Aufruf zum Widerstand

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Einen massiven Einschnitt in die Landschaft kritisieren SPD, ALMA und Grüne in den Ausbauplänen der ASV, wie hier in der Überflugsimulation deutlich würde.

Münster ‐ Nein, die Vorstellung des Ausbaus der Bundesstraße 26 zwischen Dieburg und Altheim gefällt einer großen Anzahl heimischer Kommunalpolitiker überhaupt nicht. Von Thomas Meier

Die Planer des Hessischen Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), die ihre Expertise zur jüngsten Bürgerversammlung in Altheim präsentierten, bekommt nicht nur aus Bürgerreihen den massiven Protest zu hören, jetzt formulieren es SPD, Alternative Liste Münster und Altheim (ALMA) und Grüne auch noch schriftlich, was sie von der Planung halten: gar nichts. Sie sichern den Bürgern Unterstützung im Widerstand gegen die Ausbaupläne zu.

Die SPD-Fraktion sieht auf Altheim und Münster nur Nachteile zukommen: Mehr Lärm, mehr Schmutz und Feinstaub, mehr Verkehr, längere Wege zu den Auffahrten der B 26, ein zerstörtes Landschaftsbild mit bis zu zehn Meter hohen Rampen und Auffahrten, ein dauerhaft getrenntes Münster und Altheim, eine zusätzlich stark befahrene Kirchstraße und eine weitere Belastung der Anwohner in der Babenhäuser und Münsterer Straße.

Und Gerhard Bonifer-Dörr erklärt für ALMA und Grüne: „Was als Karte aus der Vogelperspektive und als animierte 3-D-Schau auf der Leinwand erschien, ließ die meisten der Anwesenden erschrecken. Ein bis zu 6,50 Meter hoher Damm würde den Ortskern von Altheim und seine Häuser an der Münsterer Straße trennen.“ Und zwei großzügig ausgebaute Aus- und Abfahrten auf die in der Ortslage überwiegend sogar vierspurige Trasse der neuen B 26 verändere das Landschaftsbild komplett. Der Lärm der Fahrzeuge, die statt heute auf der alten Trasse mit Tempo 70 dann mit bis zu 100 Stundenkilometer über diesen Autobahndamm führen, wäre ohne Lärmschutzwände gar nicht mehr in den Griff zu bekommen. Mit dem zweifelhaften Erfolg, dass der Damm sich dann einschließlich der Wände optisch auf über neun Meter erheben würde.

Für Bonifer-Dörr kämen diese Neubaupläne im Kern nicht weniger die Landschaft zerstörend und menschenfeindlich daher wie die alten Ausbaupläne aus den 1980er und 1990er Jahren, als noch vierspurig und mit noch höheren Bauwerken geplant worden war.

Die Parteien wappnen sich gegen die Plan-Umsetzungen: Die SPD wird parlamentarische Initiativen zur Verhinderung starten, Gespräche mit den Genossen der Nachbarkommunen, den Bundestagsabgeordneten und dem Landrat führen. Auch zieht sie ein überparteiliches Bündnis gegen den in dieser Form geplanten Ausbau der B26 in Erwägung.

Bonifer-Dörr ruft dazu auf, in dieser wichtigen Frage nicht Naturschutz und Menschenschutz gegeneinander auszuspielen, wie es in der Versammlung zum Teil angeklungen sei, als vorgeschlagen wurde, die Straße aus der Ortsnähe weg durch ein benachbartes Naturschutzgebiet zu führen. Es sei vielmehr die Sinnhaftigkeit des B 26-Ausbaus erneut und intensiv in Frage zu stellen. Sie werde – so seine Befürchtung – mehr Lkw-Verkehr anlocken und am Ende Teil des Problems sein und nicht einer Lösung.

Auf der parlamentarischen Ebene, so der ALMA-Fraktionsvorsitzende Bonifer-Dörr, wolle man mit den beiden anderen Fraktionen der SPD und der CDU sprechen mit dem Ziel, eine Sondersitzung der Gemeindevertretung zum Thema B 26 einzuberufen.

Quelle: op-online.de

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