Gutachter bemängelt Zustand

Bongossi-Brücke bröckelt

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Peter Scholten und Egbert Snoodijk von der holländischen Firma HACON (in blau) bauten die Bongossiholz-Brücke, die nahe des Münsterer Stadions über die Gersprenz führt, in großen Teilen ab. Die 20,30 Meter langen Längsträger werden in Holland aufgearbeitet und kommen saniert ins zwei bis drei Wochen wieder zurück.

Münster - Die kleine Fußgängerbrücke am Gersprenzstadion geht in großen Teilen für kurze Zeit auf eine entfernungstechnisch gesehen längere Reise. Von Thomas Meier

1987 aus Bongossiholz über die Gersprenz gebaut, muss sie nun für eine Generalsanierung zurück ins holländische Werk HACON. Nachdem vor wenigen Jahren einmal Teile des Bodenbelags ausgetauscht oder repariert werden mussten, monierte nun der Brückenprüfer in seinem Gutachten den Zustand der Längs- und Querträger. Diese Teile bauten Mitarbeiter des niederländischen Unternehmens jetzt aus. Ein heimischer Hubkran von Jochen Meister hiefte die über 20 Meter langen, gebogenen Planken auf den holländischen Transportlaster. In zwei bis drei Wochen sollen sie „wie neu“ aufgearbeitet wieder an Ort und Stelle verbaut werden.

Rund 32.000 Euro kostet die Sanierung der gemeindebrücke, informiert der Leiter der Münsterer Bauleitplanung, Michael Mierzowski. Dafür werden schadhafte Bohlen ausgebaut und durch neue ersetzt. Die noch für statisch gut befundenen Planken werden mechanisch und chemisch aufgearbeitet. Und weil die Rutschfestigkeit des Bodenbelags dieser Brücke nicht mehr gegeben ist, werden die Bretter aufgeraut und die Riefen vertieft.

Klein und wichtig

Derweil bekommt auch eine benachbarte Bongossiholzbrücke an der Kläranlage Münster 20 neue Bohlen, ohne dass hierzu allerdings etwas ins niederländischen Werk transportiert werden muss. Im vergangenen Jahr wurde bereits in Münster eine in den 80er Jahren installierte Bongossi-Konstruktion komplett erneuert. „Wir haben unsere Holzbrücken stets im Blick“, sagt Mierzowski. Doch auch den aus Stahl gebauten Flussübergängen gelte das Augenmerk. Zwar können die nicht so schnell verrotten wie Holz, doch „haben sie andere Schwachstellen, die beobachtet werden müssen“, sagt der Bauleiter.

Auch wenn der hölzerne Übergang nur 2,30 Meter breit und etwas über 20 Meter lang ist, so erfüllt er doch täglich für hunderte Passanten eine wichtige Aufgabe. Vor allem Schüler aus Eppertshausen, die auf die Schule auf der Aue gehen, nutzen die Fußgänger- und Radfahr-brücke. Doch auch zahlreiche Jogger oder Hundeausführer sind tägliche Nutzer der „höher gelegten Furt“.

Quelle: op-online.de

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