Ausstellung Kunst zwischen der Kerb

Kreative Auffrischung

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Kunst nicht nur zwischen Kerb, sondern auch zwischen Gickel und Dackel interessierte die Besucher.

Münster - „Die Ausstellung Kunst zwischen der Kerb gehört mittlerweile als Kunstereignis fest in die Region“, sagt Bürgermeister Walter Blank. Das klingt nach Selbstbewusstsein, wenn Begriffe wie „Ereignis“ und statt Gemeinde „Region“ fallen. Von Michael Just

Unrecht hat er damit nicht: Bereits zum zwölften Mal fand am Wochenende das beliebte Stelldichein von Kunstschaffenden in der Kulturhalle statt. Bei der Eröffnung erlebte die Schau zudem einen kleinen Ansturm, so dass die Helfer beim Begrüßungssekt reichlich zu tun hatten.

Erneut präsentierte sich die Kunst als facettenreich: Unter anderem waren Schmuckdesign, Teddys, Porzellanmalerei, aufwendige Textilgestaltungen sowie Gemälde mit ungewöhnlichen Motiven und Stilen zu bewundern.

In seiner Begrüßung erinnerte Blank daran, dass die Gemeinde damit Verantwortung in Sachen Kulturförderung übernimmt. Dass die Schau jetzt nur noch an einem Wochenende, und nicht wie zuvor an zwei Wochenenden sowie den Werktagen dazwischen zu sehen ist, betrachtet er nicht als Verlust: „An der Attraktivität und am Reiz geht nichts verloren.“

Die Reduktion gehört zu den jüngsten Neuerungen. Als zu lang präsentierte sich davor der Ausstellungszeitraum, vor allem für Berufstätige. Dazu kamen unter der Woche nicht so viele Besucher. Eine Abstimmung im lokalen Künstlerkreis ergab, dass ein Wochenende ausreicht. Das sahen nicht alle so: „Da lohnt doch kaum der Aufbau“, war vereinzelt zu hören. Vor allem Kunsthandwerker, die nicht nur zeigen, sondern verkaufen wollen, waren enttäuscht. Einige entschieden sich zum Pausieren.

Künstler von außerhalb

Dass der Verkauf nicht immer einfach ist, weiß Porzellanmalerin Cornelia Lang: „Allgemein hat die Kaufkraft nachgelassen. Viele sagen ,wunderschön’ und gehen weiter“, erzählt sie. Man treffe aber auch auf Liebhaber, so dass immer ein bisschen was verkauft werde.

Die zweite große Neuerung bestand in der Zulassung von Künstlern aus der Region. „Dafür haben wir bekannte Kreative eingeladen. Das verleiht der Sache neuen Schwung“, erzählt Gemeindemitarbeiterin Nicole Ewig. So kamen rund die Hälfte der 34 Künstler von außerhalb. Die brachten nicht nur neue Exponate, sondern auch neue Besucher mit.

Das beste Beispiel für mehr Schwung war Horst Nungesser aus Rheinböllen im Hunsrück. Agil und motiviert, war er an allen Ecken zu finden. Als Dankeschön für seine Einladung überreichte er zusammen mit Oxana und Arno Helmke ein Bild an Bürgermeister Walter Blank. Er gehörte auch zu der Gruppe, die zusätzlich 20 kleine Aquarelle spendete, deren Verkaufserlöse an krebskranke Kinder gehen. Ein weiteres Geschenk erhielt Blank von Hans-Peter Schmücker, der sich für die Münsterer Künstler bedankte, dass ihnen die Gemeinde seit Jahren mit der Kunst zwischen der Kerb eine Möglichkeit zur Präsentation bietet.

Für Inge Eckmann, die seit Jahren fest zum lokalen Künstlerkreis gehört, wird sich bis November zeigen, ob sich die externen Künstler auch in den Stammtisch integrieren lassen. Der trifft sich einmal im Monat. Vor allem wenn es auf die Ausstellung zugeht, wird’s voll.

Quelle: op-online.de

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