufgebots sang jede Formation nur drei Stücke. Den Anfang machten die Gastgeber mit ihrem Chor „da Capo“. Auf die Frage, ob es sich lohnt, wegen drei Gesangsstücken von Weiterstadt oder aus dem Rodgau zu kommen, hat Gerd Oczko von der Polyhymnia aus Nieder-Roden eine klare Antwort: „Es geht nicht darum, ob sich das lohnt. Wir machen das gerne, weil es unsere Leidenschaft ist und weil wir etwas nach außen tragen wollen“, sagt er. So wurde im Freizeitzentrum bis 22.15 Uhr mit großer Begeisterung gesungen.

Am Donnerstag folgte dann - bei immer noch kalter Luft aber strahlendem Sonnenschein - das Waldfest. Die Sonne brachte dem AGV einen zufriedenstellenden Zuspruch. Der war auch wichtig, da das Waldfest für den Verein die einzige Einnahmequelle darstellt. „Wir sind im Internet auf diese Veranstaltung gestoßen“, erzählen acht Männer um die 50, die für einen Vatertagsausflug recht unauffällig auf ihren Garnituren sitzen. Es ist der Freundeskreis „Sektion Rodgau“. Mit dem Rad unterwegs wollen sie danach noch auf die Eppertshäuser Thomashütte, das Ober-Röder Waldfest im „Schillerwald“ sowie das Pfarrfest in Rollwald. „Wir brauchen keine Polizeieskorte“, deutet die Gruppe lachend an, dass es bei ihnen zwar lustig, aber nicht ausschweifend zugeht. Schließlich sei man im reifen Alter. Im Gegensatz zu vielen anderen männlichen Ausflüglern am Tag der Väter sind – bis auf eine Ausnahme – alle Väter. „Einer von uns hat drei Kinder und einer ist sogar schon Opa“, weiß Herbert (56). Neben dem jährlichen Vatertagsausflug fährt die Sektion jedes Jahr zum Hochgebirgsklettern und nimmt an einem Boule-Turnier teil. An diesen drei Terminen will die smarte Männerrunde auf ein bisschen Spaß nicht verzichten. So sieht man(n) es gelassen, dass die Frauen heute nicht dabei sind: „Die stehen sonst das ganze Jahr im Mittelpunkt. Und das sind immerhin 355 Tage.“

Quelle: op-online.de

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