Beim Personal wird’s eng

Feuerwehr-Bedarfsplan 2020 für Münster sieht nicht nur neues Gerät vor

In der Schlauchwerkstatt: Timo Kreher, stellvertretender Gemeindebrandinspektor und einziger hauptamtlicher Feuerwehrmann in Münster, bekommt immer mehr Arbeit. Nicht nur in der Geräteunterhaltung, hauptsächlich wächst der Aufwand an Dokumentation und Bürokratie stetig an.
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In der Schlauchwerkstatt: Timo Kreher, stellvertretender Gemeindebrandinspektor und einziger hauptamtlicher Feuerwehrmann in Münster, bekommt immer mehr Arbeit. Nicht nur in der Geräteunterhaltung, hauptsächlich wächst der Aufwand an Dokumentation und Bürokratie stetig an.

Die Gerätschaft ist für eine Freiwillige Feuerwehr wichtig, doch mindestens ebenso bedeutsam ist das Personal. Im Bedarfs- und Entwicklungsplan 2020, der in Münsters Gemeindevertretung zur Beschlussfassung vorliegt, heißt es in der Schlussbetrachtung, dass die Wehr im Ort „grundsätzlich“ und „den örtlichen Verhältnissen entsprechend“ gut und leistungsfähig aufgestellt ist. Damit dies auch so bleibt, muss für die Zukunft einiges getan werden.

Münster – „Rückblickend auf die großen Schadensereignisse wie den Sturm Fabienne im Jahr 2018 oder den Waldbrand im Ortsteil Breitefeld im Jahr 2019 zeigen deutlich auf, dass die Freiwillige Feuerwehr Münster nicht nur im Bereich der Einsatzkräfte, der Ausrüstung, sondern auch in der Ausbildung den Schutz der Gemeinde Münster gewährleisten kann“, erklärt Gemeindebrandinspektor Florian Kisling. Um die Feuerwehr Münster auf diesem hohen und schlagkräftigen Leistungsstand zu halten, seien laufende Investitionen notwendig. Neben denen fürs Material (wir berichteten) auch die fürs Personal.

Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Münster, inklusive der Löschgruppe Altheim, verfügt aktuell über 78 Einsatzkräfte. Somit ist die Freiwillige Feuerwehr Münster als Gesamtheit auch voll einsatzfähig. Damit dies so bleibt, wird von der Wehr einiges unternommen. Laut Kisling resultieren die meisten Einsatzkräfte aus Eingenrekrutierung. Durch Gründung einer Kindergruppe 2009 sei der Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr und letztendlich auch für den aktiven Einsatzdienst gesichert (siehe Kasten). Durch ein stetiges Wachstum der Gemeinde Münster steigt zudem auch die potenzielle Verfügbarkeit der Einwohner für den Einsatzdienst in der Freiwilligen Feuerwehr.

Aus der Gefahrenanalyse und der daraus abgeleiteten Anzahl der benötigten Fahrzeuge ergibt sich die Soll-Personalstärke von 78 Einsatzkräften. Sie setzt sich zusammen aus 39 „relevanten“ Feuerwehrleuten, die in ihren Fahrzeugen zu Einsätzen ausrücken, und der 100-prozentigen Ausfallreserve. Für jede Einsatzkraft muss ein Stellvertreter parat stehen.

Auch wenn dies gegeben ist und Münster an Einwohnerzahl wächst: Die Tagesverfügbarkeit der Feuerwehrleute ist nur begrenzt gegeben. Da Münster eher eine klassische Wohngemeinde ist, arbeiten die meisten nicht in Münster. Daher stehen zu den täglichen Arbeitszeiten lediglich 14 bis 17 Einsatzkräfte zur Verfügung.

Elf Feuerwehrleute arbeiten in Münster, davon sieben bei der Gemeinde. Wünschenswert ist laut Kisling, eine Zugstärke von 21 Einsatzkräften auch tagsüber sicher zu stellen. Und die Gemeindeverwaltung als größter Arbeitgeber in Münster ist mit einer Feuerwehrquote von rund 3,5 Prozent der Beschäftigten sicherlich nicht überproportional ausgeprägt.

Doch geht es nicht mehr einzig um die Zahl der Ehrenamtlichen. Die Freiwillige Feuerwehr Münster verfügt derzeit über einen hauptamtlichen Mitarbeiter: Timo Kreher fungiert als Gerätewart, wobei nicht nur die eigentliche Gerätewartung und die dazugehörige Prüfdokumentation, sondern auch die Erfassung und Verarbeitung der Einsatzdaten, der Personaldaten und der Lehrgangsanmeldung und Organisation zu dessen Aufgabenbereich gehören. „Mittel- und langfristig wird der Dokumentations- und Organisationsaufwand noch weiter ansteigen“, weiß Kisling ein Lied zu singen vom bereits angewachsenen Bürokratieaufwand. Daher hat er im Entwurf des Stellenplans eine zweite hauptamtliche Stelle bei der Feuerwehr Münster eingeplant, die es zu genehmigen gilt. Eine Abdeckung der notwendigen Mehrleistung über einen hauptamtlichen Mitarbeiter hinaus sei nur kurzfristig ehrenamtlich leistbar. Kisling: „Idealerweise sollte der neu zu besetzende Mitarbeiter über eine technische Ausbildung – vorzugsweise Elektrotechnik – verfügen, um eine Redundanz zur aktuellen Personalsituation zu schaffen und um Urlaubs- und Krankheitszeiten vernünftig und gesetzeskonform abdecken zu können.“ (Von Thomas Meier)

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