Besser lernen lässt es sich mit Musik

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Beim „Drum Circle“ lernen die Kinder Rythmik und Koordination und schulen gleichzeitig ihre Aufmerksamkeit. Dies ist eine der vielen Aktionen der Regenbogenschule im Rahmen der Zertifizierung zur „Musikalischen Grundschule“.

Altheim - „Mehr Musik im Schulalltag“. Das Ziel des Hessischen Kultusministerium und der Bertelsmann Stiftung für das gemeinsame Projekt „Musikalische Grundschule“ wird in der Altheimer Regenbogenschule schon seit Jahren umgesetzt. Von Ellen Jöckel

Aus diesem Grund bekamen Angela Müth, Lehrerin und Musikkoordinatorin des Landkreises, und Schulleiterin Helga Blitz vom Schulamtsdirektor des staatlichen Schulamts des Landkreises, Dieter Eitel, ein Zertifikat überreicht. Nun trägt die Einrichtung offiziell den Titel „Musikalische Grundschule“.

Die Zertifizierung hat die Schulleitung vor drei Jahren beantragt. Die Umsetzung kann jede Schule individuell gestalten. Gesteuert und gestützt wird das Vorhaben von qualifizierten Musikfachkräften, die sich zu Musikkoordinatoren fortgebildet haben, wie in diesem Fall Angela Müth. „Die Regenbogenschule ist eine der profiliertesten Schulen im Kreis im Bereich der musikalischen Grundausbildung. Hier gehört Musik zum Unterrichtsprinzip“, betonte Eitel.

Schultheater ist stark mit Musik und Rhythmik verknüpft

Ein Blick auf die laufenden Aktionen bestätigt seine Feststellung: Jedes Halbjahr können sich die Schüler in Arbeitsgruppen einwählen, wovon viele musikalisch sind: Da gibt es Trommel- oder Tanzkurse, einen Chor, eine Rock Band oder das Orchester. Regelmäßig finden zum Abschluss eines Halbjahres Konzerte statt, die für alle Mitschüler und Eltern die erarbeiteten Inhalte sichtbar machen. Ein wesentlicher Baustein an der Regenbogenschule ist das Schultheater, welches stark mit Musik und Rhythmik verknüpft ist. So fand am Ende der vergangenen Projektwoche eine Musicalaufführung statt, an der alle Schüler beteiligt waren.

Auch bei der Weihnachtsaufführung mit allen acht Klassen der Grundschule machen musikalische Einlagen den größten Anteil aus. Zum Musizieren im „Offenen Anfang“ können sich Schüler als auch Eltern melden. Im Projekt JeKi (Jeden Kind ein Instrument) in Zusammenarbeit mit der Musikschule Darmstadt-Dieburg erhalten die Schüler eine Instrumentalausbildung. Im Rahmen einer Neugestaltung des Schulhofs sollen demnächst langlebige Klangobjekte installiert werden. Zudem soll es einen „Drum Circle“ für alle geben, bei dem gemeinsam getrommelt wird.

Musik als Mittel zum Lernen

„Jeder Lehrer trägt die Ideen in seinen Unterricht, die er beim ‘musikalischen Erfrischer’ zu Beginn einer Kollegiumskonferenz erhalten und erprobt hat“, erklärt Schulleiterin Blitz. So könnten mathematische Aufgaben mit Einsatz des Körpers oder der Stimme fast nebenbei gelöst werden. Aber auch bei allen anderen Fächern fördere der Einsatz von Musik und Rhythmik das Lernen. Dass Musik ein Mittel zum Lernen ist, ist seit Jahren bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen. In einer Langzeitstudie an Berliner Grundschulen hat der Musikpädagoge Hans Günther Bastian nachgewiesen, dass sich Musikerziehung positiv auf die soziale Kompetenz und soziale Reflektionsfähigkeit auswirkt und die Intelligenzentwicklung sowie Konzentrationsfähigkeit von Kindern verbessern kann.

„Ich freue mich, dass die Arbeit, die an der Regenbogenschule im Rahmen der Musikalischen Grundschule geleistet wird, nun offiziell gewürdigt wird. Denn sie ist nicht selbstverständlich“, hob Eitel hervor. Obwohl Studien wie die von Bastian bereits lange bekannt seien, sei die Umsetzung für viele Schulen noch lange keine Selbstverständlichkeit.

Einen Einblick in ihre musikalische Ausbildung geben die Kinder der Regenbogenschule am 9. Juni um 16 Uhr bei einem Fest.

Quelle: op-online.de

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