Von der Blondine zur Todsünde

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Patricia Schlett spielt auf der Burg Frankenstein immer wieder Halloweenmonster (im PC Bild links).

Münster - Eine attraktive Blondine sitzt lachend in ihrem familiären Wohnzimmer und warnt: „An Halloween werde ich zum Monster!“ Von Jasmin Frank

Kaum zu glauben, dass man von der strahlenden Patricia Schlett aus Münster das Fürchten lernen kann, doch nach über einer Stunde in der Maske ist die Marketingexpertin und zweifache Mutter nicht wieder zu erkennen: Die eine Hälfte ihres Gesichts ist grausam entstellt, die andere Seite präsentiert sich im ansprechenden Rokoko-Stil.

„Ich bin seit 2007 auf der Burg Frankenstein mit dabei, wenn es darum geht, die Besucher in Angst und Schrecken zu versetzen. Bislang war ich zumeist als Hexe eingesetzt, in diesem Jahr haben wir das Motto Hölle und Todsünden, deshalb stelle ich die Eitelkeit dar“, informiert die Münsterin.

Patricia Schlett als Todsünde Eitelkeit ist in ihrer Kostümierung kaum wiederzuerkennen.

Für ihre Rolle hat sie sich eigens ein prachtvolles Kostüm schneidern lassen, das sie auch als begeisterte Fastnachterin noch nutzen will. „Ich bin über meine Freundin Andrea Schüssler, die zu den Organisatoren gehört, zum Team gestoßen. Wer mitmachen will, muss sich bewerben und ein Casting durchlaufen. Wichtig ist, dass man Talent zur Improvisation hat“, erläutert die Gruselexpertin, die gerne in verschiedene Masken und Rollen schlüpft. „Die Erwachsenenveranstaltungen freitags und samstags enden immer um Mitternacht – mit der Demaskierung. Das ist ein spannender Augenblick für die Besucher, denn dann können sie sehen, wer sich unter den Masken verbirgt“, erzählt Schlett. Mit Begeisterung und strahlenden Augen erzählt sie von ihrem Hobby, das sie an den drei Wochenenden um Halloween herum von zu Hause in eine völlig andere Welt entführt. „Schon im September beginnt das Team mit den Aufbauten und plant jedes Detail. Gerade weil alles so detailliert wie möglich gestaltet ist, sind die Besucher auch so begeistert“, weiß sie.

Natürlich wollen die etwa 2500 Gruselfans vor allen Dingen eines: Sich vor den etwa 80 Mitwirkenden eine Gänsehaut über den Rücken jagen lassen. Ob Hexen, die hinterrücks mit den Besen auf den Allerwertesten schlagen, über Sumpfungeheuer auf Opfersuche bis hin zu Henkern, die Gäste aufhängen und durchkitzeln gibt es nichts was es nicht gibt. Sogar in einen Sarg lassen sich manche Unerschrockene einsperren.

„Die lautesten Schreie hört man aber, wenn der Kettensägenmann loslegt, dann haben wirklich alle Angst und suchen schleunigst das Weite“, schmunzelt die unerschrockene Münstererin. Zu dem gruseligen Spektakel gehören auch zahlreiche Showelemente mit Feuer und einem Teufel.

Patricia Schlett wirkt zusätzlich zu ihrer Monsterrolle auch noch beim Tanzensemble mit, das sich das ganze Jahr über auf die Auftritte vorbereitet. „Alleine mit einem starren Blick und absoluter Nicht-Reaktion wirkt man schon erschreckend auf die Zuschauer am Bühnenrand. Auch wenn man plötzlich mit seiner gruseligen Gesichtshälfte zwischen den Gästen auftaucht, weichen die schnell auseinander“, weiß Schlett. Einmal hat sie auch zwei Männer in Angst und Schrecken versetzt, die neben ihr standen und rätselten, ob sie – eine sitzende Hexe – ein Mensch oder eine Puppe sei. Nachdem Schlett nicht reagierte, entschieden sich die Männer dafür, eine Attrappe vor sich zu haben und gingen weiter, doch genau in diesem Moment legte das Münsterer Monster los und zwickte den Besuchern ins Knie, worauf diese so erschraken, dass sie laut schreiend davon liefen.

„Es macht mir einfach Spaß, in andere Rollen zu schlüpfen und wenn wir am Ende eines Abends unsere originalgetreue Thriller-Tanz-Show auf die Bühne legen, ist das schon ein richtiges Kultprogramm, auf das die Gäste warten und das von frenetischem Fan-Gejohle begleitet wird“, schildert Schlett stolz. Besorgte Eltern kann sie zudem beruhigen: Die sonntäglichen Kinderprogramme laufen wesentlich milder ab als die Erwachsenenabende, und die Jungen und Mädchen kommen ohne Schocks oder Blessuren wieder nach Hause zurück. Informationen zum Gruselfest auf der Burg Frankenstein gibt es unter http://www.frankenstein-halloween.de.

Quelle: op-online.de

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