„Dieburger Dreieck“

Ausschuss empfiehlt gewerbliche Nutzung

Dieburg/Münster - Seit Montagabend ist es ein Stück weit wahrscheinlicher, dass das „Dieburger Dreieck“ künftig gewerblich statt landwirtschaftlich genutzt werden darf. Von Jens Dörr

Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr unter Vorsitz von Herbert Nebel (Grüne) empfahl nach 85-minütigem Treffen dem Parlament für seine nächste Sitzung die Umwidmung des Areals zwischen dem Haus Hubertus und der B 26 Richtung Altheim. Hier will das Unternehmen Fiege ein Großlager, vor allem für Reifen, bauen. Der Ausschuss empfahl einstimmig das, was auch der Magistrat der Stadt Dieburg schon dem Parlament nahegelegt hatte. Es wäre bei Beschluss durch die Mehrheit der Stadtverordneten die 15. Änderung des Flächennutzungsplans. Durch sie sei indes noch keine endgültige Entscheidung pro oder kontra Fiege gefallen, sondern lediglich die allgemeine Bereitschaft signalisiert, Gewerbe auf dem „Dieburger Dreieck“ zuzulassen.

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Fiege braucht später noch die Zustimmung zu einem aufzustellenden Bebauungsplan. Besonders mit Blick hierauf haben sich Mitglieder der Bürgerinitiative Bebauung des Dieburger Dreiecks (BIBDD), aber auch weitere Bürger, Behörden und Träger öffentlicher Belange mit Einwendungen zu Wort gemeldet. Zwar richteten sich viele der insgesamt 264 Einwendungen, die sich teils wiederholen, gegen den Flächennutzungsplan, benannten aber Inhalte, auf die erst im Rahmen der Abstimmungen über die Einwendungen zum Bebauungsplan eingegangen werden kann. Am Montag setzten die Ausschussmitglieder die Abstimmungen über die verbliebenen Einwendungen zum Flächennutzungsplan fort, womit sie in einer Sitzung am Donnerstag der Vorwoche begonnen hatten. Jede Einwendung war hier separat zu berücksichtigen – ob sich die Inhalte wiederholten oder nicht.

Zahlreiche Besucher bei Sitzung

Auch dieses Mal verfolgten zahlreiche Besucher die Sitzung. Sie kamen überwiegend aus BIBDD-Reihen und waren 40 an der Zahl. An sie richtete sich Bürgermeister Werner Thomas (parteilos) mit einer auch von Stadtverordneten-Vorsteher Harald Schöning (CDU) unterschriebenen Klarstellung, die er zu Beginn der Sitzung verlas: „Die Unterstellungen der Bürgerinitiative, es hätte keine Auseinandersetzung mit den Stellungnahmen und den Beschlussvorschlägen gegeben, sind ehrenrührig und entbehren jeglicher Grundlage“, so Thomas. Verwaltung, unterstützt von Wolters Partner (Architekten & Stadtplaner GmbH aus Coesfeld), und Fraktionen hätten sich „in mehreren Sitzungen mit der Thematik auseinandergesetzt“.

Nur vereinzelt unterbrochen von Nachfragen, die meist Schöning, Marc Hiltrop (CDU) und Heribert Sürder (UWD) stellten, folgten die Ausschussmitglieder oft einstimmig den ausgearbeiteten Beschlussvorlagen zu den Einwendungen, die meist nicht berücksichtigt wurden oder inhaltlich wie beschrieben erst den Bebauungsplan betreffen. Das ist etwa bei den Punkten Verkehr, Lärm, Artenschutz und Entwässerung der Fall.

Die Dieburger Stadtverordneten tagen öffentlich am 12. Dezember um 19.30 Uhr im Rathaus. Der letzte der elf Punkte in der Tagesordnung sieht den Beschluss über die Änderung des Flächennutzungsplans vor. Über den Bebauungsplan wird wohl erst Anfang 2014 gesprochen. Auch dann dürfte es wieder voll werden im Saal. Wie Peter Stiller (Altheim, Stellvertreter der BIBDD-Vorsitzenden Michaele Krumbach) nach der vergangenen Sitzung mitteilte, ist die Initiative auf inzwischen 380 Mitglieder angewachsen. Wohl auch aufgrund einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit hat die BIBDD in Dieburg und Umgebung für ihre Zwecke bereits 1200 Unterschriften gesammelt.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Archiv: Fiege

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