Braucht Münster neue Baugebiete?

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Zwischen dem Gewerbegebiet Auf der Beune und dem Feldkreuz an der Altheimer Straße könnte man sich am Ortsrand gut eine neues Wohn- und Gewerbegebiet vorstellen. Die SPD will prüfen lassen, ob man nicht innerörtlich noch genügend Platz habe.

Münster (tm) - „Braucht Münster wirklich ein neues Baugebiet für Gewerbe- und Wohnflächen?“ Das fragen die Mitglieder der SPD-Fraktion.

Gestern Abend stand die Baulandentwicklung auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses (nicht öffentlich), der Aufstellungsbeschluss für die „Wohnanlage Kulturpark Münster“ steht kommenden Montag zum Beschluss in der Sitzung der Gemeindevertretung an.

In den letzten Wochen gab es bereits verschiedene Informationsveranstaltungen für die Mitglieder des Gemeindevorstandes und des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses zur Baulandentwicklung in Münster.

„SPD nicht grundsätzlich gegen Bauprojekt“

„Hier wird nicht mehr gefragt, ob Münster ein neues Baugebiet für Gewerbe und Wohnflächen braucht, sondern nur noch, welche Projektentwicklungsgesellschaft mit der Umsetzung beauftragt wird. Das heißt, die Sache ist bereits entschieden“, kritisiert Gerald Frank, stellvertretender Vorsitzender des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses, das Handeln der Verwaltung.

Was, wenn das Projekt doch nicht so lukrativ sein sollte, fragt er. Grundsätzlich verbleibe auch bei der Beauftragung einer professionellen Projektentwicklungsgesellschaft letztlich das wirtschaftliche Risiko bei der Gemeinde.

Die SPD Münster sei keineswegs gegen neue Gewerbe- und Wohnflächen. Im Gegenteil, man begrüße die Aktivitäten, durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben zusätzliche Arbeitsplätze in Münster zu schaffen. Parallel zur Ausweisung neuer Gewerbeflächen solle aber auch geprüft werden, wie derzeit leer stehende und freie Gewerbeflächen neu genutzt werden könnten.

Neue Wohnflächen bedeuten auch Extra-Kosten

Frank sagt: „Für die Wohnbebauung gilt, dass vorrangig vorhandene Baulücken geschlossen werden sollten.“ Durch Wohnraumverdichtung (Stadthäuser, mehrgeschossige Häuser) könne vorhandener Bedarf an Wohnraum befriedigt werden, so wie es jetzt mit der „Wohnanlage Kulturpark Münster“ geschehen solle.

Auch die Frage nach den für die Gemeinde entstehenden Kosten in den Folgejahren müsse gestellt werden. Neue Gewerbe- und Wohnflächen bedeuten zusätzliche Kosten bei der Wartung der Infrastruktur für Straßen, Kanal oder Beleuchtung, die bei der Schließung von Baulücken und der effizienteren Nutzung vorhandener, bereits erschlossener Flächen nicht anfallen.

„Das Erschließen eines neuen Baugebietes darf nicht isoliert betrachtet werden. Es muss in ein Gesamtkonzept zur Ortsentwicklung eingebunden sein,“ fordert Frank, „was an dem einen Ende einer Gemeinde entsteht, kann sich auf andere Teile der Gemeinde auswirken. Das alles muss bedacht werden.“

Demografischer Wandel wichtiges Thema

So stelle sich die Frage, wie künftig das Zentrum von Münster aussehen soll. Welche Planungen gibt es für diesen Bereich, der auch eine Neugestaltung des Rathausplatzes mit einbezieht? Kann die Ortsmitte neu belebt werden, oder werden weitere Geschäfte an den Ortsrand abwandern? Werden die Wege –insbesondere für die Älteren – noch länger und beschwerlicher?

Die SPD werde sich in der nächsten Zeit verstärkt dem Thema Ortsentwicklung widmen – nicht zuletzt auch unter dem Aspekt des demografischen Wandels.

„Wichtig wäre uns, dass die Gemeinde Münster die Bürger in die Diskussion einbezieht,“ sagt Frank, „damit ihre Erfahrungen und Bedürfnisse in ein Gesamtkonzept, wie Münster in zehn, 20 Jahren aussehen soll, einfließen können.“

In der kommenden Gemeindevertretersitzung am Montag, 10. September, steht die Baulandentwicklung auf der Tagesordnung, wiederum nicht öffentlich.

Quelle: op-online.de

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