Des Baches Plätschern abgelichtet

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Walter Saaler vor einem Teil seiner Bilder, die noch bis Ende des Monats im Foyer des Rathauses ausgestellt sind.

Münster - Es fehlt nur noch das dezente Plätschern aus den Lautsprecherboxen im Foyer des Münsterer Rathauses, um den Gast in eine ganz besondere Welt eintauchen zu lassen: Die des kleinen Kimbachs, eines Odenwälder Bächleins nahe Bad König. Von Thomas Meier

Von diesem eigentlich für den Normalbetrachter eher unscheinbaren Fließgewässer hängen noch bis Ende des Monats 23 großformatige Bilder in einer Ausstellung im Rathaus. Aufgenommen hat die surreal anmutenden Bach-Ansichten Walter Saaler, seit 15 Jahren Fotografenkünstler aus Passion. Saaler ist „echter Minsterer“, eigenem Bekunden zufolge der agilste 68er Kerbborsch des Ortes und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

Der Feintäschner – er lernte in Münster bei Theo Michael Schneider – und spätere Bauhelfer brachte sich die Fotografie selbst bei. Anfangs noch analog und nur darauf bedacht, den Augenblick einzufangen ohne sich von technischen Details ablenken zu lassen. Er war Kunde, wie ihn sich der gelbe Riese Kodak einst immer gewünscht hatte, getreu dem Motto: Ihr drückt den Knopf, wir machen den Rest.

Deshalb wohl hatte er auch zunächst der digitalen Lichtbildnerei gegenüber „einige Vorbehalte“, wie er gern einräumt. Doch schon lange möchte er seine kleine moderne Spiegelreflex nicht mehr gegen eine Kamera mit Filmbetrieb eintauschen. Wenngleich: „Mit dem Computer hab ich es nicht so. Da lass ich mir schon manchmal helfen.“ Nun, helfen brauchte ihm bei seinem jetzt präsentierten farbenprächtigen Werk niemand. Alles in Eigenregie ins rechte Licht gesetzt und ansonsten unbearbeitet vom Fachlabor auf 50 mal 75 Zentimeter große Farbbelichtungen bringen lassen.

Bereits einmal stellte Saaler im Münsterer Rathaus aus. Damals waren Sonnenuntergänge sein Pläsier. Für die neue Schau mit immer wiederkehrend gleichem Motiv brauchte der Autodidakt zwei Jahre Zeit. Immer wieder packte er seinen Fotoapparat und fuhr per Velo oder mit dem Auto zum für ihn magischen Kimbach. „Die Sonne musste stimmen, meine Laune und allerlei mehr“, sagt der Lichtbildner. Als echter Münsterer mag er zwar auch alles Lokale im Bilde festhalten, fotografiert gar als VdK-Vorstandsmitglied die Ausflüge und Festivitäten fürs Internet, doch die Gersprenz taugte nicht als Motiv für das, was er im Bächlein zu entdecken trachtet. Zu dunkel die Brüh, zu schnell der Abfluss des Wassers. Da liebt er doch seinen Odenwälder Bach. Der glitzert und spiegelt die Welt um sich herum wie kein anderes Wasser. Man muss sich schon auf die Feuchtbiotope einlassen, will man die meditative Kraft spüren, die Saaler verzaubern.

Landschaften sind ihm weitere Herausforderungen, denn der Naturfreund ist auch sehr reisefreudig. „Und Versuch und Irrtum heißen meine Lehrmeister“, meint er schmunzelnd. Ob er weitere Pläne und Motive für künftige Ausstellungen hat? „Wird noch nicht verraten“, sagt er, nur soviel: Ihm fehlt noch ein kundiger Partner, und dann könnte gar mal ein Ortskalender dabei herauskommen.

Schauen wir mal.

Quelle: op-online.de

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