Belastungsproben fürs Material

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Bei der Reparatur der Speichen legt Willi Braun wert auf Fingerspitzengefühl .

Münster -  „Radball ist ein Kampfsport“, sagt Klaus Stroh vom Verein Radsport 1921 Münster und meint: Die Fahrräder der Sportler sind besonders starken Belastungen ausgesetzt. Sprünge und Ballschüsse per Reifen bringen das Material an seine Grenzen.

„Wir machen bei jedem Training ein bis 15 Speichen kaputt. “ Vereinskollege und Vorsitzender Willi Braun repariert oder erneuert diese Speichen häufig in der Werkstatt des Vereines. Er weiß: „Man kann auch mit kaputten Speichen noch weiterspielen. “ Problematisch werde es erst dann, wenn übereinander liegende Speichen reißen.

Die Reparatur erfolgt jedoch nicht nur nach dem Training, sondern auch in Wettkämpfen. Dabei nutzen die Spieler die Pausen, um ihre Räder wieder auf Vordermann zu bringen, oder diese gegebenenfalls gegen ein Ersatzrad auszutauschen.

Am häufigsten würden Reifen und Speichen erneuert. Wenn Braun diese in die Räder einbaut, haben sie bereits einen Weg von rund 50 Kilometer hinter sich. Denn die Reifen und Speichen im Radball unterscheiden sich von denen gewöhnlicher Straßenräder. Daher bezieht der Radsport Verein 1921 Münster diese Ersatzteile von einem Fachhändler in Maintal.

Hin und wieder müssen zudem etwa Kurbeln oder gebrochene Gabeln ausgetauscht werden. Diese wiederum erwerben die Sportler dort, wo sie auch die kompletten Geräte erwerben: „Wir kaufen unsere Radball-Räder bei einer Firma aus Offenburg“, sagt Braun, der von deren Qualität überzeugt ist. Dort wird seit mehr als 40 Jahren gefertigt und das Unternehmen ist in der Szene bekannt. Neben weniger andere deutscher Produzenten, gibt es weitere in Tschechien. „Das ist wie überall. Die Herstellung ist aufgrund der geringeren Lohnkosten billiger“, sagt Vereinskollege Klaus Stroh.

Insgesamt verfügt der Verein über mehr als 20 Radball-Räder. Die Kosten dafür übernimmt der Verein. Denn für die Fahrer selbst sei dies zu kostspielig.

Ausgelastet ist der Fuhrpark derzeit allerdings nicht. Vier Schüler und vier Erwachsene sind im Radball aktiv. „Wir hatten früher mal mehr, aber einige haben aufgehört“, sagt Willi Braun. Und Klaus Stroh erklärt: „Radball ist ein sehr trainingsintensiver Sport.“ Dies sei für Einsteiger zuweilen ein Problem. „Wer anfängt, muss mindestens ein halbes Jahr trainieren, um überhaupt richtig fahren zu können.“ Durchhaltevermögen sei demnach sehr wichtig.

Alles in allem sieht Willi Braun den Radsport Verein 1921 Münster mit 171 Mitgliedern aber sehr gut aufgestellt. Neben dem Radball gibt es auch weitere Aktivitäten: Einrad, Einrad-Hockey, Kunstrad, Radwandern und Gymnastik. Um Interessierten diese Sportarten näher zu bringen, plant der Verein, einen Schnuppertag in der neu eröffneten Gersprenzhalle zu veranstalten. Apropos Gersprenzhalle: Diese ist eigentlich der hauptsächliche Trainingsort des Münsterer Vereins. Die Schließung vor vier Jahren hatte demnach Schwierigkeiten zur Folge: So wurde etwa das Einrad-Training nach Eppertshausen verlegt – einige Kinder konnten deshalb nicht mehr zum Training kommen. Mit der Eröffnung der Gersprenzhalle ist für den Verein also die Zuversicht verbunden, dass das Training wieder ohne Komplikationen verläuft. -  feb

Quelle: op-online.de

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