Aufflackern der Holzfeuerung

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Schornsteinfeger Klaus Spielmann freut sich - im Ofen der Riedels brennt das erste Feuer und alles wurde fachgerecht abgenommen.

Münster - Was des einen Freud’, ist des anderen Leid – dieses altbewährte Sprichwort trifft derzeit immer wieder auf Bürger zu, deren Nachbarn mit Holz heizen. Von Jasmin Frank

Beschwerden häufen sich, auch gegenüber unserer Zeitung haben sich Leser Luft gemacht: Lüften sei nicht mehr möglich, Wäsche könne nicht im Freien getrocknet werden, überall stinke es nach Rauch.

Auch Bezirksschornsteinfegermeister Klaus Spielmann kennt das Szenario, weist aber darauf hin: „Wenn richtig gefeuert wird, ist das überhaupt kein Problem. Der Gestank entsteht zumeist dadurch, dass Abfälle verbrannt, nasses Holz genutzt, zu viel Holz auf einmal in den Ofen gelegt, oder aber auf zu kleiner Flamme geheizt wird. Wer eine Holzfeuerung betreibt, sollte sich deshalb immer gut beraten lassen und die Bedienungsanleitung der Feuerstätte genau durchlesen.“

Geruch nur das kleinere Problem

Seiner Meinung nach ist der bisweilen unangenehme Geruch aber nur das kleinere Problem: Schlimmer sind die Gefahren, die durch unsachgemäße Einrichtung einer Feuerstätte entstehen können. Diese Sorge haben Susanne und Dirk Riedel nicht mehr: Als sie sich für einen Kamin entschieden haben, ging ihr erster Weg direkt zum Schornsteinfeger.

„Uns war es wichtig, gut beraten zu sein. Es ist für den Laien gar nicht möglich, alle Richtlinien genau zu kennen. Außerdem gibt es verschiedene Varianten der Holzfeuerung und wir wollten genau wissen, was für uns das Richtige ist. Zudem müssen ja auch alle baulichen Veränderungen geklärt werden“, erzählt Dirk Riedel. Das Münsterer Paar hat den Schritt hin zum Holzofen vor allen Dingen der Gemütlichkeit wegen getan. „Es ist einfach eine ganz andere Wärme, wenn ein Feuer brennt, als wenn die Zentralheizung für die Temperatur sorgt. Und unser Hund Rico liebt Kaminfeuer sowieso“, schmunzelt Susanne Riedel.

Mit ihrer Entscheidung liegen die Riedels zwar im Trend, doch die meisten Menschen haben andere Gründe, zum altbewährten Holz zu greifen, wie der Schornsteinfegermeister weiß: „In der Regel geht es darum, die Heizkosten zu senken. Und das ist meines Erachtens nach auch vernünftig. Hat man eine Feuerstätte, ist man unabhängiger von Öl- und Gaspreisen und auch in Notzeiten mit Wärme versorgt. Fallen wieder einmal Hochspannungsleitungen um, sitzt man mit einem Holzofen nicht im Kalten.“

Vielzahl der Kamine bereitet Fachmann Sorge

Doch gerade die Vielzahl der Kamine ist es, die dem Fachmann Sorge bereiten. Viele Hausbesitzer gehen in den nächsten Baumarkt, kaufen einen offenen Kamin und los geht es mit einem munteren Feuerchen in den eigenen vier Wänden. „Das Wichtigste ist, sich vorher genau zu informieren, was man in seinem Haus überhaupt aufstellen darf. Hinzu kommen Regularien bezüglich der Nachbarn: Das nächste Fenster muss mindestens 15 Meter vom Kaminausgang entfernt sein“, weiß Spielmann.

Sicherheitsaspekte spielen eine große Rolle, wenn es um Feuer geht. Zu allen brennbaren Bauteilen müssen bestimmte Abstände eingehalten werden, insbesondere bei Dämmungen oder Fertighäusern in Holzbauweise gibt es vielerlei zu beachten, denn die Kaminrohre, die durch die Außenwand eines Hauses führen, können sich gefährlich erhitzen. Was die meisten Verbraucher nicht wissen: Jeder Kamin muss vom Schornsteinfeger abgenommen werden, sonst bezahlt die Versicherung im Brandfall keinen Cent. „Eine Beratung und Abnahme von uns Schornsteinfegern kostet nicht allzu viel. Wird sie nicht gemacht und es kommt zu Beschwerden von Nachbarn oder gar einem Schadensfall, hat man am falschen Ende gespart, denn Nachrüstung oder Schadensbehebung wird zumeist richtig teuer“, mahnt Spielmann.

Susanne und Dirk Riedel können jedenfalls beruhigt das erste Stück Buchenholz in ihren Kamin schieben, denn der Bezirksschornsteinfeger hat den Abzug gerade abgenommen. „Mit Beschwerden rechnen wir nicht, denn gut getrocknetes Buchenholz riecht nicht schlecht, und etwas anderes kommt uns nicht in den Ofen“, meinen die beiden und machen es sich mit Hund Rico auf dem Sofa bequem, das zwar in der Nähe des Ofens steht, aber natürlich ausreichenden Sicherheitsabstand hat.

Quelle: op-online.de

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