Bach auf Xylophon gespielt

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Eigentlich für die Geige geschrieben, spielte Markus Danz ein Stück von Bach auf dem Xylophon - eine Tonspanne, die sich sonst über fünf Saiten verteilt, wurde so mit zwei Klöppeln abgedeckt.

Münster ‐ Musik kann man hören, aber kann man sie auch spüren? Unter dem Motto „Musik zum Anfassen“ bot der Musikverein Münster eine weitere Veranstaltung in seiner Matineereihe an. Von Jasmin Frank

Dabei wurden zum einen Stücke der Musiker des Vereins präsentiert, zum anderen aber auch Informationen darüber gegeben, wie Instrumente Töne erzeugen und welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Tonwerkzeugen gibt.

„Viele sagen, sie hätten kein musikalisches Talent“, meinte Moderatorin Veronika Berker und fuhr fort, „aber die meisten haben doch schon einmal in eine Wasserflasche gepustet. Und wer dabei einen Ton hervorbringt, hat schon den ersten Schritt zur Querflöte gemacht.“ Berker wies darauf hin, dass es Orchester gibt, die bekannte Stücke komplett auf unterschiedlich hoch gefüllten Flaschen spielen können.

Nach den Schulferien gibt es fünf Konzerte

Den Unterschied zwischen Wasserbehältnis und Querflöte zeigten dann gekonnt Christine Hinze und Alena Bell, die Lieder aus der Zauberflöte zum Besten gaben. Ihnen folgte ein Instrument, dass nicht alle Tage zu sehen und zu hören ist: das Xylophon. „Es gehört in die Gruppe der Schlagzeuge und ist sehr vielfältig. Heute hören wir ein Stück von Bach, das eigentlich für die Geige geschrieben wurde. Jeder kann sich vorstellen, dass es unglaublich kompliziert ist, mit zwei Klöppeln eine Tonspanne abzudecken, die sich sonst über fünf Saiten verteilt“, kündigte Berker den besonderen Auftritt an. Markus Danz absolvierte seinen Vortrag dann bravourös und bekam viel Applaus. „Ich habe schon mit fünf Jahren angefangen Schlagzeug zu spielen. Mit dem Xylophon habe ich vier Jahre später begonnen, weil es im Musikverein gebraucht wurde. Heute spiele ich beides“, meint der 17-Jährige. Schlagzeug mache ihm mehr Spaß, das Xylophon beherrsche er aber besser, sagt der Münsterer bescheiden.

Der nächste musikalische Höhepunkt des Musikvereins steht am 20. März auf dem Programm, wenn auf dem traditionsreichen Frühlingskonzert das Jugendorchester und das Große Orchester um 19.30 Uhr ihr Können in der Kulturhalle präsentieren.

Dabei spielt er das Instrument auch schon im Landesjugendsymphonie-orchester, für das er auch viel Freizeit aufwendet. „Wir proben immer zwei Wochen in den Schulferien und geben im Anschluss so gut fünf Konzerte“, erzählt Danz. Seine Freunde finden es nicht merkwürdig, dass er seine Ferien mit Musik verbringt, die meisten davon seien ohnehin auch musikalisch. Außerdem hat der Jugendliche noch andere Hobbys wie Fußball und Computerspielen, so dass er nicht völlig in der Musik aufgeht. Nach dieser Darbietung waren noch Waldhörner und Klarinetten zu hören, das Finale machte das Blechbläserensemble.

Nach den Vorführungen ging es dann vom Hören zum Anfassen: Wer wollte konnte die Instrumente ausprobieren und so einmal in Ruhe kennen lernen. Das Angebot richtete sich vor allem an Kinder, wird doch auch in diesem Jahr wieder ein neues Vororchester für Jungen und Mädchen ab acht Jahren gegründet. Wer daran Interesse hat, kann sich auf der Homepage informieren.

Quelle: op-online.de

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