Bürger kommen in großer Zahl zum Vorweihnachtstreff

Kleiner Markt, heimeliges Flair

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Alles da, was es zum Weihnachtsmarkt so braucht.

Münster - Viel könnte einem dazu einfallen: klein, aber fein. Niedlich. Überschaubar. Von Thomas Meier 

Und doch hat der Münsterer Weihnachtsmarkt im Vergleich mit seinesgleichen im Umland alles, was es zu einem vorweihnachtlichen Treffpunkt der Leut‘ braucht: Flair, Lichterglanz, Adventsstimmung, Bratwurst und Glühwein satt. Und wenn man genau hinschaute, tat sich rund um den Brunnen vorm Rathaus noch viel mehr auf. Dies in der Summe mag auch Grund dafür sein, dass der veranstaltende Gewerbeverein mit seiner raren Werbung im Vorfeld des Weihnachtsmarktes fürs erste Adventswochenende so geizte. Dieser Weihnachtstreffpunkt braucht bei seinen Fans keine Werbung. Die kommen auch ohne Flyer, Plakate, Zeitungsanzeigen, weil sie wissen, was sie an und mit ihm am sonst so verwaisten Rathausplatz haben.

Die Attraktion zum kleinen Weihnachtsmarkt in Münster ist der große Auftritt der Feuerspucker.

Laut Veranstalter wirkten auf dem beschaulichen Rund um den Brunnen und dem dazugehörigen Künstlermarkt im Rathausfoyer rund 26 Aussteller mit. Genug, um jede Menge Gäste Samstag- und Sonntagnachmittag anzuziehen. Klar, um 15 Uhr am Samstag sollte die Besinnlichkeit ganz behutsam in Fahrt kommen, ebenso wie das um diese Zeit zumeist noch arg verwaiste Kinderkarussell. Doch so mit der einsetzenden Dunkelheit strömten dann am Samstag auch schon die Neugierigen herbei. Der Glühwein kam in Wallung, brachte nicht nur die Verkoster ins Schwitzen, sondern auch die, die ihn heiß halten sollten.

Obligatorisches Weihnachtsmarkt-Heißgetränk

Die Temperaturen stimmten dabei sowohl für das obligatorische Weihnachtsmarkt-Heißgetränk wie auch für ebenfalls erwärmte Caipirinha oder kalte Schlappeseppel-Schoppen. Für die Kinder waren nichtalkoholische Getränke in mindestens ebenso reichhaltiger Abwechslung aufgefahren worden wie für die Erwachsenen Weingeistreiches. Weil vor allem Letzteres einer gescheiten Grundlage bedarf, waren auch allerlei Speisen im Angebot. Neben den Würstchen in traditionellen Darreichungsformen (Rinds- oder Bratwurst mit oder ohne Senf im Brötchen sowie als Curry-Variante im Pappedeckel) gab es auch allerlei Süßigkeiten. Von Crêpes über Waffeln oder gebrannten Mandeln reichte hier das Spektrum. Doch die längste Schlange mit den erwartungsfrohsten Gesichtern bildete sich vor der Fritteuse mit den verheißungsvollen „Kartoffel-Locken“.

Die unterschiedlichsten Vereine und Gruppierungen nutzten den Markt zur Vereinskassen-Auffrischung und der Selbstdarstellung. Da stellten sich etwa die Kerbburschen der Zukunft (2014) vor, die Christusgemeinde verteilte Bilderfibeln und Kalender, und die Pfadfinder zeigten,dass sie Ahnung haben von Lagerfeuerromantik. Klar, dass die Politprominenz sich blicken ließ im Jahr vor den Bürgermeisterwahlen, die Kindergärten entsandten ihre lieben Kleinen für einige Ständchen (so dass auch deren Anhang sich gern mal blicken ließ). Und so kam schließlich die Mischung an Weihnachtsmarkt-Besuchern zusammen, die einen solchen heimeligen, durchaus gewollt nicht touristisch geprägten Vorweihnachtstreffpunkt ausmachen.

Kleiner Markt, heimeliges Flair

Kleiner Markt, heimeliges Flair

Und gut, dass es dem ausrichtenden Gewerbeverein doch noch gelungen ist, für den Samstag die Feuerschlucker und -spucker von „Call of Flame“ zu verpflichten. Denn pünktlich zu deren Auftritt um 18 Uhr am Samstag war der kleine Platz vorm Rathaus erstmals gerammelt voll. Und als gestern Nachmittag um 16.30 Uhr der Nikolaus auf seinem Hundeschlitten angeritten kam, war’s freilich ganz genau so.

Quelle: op-online.de

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