Bestens gepflegte Müllhalde

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Noch immer kann auf der Deponie zwischen Münster und Eppertshausen Bauschutt abgegeben werden, wie an den Containern zu erkennen ist. Im Hintergrund ist die neue Hangbepflanzung zu sehen.

Münster ‐ Die Höhenzüge des Odenwaldes sind von Münster aus noch ein ganzes Stück weit weg. Trotzdem gibt es auch vor Ort eine markante Erhebung, die allerdings nicht zum Bewandern einlädt: die renaturierte Bauschuttdeponie.  Von Jasmin Frank

Auch wenn man von deren Hochplateau einen schönen Weitblick genießen könnte, ist doch ein hoher Zaum um das Gelände gezogen worden, denn dort wird alles streng gesichert.

„Wir haben hier konkrete Vorgaben zu erfüllen, so muss gewährleistet sein, dass der Abfall nicht unkontrolliert von Regenwasser durchspült wird und so mögliche Schadstoffe in das Grundwasser gelangen“, informiert Thorsten Brunn, Abteilungsleiter Planung, Bau und Liegenschaften der Gemeinde Münster.

Starke Oberbodenschicht regelt Wasserabfluss

Deshalb wurde ein Ingenieurbüro mit der Maßnahme beauftragt. In drei Bauabschnitten wurde gearbeitet und verschiedene Abdichtungen wurden angebracht. Die südwestliche und Teile der nordwestlichen und südöstlichen Deponieböschung erhielt eine Neigung von 1:3. Auf diese wurde eine ein Meter dicke bindige Bodenschicht sowie eine 25 Zentimeter starke Oberbodenschicht aufgebracht, über die das Regenwasser abfließen kann.

„Auf dem Plateau selbst haben wir zunächst eine Ausgleichsschicht aufgetragen, damit die Oberfläche plan ist. Darüber kam im ersten Bauabschnitt eine Tondichtung von etwa 50 Zentimeter Dicke, witterungsbedingt im zweiten und dritten Abschnitt eine Kunststoffdichtungsbahn. Darauf wurde dann noch eine etwa einen Meter starke Abdeckung aus steinfreiem, sandigem Boden angebracht. Zu guter Letzt kam dann noch Mutterboden darauf, denn auch die Kuppe sollte ja mit Gras begrünt werden“, erläutert der zuständige Ingenieur, Hans- Joachim Kohring des in Groß-Zimmern ansässigen Ingenieurbüros Reitzel.

Unterschiedliche Ausführungszeiten sind normal

Zudem wurden in verschiedenen Bereichen der Oberschicht Messpunkte eingerichtet, an denen die Setzung der Deponie beobachtet werden kann. Die Ausführung der drei Bauabschnitte erfolgte von August 1999 bis August 2001, Juni bis Dezember 2002 sowie von August 2008 bis August 2009. „Die unterschiedlichen Ausführungszeiten sind auf die verschiedenen Abschnittsgrößen sowie witterungsbedingten Unterbrechungen zurückzuführen“, erläutert Kohring.

Dieser Tage wurden dann an den Abhängen der Deponie noch weitere Pflanzen wie Kiefern oder bodendeckende Sträucher gepflanzt, um die Böschung zu befestigen, zudem wurde die Umzäunung des Geländes erweitert. „Ganz wichtig ist die Beobachtung des Wassers, das durch diese Maßnahmen an der Deponie abfließt. Es wird in ein offenes Grabensystem gelenkt und Richtung Wald abgeleitet. Dabei wird von Seiten des Regierungspräsidiums an verschiedenen Messstellen genau überwacht, ob alle Grenzwerte eingehalten werden“, erklärt Brunn, der froh ist, dass es bislang keine Beanstandungen gab.

Doch auch weiterhin sind Nachsorge, Überwachung, Unterhaltung und Pflege der Deponie durch die Gemeinde erforderlich.

Quelle: op-online.de

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