Vom Wunsch nach der Online-Beichte

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Bistrowirt Jacques: Beichtet er etwa online?

Münster - Zum dritten Mal begrüßte Pfarrer Christoph Sames den Bistrowirt Jacques, alias Detlev Schönauer, in den Räumen der evangelischen Martinsgemeinde. Von Peter Panknin 

Der quirlige Mann mit dem französischen Akzent hatte sein Programm „Selig sind wir Armen im Geiste“ im Gepäck und präsentierte dem Publikum spritziges und humorvolles Kirchenkabarett. Der studierte Physiker Detlev Schönauer kennt auf Grund seiner langjährigen Tätigkeit als Organist und Kirchenchorleiter die umfangreichen Insider-Geschichten und trägt sie französisch charmant und witzig, aber stets seriös vor. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Saarbrücken arbeitete der gebürtige Mainzer nebenberuflich als Kirchenmusiker, Liedermacher und Pianist, bevor er seine Leidenschaft zum Hauptberuf machte und durch Auftritte im Rundfunk und Fernsehen bekannt wurde.

In seinen Programmen geht es Schönauer weniger darum, die Kirche zu kritisieren als viel mehr darum, den Gläubigen einen Spiegel vorzuhalten. Eigene Erfahrungen, Erinnerungen an den Kindergottesdienst (kann ein Kind, besonders in der heutigen Zeit, verstehen, was beispielsweise „gebenedeiet seiest Du“ bedeutet), die kindliche Angst vor dem ersten Abendmahl in der Kirche und der am Gaumen klebenden Oblate führten zu einem lachenden Verstehen beim Publikum.

Nachdenklich stimmten Parodien auf Wünsche der heutigen Gläubigen nach Modernisierung der Kirchenmusik oder den Wünschen nach der Möglichkeit, die Beichte online ablegen zu können. Unverändert seit „ewigen“ Zeiten scheint jedoch das Verhalten der christlichen Gläubigen bei Ereignissen wie Hochzeit oder Beerdigung zu sein. Irgendwie haben sich alle Besucher der Veranstaltung irgendwo in den Vorträgen wiedergefunden und quittierten das Erlebte mit großem Beifall.

Backstage bei Klaus-Jürgen "Knacki" Deuser

Quelle: op-online.de

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