Aussiedlerhof bei Altheim

Neu sind Verbotsschilder

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Wenn man nur wüsst’, was drinnen steckt: Auf böse Überraschungen darf man sich gefasst machen, was den Inhalt der vielen „wild geparkten“ Container auf Altheims Äckern angeht.

Münster - Auch wenn langsam Gras über die misslichen Zustände des Aussiedlerhofes bei Altheim wächst, keine Rinderhufen sich mehr durch Matschwiesen quälen müssen, bleiben viele Fragen offen. Der Kreis erklärt auf Nachfrage, er dränge auf nachhaltige Veränderungen. Von Thomas Meier 

Beschaut man sich das Gelände rund um den zwangsgeräumten Bauernhof des Ortslandwirtes von Münster, Altheim und Eppertshausen, so fällt einem bei genauerem Hinsehen eine erste, minimale Neuerung auf: Verbotsschilder hängen an frisch aufgestellten Absperrgattern rund ums Gehöft. „Privatgrundstück. Betreten verboten“ heißt es mehrfach, bei manchen gelben Hinweisen prangt noch der Zusatz „Videoüberwacht“. Doch der beste Schutz des Areals dürfte sein jämmerlicher Zustand sein, denn derzeit steht das ganze Terrain rund ums verlassene, zwangsversteigerte Gebäude großflächig unter Wasser. Dennoch sieht man jetzt, wo die Vegetation noch nicht sehr ausgeprägt ist, was noch so alles auf den landwirtschaftlichen Flächen deponiert ist, dort aber sicherlich nicht hinzugehören scheint. Dabei sind nicht die großen, größtenteils verrosteten Container gemeint, die in großer Zahl rund ums Hofgelände verteilt stehen. Seit Jahren schon möchten nicht nur Nachbarn, sondern auch Münsters Ordnungsamt wissen, was in ihnen so alles deponiert wird. Aus einigen der alten Behältnisse wachsen mittlerweile Bäumchen und Unkraut heraus, andere künden von Altmetall und Schrotteinlagerungen.

Neu sind nur die Verbotsschilder an provisorisch aufgestellten Zäunen und Gattern, ansonsten präsentiert sich der Hof des zwangsgeräumten Landwirts noch immer in bedauernswertem Zustand.

Bauschutt liegt herum, beispielsweise riesige Betonsäulen ganz in der Nähe des von den Behörden mehrfach angeprangerten Freiluftstalles. Auch in und um die großdimensionierten ehemaligen Gewächshäuser herum liegen Bauschutt und andere, undefinierbare Materialien herum. Durch die schon lange zersplitterten Glasscheiben erspäht man stillgelegte Autos, teilsweise osteuropäischer Bauart. Doch solche Oldtimer gehören auch nicht auf den Acker. Nun gehört das Areal vor den Toren Altheims einem Groß-Umstädter, der es vor knapp einem Jahr bei einer Zwangsversteigerung erwarb und lange warten musste, bis er von ihm auch Besitz ergreifen konnte. Wir wollten vom Landkreis wissen, ob er bereits an den neuen Eigner wegen der zahlreichen Hinterlassenschaften nicht-landwirtschaftlicher Natur rund um das Anwesen herangetreten ist. Der Kreispressestelle war dies ein knappes Ja als Antwort wert.

Schon etwas ausführlicher fällt die Antwort auf die Frage aus, ob die Bauaufsicht wegen der undefinierbaren Ablagerungen in den Containern, dem Bauschutt oder den alten Gerätschaften und Schrottfahrzeugen in den Ex-Stallungen und auf den Wiesen intervenierte. Ja, entsprechende Verfahren seien gegen den Ortslandwirt in der Vergangenheit eingeleitet worden, heißt es vom Presseamt, und: „Mit dem Rechtsnachfolger wird derzeit das weitere Verfahren abgestimmt.“

Neu sind nur die Verbotsschilder an provisorisch aufgestellten Zäunen und Gattern, ansonsten präsentiert sich der Hof des zwangsgeräumten Landwirts noch immer in bedauernswertem Zustand.

Zahlreiche Beschwerden und Anzeigen gingen in den vergangenen Jahren bei den Behörden wegen der unhaltbaren Zustände ein. Für den unbeteiligten Zuschauer verliefen sie folgenlos. Jetzt erklärt der Landkreis auf Nachfrage, ob die vom Land vertriebenen Bauern beackerten Flächen auf untergepflügten Bauschutt, Abraum oder andere Materialien mittlerweile mal untersucht wurden: „Soweit dem Landkreis diese Flächen mitgeteilt wurden, hat eine Begutachtung und Ahndung stattgefunden.“ Wir berichteten Anfang Dezember auch vom untergepflügten Unrat auf den Merck’schen Wiesen an der Thomashütte und den vom Darmstädter Unternehmen, dem diese Ländereien gehören, angestrengten „notwendigen rechtlichen Schritten“ gegen den Landwirt, dem fristlos der Pachtvertrag gekündigt worden war. Der Kreis, befragt, ob er Kenntnis vom Zustand der Wiesen in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet habe, erklärt: „Diese werden derzeit überprüft.“

Quelle: op-online.de

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