Kreistierheim

Kritische Stimmen: „Aus Unkenntnis Stimmung machen“

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Ein Bereich für Pensionstiere, ein anderer für Fundtiere: Leiterin Barbara Mosch-Schlösser (links) und Mitarbeiterin Cornelia Romano auf dem Außengelände.

Münster - Kürzlich berichteten wir von den Plänen der Betreiberin des Kreistierheims, mit der Einrichtung aus Breitefeld nach Dieburg umzuziehen. Von Jens Dörr 

Bürgermeister Gerald Frank, auch Vorsitzender des Kreistierheim-Trägervereins, lobte die Arbeit des Teams um Barbara Mosch-Schlösser. In der Folge äußerten einige Tierfreunde Kritik. Zu dieser nahmen wiederum Mosch-Schlösser und Frank Stellung. Neben einzelnen Fällen von Tierheim-Besuchern, die sich vor Ort in Breitefeld oder bei telefonischen Anfragen nicht optimal betreut fühlten – was sich Monate später von Dritten kaum mehr seriös aufklären lässt – wiederholte sich vor allem ein Vorwurf: dass Unternehmerin Mosch-Schlösser im Auftrag der Kommunen Münster, Dieburg, Groß-Bieberau, Rödermark, Groß-Umstadt, Eppertshausen, Otzberg, Roßdorf, Schaafheim und Groß-Zimmern nicht nur das Kreistierheim betreibe, sondern auch eine Tierpension. „Das ist kein Tierheim mehr, das ist in erster Linie eine Pension“, drückt es etwa die Groß-Umstädterin Karin Hoffellner aus. Sie ist eine von sieben Personen, die sich in der Folge der Berichterstattung mit Kritik am Kreistierheim geäußert haben.

Dem treten Mosch-Schlösser und Frank deutlich entgegen. Im Heim zeigt die Leiterin sowohl im Bereich für die Hunde als auch im Katzenhaus, dass sie Fund- und Pensionstiere räumlich klar getrennt voneinander unterbringt. Die unterschiedlichen Bereiche befinden sich zwar nebeneinander auf demselben Grundstück und im selben Immobilienkomplex, was die Aufsichtsbehörde genehmigt habe. Klar heraus stellen Tierheim und Verein aber auch, dass die Tierpension zudem organisatorisch und finanziell klar vom Betrieb des Kreistierheims abgetrennt sei. „Die Pension wird durch die Mitgliedsbeiträge der Kommunen nicht subventioniert“, betonen sie. Für die als Tierhotel betriebenen Räumlichkeiten leiste Mosch-Schlösser mit ihrem Unternehmen Tierhotel Rhein-Main Mietabgaben an den Kreistierheim-Verein.

Auf der wirtschaftlichen Seite sei Mosch-Schlösser als Betreiberin ganz generell ein Glücksfall für den Verein, sagt derweil Friedhelm Saal. Der beruflich als oberster Finanzwächter der Gemeinde Eppertshausen Tätige bringt sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich im Tierheim-Verein ein, skizziert Mosch-Schlössers Umgang mit den öffentlichen Geldern als vorbildlich: „Es ist in dieser Hinsicht wie auch bei der täglichen Arbeit alles vollkommen in Ordnung, davon sind wir absolut überzeugt.“ Im vergangenen Jahr konnte durch den effektiven Einsatz des Geldes der von den Kommunen je nach Einwohnerzahl zu entrichtende Beitrag gesenkt werden. Eine weitere Senkung ist wiederum laut Frank denkbar.

Saal unterdessen ordnet auch die Vermittlungserfolge – 120 Tiere im vergangenen Jahr – und die geringe Belegung des Tierheims (eben wegen schneller Vermittlungen) als äußerst positiv ein. Er ärgert sich über die nun aufgekommene Kritik: „Aus Unkenntnis heraus wird Stimmung gemacht.“ Wohl auch deshalb seien gerade kürzlich wieder Veterinäramt und Finanzamt vor Ort gewesen. „Die haben aber nie was festgestellt. Wir im Verein, dem die Betreiberin ja berichten muss, ebenfalls nicht.“

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Für die Fälle, in denen die Kritiker monierten, dass eine Abgabe von Tieren im Kreistierheim in Breitefeld schwergemacht oder durch hohe Abgabekosten gefährdet werde, geht der Trägerverein unterdessen von einem falschen Verständnis mancher Tierfreunde mit Blick auf die Aufgabe der Einrichtung aus: Es gehe um die Aufnahme und Betreuung von Fundtieren in den Mitgliedskommunen. Dies regele das Fundrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch. „Die Abgabe eines Fundtiers beim Kreistierheim ist und bleibt kostenlos. Allerdings ist klar zwischen Fundtier und Abgabetier zu unterscheiden.“

Wenn ein Halter sein Tier beispielsweise wegen eines Umzugs oder Krankheit dauerhaft abgeben möchte, handele es sich um ein Abgabetier, womit die Annahme nicht kostenlos erfolgen könne. Und: „Das Kreistierheim ist auch nicht dafür zuständig, streunende Tiere einzufangen. In diesem Fall ist die Polizei zu kontaktieren.“

Quelle: op-online.de

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