France-Mobil wirbt bei Sechstklässlern

„Bonjour“ ganz ohne Tristesse

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Laurine Sarazin (vorn) nahm den Sechstklässlern an der Aue-Schule gestern ohne ein einziges Wort Deutsch zu sprechen, aber mit viel Einfühlungsvermögen und modernen pädagogischen Mitteln jedwede Berührungsängste für die französische Sprache.

Münster - Lust auf die französische Sprache zu machen ist das Ziel von France-Mobil. Gestern erlebten rund 100 Sechstklässler der Schule auf der Aue, dass Sprache lernen überaus vergnüglich sein kann. Von Thomas Meier

Laurine Sarazin kam im Renault Kangoo, verziert im „France-Mobil-Look“, an der Heinrich-Heine-Straße vorgefahren und nahm die Schüler in vier Gruppen jeweils eine Schulstunde lang mit ihrem ganz speziellen Sprachansatz von der Stelle weg mit ins Reich der frankophonen Laute. Nicht ein Wort auf Deutsch kam der französischen Muttersprachlerin dabei über die Lippen. Und trotzdem verstanden die Schüler, was die etwas andere Sprachenlehrerin ihnen mitteilen wollte. So gut, dass sie nach jeweils 45 Minuten selbst ein wenig in der ihnen fremden Sprache parlieren konnten.

Lila Sandberg, Französisch-Lehrerin und Fachsprecherin an der Schule auf der Aue, holte das France-Mobil zum zweiten Mal an die Gersprenz. „Es ist sehr schwer, Termine für einen aus dem Dutzend der Mitarbeiter dieses Projektes zu bekommen“, weiß die selbst muttersprachlich französisch aufgewachsene Pädagogin zu berichten. Doch der Erfolg der Werber für Französisch sei phänomenal. Und dies ist Sandberg wichtig, denn es wird schwer, gymnasiale Französischkurse an der Aue voll zu bekommen. „Spanisch ist seit einigen Jahren die absolute Modesprache“, weiß Sandberg, man müsse sich schon sehr bemühen, Französisch an deutschen Gymnasien am Leben zu erhalten. Die Sechstklässler stehen im kommenden Jahr vor der Wahl, Kurse in Französisch, Spanisch oder Latein zu belegen. Im vergangenen Jahr zeigte der Einsatz von France-Mobil „einen phänomenalen Erfolg“, sagt die zweisprachig aufgewachsene Fachbereichssprecherin. Locker habe man die Kurse danach voll bekommen.

Und schaute man gestern Laurin Sarazin zu, versteht man das auch. Die junge Französin ist für zwei Jahre in der Mission von France-Mobil unterwegs, wurde eigens dafür ausgebildet. Sie hat den Auftrag ihres Landes, deutsche Schulen zu besuchen und Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen spielerisch für Frankreich und die französische Sprache zu begeistern. Im Gepäck ihres landestypischen Autos hat sie dafür ein frisches und oft überraschendes Bild ihres Landes. Zum Einsatz kommen Spiele, aktuelle frankophone Musik, Zeitschriften, Filme – alles was Spaß und neugierig macht. Der FranceMobil-Besuch bereitet nicht nur Lust auf das Erlernen der französischen Sprache, sondern auch auf eine internationale Mobilitätserfahrung.

Abschlussfeier der Schule auf der Aue in Münster: Bilder

Wichtigstes Ziel dabei: Kinder und Jugendliche spielerisch für Sprache und Kultur zu begeistern und ein attraktives, freundliches und aktuelles Frankreichbild zu vermitteln. Die Lektorin versteht es, die Angst vor der neuen Sprache zu nehmen und zeigt den Schülern auf, was sie schon alles auf Französisch kennen. Zu Beginn der Begegnung aktiviert Sarazin dabei die Schüler, alle ihre Kenntnisse über Frankreich und die Frankophonie wach zu rufen. Mit „oh là là!“ und Eiffelturm, Baguette und Jeanette oder „bonjour mon ami“ werden Berührungsängste im Sturm genommen.

Freilich bereitete auch die Französischlehrerin Sandberg die Sechstklässler bereits auf den Besuch vor, zeigte auf, wo überall auf dem Globus man mit der Weltsprache Französisch prima weiter kommt, informierte über verschiedene Stipendien für Aufenthalte, Studium und Praktika in Frankreich. „Man muss den Schülern und vor allem auch den Eltern aufzeigen, wie Französischkenntnisse die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen“, weiß die Pädagogin, die sich gestern mit den Schülern über den mobilen, vielsprechenden und einnehmenden Besuch gefreut hat.

Quelle: op-online.de

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