Wer betreibt künftig Münsters Hallenbad?

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Im Januar wird entschieden, wie es mit dem Hallenbad weitergeht (von links): Bürgermeister Walter Blank mit Tanja Appel und Nicole Uhrich.

Münster - Es klingt nach Urlaub im Alltag: Erst einige Bahnen schwimmen, danach in der gemütlichen Saunalandschaft erholen und sich dazu im hellen Bistrobereich mit kleinen Leckerein verwöhnen lassen. Von Jasmin Frank

Doch derzeit ist dieser Komfort nur eingeschränkt möglich, weil noch nicht geklärt ist, wie es mit dem Gesamtkomplex des Münsterer Hallenbads in Zukunft weitergehen wird. Zwar wurde im vergangenen Sommer ein Pächter gesucht, doch die Vergabe ruht. Auch in der Gemeindevertretung ist das umstrittene Thema noch lange nicht durch.

„Wir hatten einige Interessenten und es gab euch eine Präsentation, doch weil wir letztlich nicht restlos von der Umsetzung überzeugt waren, wollten wir erst einmal Experten zu Rate ziehen“, beschreibt Bürgermeister Walter Blank die Situation. Somit wurde eine Unternehmensberatung damit beauftragt, die Sache einmal genau unter die Lupe zu nehmen und eine Empfehlung abzugeben. „Die wird allerdings noch nicht verraten, denn wir wählen für diese Mitteilung den offiziellen Weg. Am 16. Januar wird es um 18.30 Uhr im Rathaus eine öffentliche Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses geben, in der genau informiert wird. Dazu sind alle Bürger herzlich eingeladen“, lächelt Nicole Uhrich, die maßgeblich in den Prozess eingebunden ist.

Bau selbst ist auf einem guten Stand

Doch einiges steht schon fest: Der Bau selbst ist laut Betriebsanalyse auf einem guten Stand. „Wir haben keinen Sanierungsstau, weil wir in den letzten Jahren regelmäßig erneuert und instand gesetzt haben, so dass hier keine großen Kosten zu erwarten sind“, freut sich Blank, der in Sachen Sanierungskosten bei anderen Einrichtungen weniger gute Erfahrungen machen musste.

Auch die Führung des Hallenbads durch die Gemeinde wurde von den Fachleuten positiv bewertet: Mit einem jährlichen Defizit von 400 000 Euro sei die Gemeinde gut bestellt, in anderen Städten und Gemeinden sehe es viel schlechter aus. „Die Unternehmensberatung hat alle Aspekte wie Kursangebote, Öffnungszeiten oder Personal an sich betrachtet, aber auch im Vergleich mit anderen Hallenbädern beleuchtet. Da sie rein auf Bäder und Freizeitparks spezialisiert ist, hat sie dabei einen optimalen Überblick“, erläutert Blank die Vorgehensweise.

Prinzipiell stehen auf der Sitzung im Januar nun drei mögliche Vorgehensweisen zur Debatte: Eine Variante wäre, dass die Gemeinde der Betreiber bleibt, eine andere, dass ein Pächter gesucht wird, und eine dritte, dass ein Managementvertrag geschlossen wird. Bei allen drei Möglichkeiten muss zudem entschieden werden, in welchem Umfang der Betrieb weitergehen soll: Bleibt nur das Hallenbad geöffnet, oder wird es auch weiterhin die Sauna geben. Ebenso steht die Gastronomie zur Debatte. Eines ist jedoch sicher: Egal welcher Weg gewählt wird – ein Zuschussgeschäft bleibt eine Einrichtung wie das Hallenbad immer, definiert werden muss nun nur noch der Umfang der gewünschten Leistungen.

Quelle: op-online.de

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