Begeisterung beim Afrikafest

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In eine Spinne verwandelte sich ein Akrobat der Gruppe Adesa. Der Künstler machte das achtbeinige Insekt in seinen Bewegungsabläufen erstaunlich echt nach.

Münster ‐ Ein bisschen gruselig und unheimlich fanden die jüngsten Besucher des Afrikafestes in Münster die Spinne schon. Beim unbestrittenen Höhepunkt, dem Auftritt der ghanaischen Trommelgruppe Adesa verwandelte sich einer der Akrobaten in eine solche: So geschickt ahmte er, auf den Armen sich fortbewegend, eine Spinne nach, dass manches Kind im Zuschauerrund zurückwich. Von Ulrike Bernauer

Wobei die Künstler das Publikum eher zum Lachen brachten. Die beiden Akrobaten Korkoi Odametey und Lawrence Otoo verwandelten sich am Samstagnachmittag in der Kulturhalle nicht nur in das vielbeinige Spinnentier, sondern auch in einen Elefant, einen Geier oder zwei Affen. Den Musikern der Band gelang es, das Publikum in seine bunte Show einzubeziehen und auch den ganzen Saal beim Mitklatschen, Mitspringen und Singen in Bewegung zu bringen.

Zu schauen gab es viel bei diesem bunten Fest des Vereins Nima – so auch bei einer Modenschau: Töchter und auch einige Söhne von Fördermitgliedern des Vereins hatten sich in die bunten Kleider gewandet und zeigten sie einem begeisterten Publikum. Eine der Jüngsten, Fausia, wollte den Laufsteg gar nicht mehr verlassen, sondern stimmte lautes Protestgeschrei an, als sie den anderen Kindern Platz machen sollte.

Großer Andrang auf die Kleider aus Ghana

Hilfe vom Weltmeister: Jörg Rosskopf zeigt Ole Krawinkel die Handhabung des Schlägers.

Groß war der Andrang auf die Kleider nach der Modenschau. Genäht in Ghana, wurden sie dann nämlich in Münster verkauft. Insgesamt war das Fest für den Verein auch sonst finanziell ein Erfolg. Obwohl von den zahlreichen Besuchern kein Obolus für den Eintritt erhoben wurde, nahm der Verein über den Verkauf von ghanaischem Essen, Kunstgewerbe und Spenden 5000 Euro ein, die den drei geförderten Projekten des Vereins zugute kommen. Viele Münsterer freuten sich auch, einen ihrer berühmtesten Söhne zu sehen: Tischtennisweltmeister Jörg Roßkopf zeigte in einem Schaukampf sein Können und begeisterte so manches Kind, einige durften nämlich gegen den Weltmeister antreten. Und auf eine Autogrammkarte waren fast alle Kinder scharf.

Nähere Informationen zum Verein, den Projekten oder einer Mitarbeit gibt es unter 06071 33392 oder auf der Internetseite des Vereins.

Afrikanisch tanzen konnten die Besucher des Festes nicht nur bei der abendlichen Cocktailparty. Richtig erlernen durften sie einige Schritte schon vormittags bei einem Workshop mit dem ghanaischen Tänzer David Arthur Hagan, der mit einer Teilnehmerin des Workshops am Nachmittag den afrikanischen Tanzstil zeigte. Günther Frey, Gründungsmitglied des Vereins, dankte den zahlreichen Helfern – über 100 waren an der Vorbereitung und Organisation des Festes beteiligt – für ihr Engagement. Insgesamt drei Projekte unterstützt der 2006 gegründete Verein in Ghana. Dazu gehört eine Partnerschule in Tuba, rund 30 Kilometer von der ghanaischen Hauptstadt Accra entfernt. Nima, Namensgeber des Münsterer Vereins, ist ein Armenviertel der Hauptstadt, hier fördert der Verein Kinder und Jugendliche, indem er ihnen eine schulische oder berufliche Ausbildung ermöglicht. Drittes Projekt im Bunde ist das Waisenhaus „One Love Children’s Home“, das zurzeit 19 Kindern ein Heim bietet. Unterstützt wird das Waisenhaus durch Paten für die Kinder, einer der Paten ist Tischtennislegende Jörg Roßkopf.

Wir sind nicht nur ständig auf Spenden angewiesen, um die kontinuierliche Förderung unserer Projekte zu ermöglichen“, sagt die Vorsitzende Anna Zaaki. Der Verein sucht immer wieder Freiwillige, die sich für einige Monate Arbeit in Ghana zur Verfügung stellen.

Quelle: op-online.de

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