Begegnungen mit Meer-Menschen

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Die Münsterer Autorin Sofie Capasso bringt mit dem Fantasy-Roman„Ozeanaugen“ ihr mittlerweile drittes Buch auf den Markt.

Münster - Was haben ein kleiner Teddy mit Weihnachtsmütze, ein Mädchen mit blonden Locken und ein Fremder mit faszinierenden Augen und einem tiefgründigen Geheimnis gemein? Sie sind allesamt der Fantasie von Sofie Capasso entsprungen und Hautprotagonisten in ihren Büchern. Von Thomas Meier

Jetzt erscheint mit „Ozeanaugen“ das dritte Werk der Autorin aus Münster. Nach zwei Kinderbüchern wendet sie sich mit diesem Fantasy-Roman, einer faszinierenden Liebesgeschichte, an Jugendliche und junge Erwachsene. Und die 1977 in Dieburg geborene Kreative hat auch noch eine weitere schriftstellerische Ader, über die sie mit unserer Zeitung sprach. .

Die Liebe zum geschriebenen Wort wurde der Münsterin mit holländischer Mutter und deutschem Vater schon in die Wiege gelegt. Bereits in der Schule auf der Aue fiel ihre flotte Feder auf, tat sie sich doch in der Schreibwerkstatt hervor und gewann auch einen Schulwettbewerb mit einer Kurzgeschichte, die einige Jahre später ausgebaut zu ihrem Erstlingswerk heranreifen sollte: „Teddy Tinos Weihnachtstagebuch“.

Bis zur Geburt ihrer heute fünf Jahre alten Tochter Angelina war Sofie Capasso in der Computerspiele-Branche tätig, zuletzt als Marketing- und PR-Assistentin für Europa. Und sie besann sich zuhause ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben. „Nur auf die Kinder aufpassen konnte nicht alles sein“, lacht die Autorin, die mit ihrem Mann noch den dreijährigen Sohn Fabio großzieht. Auf privater Sinnsuche war die sich selbst als lesebegeistert beschreibende Autorin also schnell fündig geworden. Ihre Lieblingsliteraten sind Stephanie Meyer, Hera Lind, Stephen King oder die Potter-Erfinderin Joanne K. Rownling. Und getreu ihrer Lieblings-Lebensweisheit „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ schmiedete sie ihr Glück mit dem Laptop und schrieb ihre ersten beiden Kinderbücher, die sie 2009 kurz hintereinander über Books on Demand herausgab.

„Nun hatte ich Blut geleckt“, erinnert sich Capasso, die auch angenehm von den ersten Verkaufszahlen überrascht war und sich in ihrer Arbeit bestätigt sieht. „Jetzt wollte ich mehr!“ Als Fan von Fantasie-Geschichten hatte sie jedoch keine Lust, den 200. Vampir-Roman herauszubringen. In Münsters Inselviertel, in dem sie mit ihrer Familie seit sieben Jahren lebt, ersann sie mit „Ozeanaugen“ eine eigene Parallelwelt, die ihre Hauptfigur Luna in ungeahnte Tiefen führt. Eine Textprobe:

„Als Luna nach dem Tod ihres Vaters ihre Heimatstadt Frankfurt verlässt und mit ihrer Familie an die Nordsee zieht, ist sie am Boden zerstört. Sie ahnt noch nicht, dass ihr dort der französische Austauschschüler Nikanor begegnen wird. Der unnahbare Fremde mit den faszinierenden Augen zieht sie schnell in seinen Bann. Doch was hat er zu verbergen? Warum entzieht er sich ihr zuerst, obwohl er ebenfalls Gefühle für sie zu haben scheint? Was haben ihre seltsamen Träume damit zu tun? Luna ist fest entschlossen, hinter sein Geheimnis zu kommen und stößt auf eine Wahrheit, die ihre Liebe in große Gefahr bringt…“

Nur soviel: Mit Nikanor gelangt nicht nur Luna, sondern auch der Leser zu den Meer-Menschen.

„Ozeanaugen ist mein wichtigstes Buch. Wow – hier habe ich eine eigene Welt entwickelt“, staunt die Schreiberin über sich selbst. Sogar das Buchcover stammt aus ihrer Feder: Sie malte die tanzenden Wellen und wasserblauen Augen auf dem tiefgründigen Meer.

Eine befreundete Deutschlehrerin und ihre Sandkastenfreundin waren die ersten Leserinnen der ungewöhnlichen Liebesromanze (ISBN 978-3-8423-6262-8, Paperback, 284 Seiten, 16,50 Euro). Beide hätte sie darin bestätigt: „Hier darf noch nicht Schluss sein.“ Und obwohl die Handlung in „Ozeanaugen“ eine abgeschlossene ist, plant Capasso, eine Trilogie über ihre Meeresmenschen zu verfassen.

Und die Autorin von Jugendbüchern erfand noch etwas neu: Angela Fabiani. „Diesen Namen habe ich als Pseudonym gewählt, unter dem ich erotische Geschichten und Gedichte veröffentlichen werde.“ Warum ein Pseudonym? Weil sie sich eigentlich als Kinder- und Jugendbuchautorin sieht. Ihr erstes Buch, „Frühlingsgefühle – erwachte Lust“, ist bereits bei BOD erschienen (ISBN 978-3-8423-5628-3, Paperback, 156 Seiten, neun Euro). Darin befinden sich ein prickelnder Roman und einige sinnliche Gedichte. Doch dies ist eine andere Geschichte.

Quelle: op-online.de

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