Münsterer Paar kreiert seit 20 Jahren kunstvolle Szenerien

Vom Bergwandern zum Krippenbau

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Margareta Esser und Robert Grimm besprechen im heimischen Keller den nächste Arbeitsschritt.

Münster - Den Starkstromelektriker und seine Kauffrau verbindet mehr als das gemeinsame Wandern: Saisonal widmet sich das Münsterer Paar auch dem Bau von kunstvollen Weihnachtskrippen. Von Peter Panknin 

Einmal werden wir noch wach ... Überall stehen mehr oder weniger schön geschmückte Weihnachtsbäume, draußen und drinnen. In Kirchen werden oft zusätzlich kunstvolle Krippenkompositionen aufgestellt, die sich sowohl im Material als auch in der Anzahl der Figuren voneinander unterscheiden. Dabei ist die Bedeutung der wichtigsten Krippenfiguren jedoch unbestritten. Je näher das Fest kommt, desto mehr kümmert man sich um die Ausschmückung des heimischen Umfelds. Ein Christbaum sollte es schon sein. Gar nicht mal so selten findet man auch unter oder neben dem Tannengrün die Darstellung der Geburt Christi aus der Weihnachtsgeschichte in den heimischen vier Wänden. Die meiste Zeit des Jahres auf dem Dachboden oder im Keller verbringend, oft neben dem Osterschmuck gelagert, werden die Krippen in der neuen Saison um weitere Figuren oder andere Details ergänzt. Alles gekauft in Geschäften oder im Vorübergehen spontan beim Bummel über den Weihnachtsmarkt.

Nur wenige Menschen beschäftigen sich selbst mit dem Bau von Krippen. Ein Paar aus Münster gehört dazu: Margareta Esser und Robert Grimm. Sie kommt aus dem kaufmännischen Bereich und war in einer Druckerei beschäftigt, er ist gelernter Starkstromelektriker. In ihrer gemeinsamen Freizeit wandern sie gerne durch die Bergwelt des Berchtesgadener Landes. Dabei hat das Paar auch erste Kontakte zu Krippenbauern gehabt. „Sehr schöne Konstruktionen, oft gut gebaut“ berichtet Margareta Esser, „aber im Austausch miteinander sind Robert und ich zum Glauben gelangt, das können wir auch, sogar besser.“

Alpenländischen Krippenbau lernte das Münsterer Paar beim Wandern kennen.

Vom Glauben zum Handeln war es gar kein so langer Weg für die beiden. Bald nach dem Urlaub in der Bergwelt begann der erste Krippenbau, zunächst am heimischen Küchentisch, später dann im Keller. Das ist jetzt gut 20 Jahre her, inzwischen sind sehr viele bildliche Darstellungen des Geschehens von Bethlehem entstanden. Geholfen haben dabei immer wieder Fotos und Skizzen, die sie von ansprechenden Gebäuden gefertigt haben. Neben vielen schönen Erinnerungen sind auch immer irgendwelche Holzstücke, Moose, Gräser und Steinchen im Gepäck, mit denen der nächste Miniatur-Stallbau bewerkstelligt werden soll. Ein Gebäude, eingebunden in ein Stück Landschaft, soll einen möglichst stimmigen Eindruck vermitteln und keinen maßstabsgetreuen Nachbau darstellen. Die meisten der kreierten Krippen gibt es immer noch, sie werden sorgfältig in Kartons verpackt im Keller verwahrt und haben alle einen Namen. So hat die „Fernseh-Krippe“ ihren Namen daher, weil sie „genau neben unserem Fernsehapparat in die Ecke passt“, erklärt Robert Grimm. Die wohl größte Krippe des Paares ist die „Fenster-Krippe“. Sie verdankt ihren Namen dem Umstand, dass sie genau unter die dreiteilige Fensterfront der Wohnung passt.

Weihnachtsmarkt in der die Babenhäuser Altstadt: Bilder

Material für den Krippenbau kaufen die beiden eigentlich nicht. Der Putz der dargestellten Häuser besteht aus einem Gemisch von Sägemehl, das man kostenlos beim Schreiner oder im Baumarkt bekommen kann, und Leim. Mit dem Spachtel von Robert Grimm aufgetragen und von Margareta Esser mit Farbe bearbeitet, entsteht der lebendige, natürliche Eindruck der Hauswände. Die Dachschindeln der Modellhäuser entstanden aus Brettchen von alten Obst- oder Gemüsekisten, Balkenwände wurden aus Stäben erstellt, die einst Silvesterraketen zum guten Flug verholfen haben. Er schnitt die Stäbe auf die richtige Länge und baute sie nach selbst gefertigten Plänen zur Blockhütte oder zum Stall mit Vordach zusammen, sie kitzelte Feinheiten und Strukturen wieder mit Farbe hervor. All’ die kleinen Details der mit viel Liebe erstellten Modelle kann man nur erfassen, wenn man sie in und mit Ruhe betrachtet. Bei schnellem Vorbeieilen bleibt der Eindruck ebenso flüchtig, wie manche Momente im Leben. „Entspannen Sie, gehen Sie mal wieder in sich und finden Ruhe“, so der Wunsch der beiden an alle zur Weihnachtszeit.

Quelle: op-online.de

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