„Bürger sollten auch im Ort einkaufen“

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Das Ortsschild, das den Passanten darauf hinwies, dass er Münster verlässt und direkt nach Dieburg hineinfährt, fiel zunächst symbolträchtig dem Bau des neuen Einkaufszentrums zum Opfer. Es wird wieder aufgestellt werden.

Münster ‐ Während sich viele Bürger um eine Wiederbelebung des Rathausplatzes sorgen, um Kaufkraft im Ortskern der Pendlergemeinde zu binden, tut sich einiges am südlichen Ortseingang Münsters. Von Thomas Meier

Doch alle politischen Bestrebungen seien wenig hilfreich, wenn die Münsterer Bevölkerung die Einkaufsmöglichkeiten im Ort nicht nutzten, mahnt jetzt die CDU. Eine weitere Strukturanalyse oder ein Konzeptionspapier, wie von SPD und ALMA verlangt, lehnt sie aus Kostengründen ab.

Auf kürzester Wegstrecke befinden sich zwischen Münster und Dieburg, auf der alten Trasse der B 45, seit Monaten gleich zwei große Baustellen. Da ist in Dieburg die seit Jahrzehnten verlangte Unterführung der Bahntrasse und an der Münsterer Gemarkungsgrenze die neue Kreisverkehrslösung, beides mit noch immer erheblichen Verkehrsbehinderungen verbunden. Die Münsterer Baustelle, der gleich das Ortsschild zwischen den beiden Gersprenzkommunen zum Opfer fiel, wurde für die Ansiedlung eines neuen Fachmarktzentrums aufgemacht. Mit ihm sollen für Münster ebenfalls die Einkaufsmöglichkeiten verbessert werden, um Kaufkraft generell am Ort zu binden.

Doch nicht nur diese, wie die CDU der Gemeinde postuliert: „So ganz nebenbei entstehen durch diese Märkte auch neue Arbeitsplätze, allein Edeka nennt hier etwa 60“, stellt Fraktionsvorsitzender Michael Krause fest.

Schon bei der Neugestaltung der Darmstädter und Frankfurter Straße sei deutlich zum Ausdruck gebracht worden, dass man dort gerne Geschäfte und Lokale mit ihren Angeboten hätte. Es seien viele kleine Schritte notwendig, um weitere Ergänzungen im Geschäftsmix zu erhalten, verdeutlicht Krause, dass sich die Mitglieder der CDU-Fraktion mit den getroffenen Entscheidungen auf dem richtigen Weg sähen.

Doch auch die Geschäftswelt bleibt in Bewegung, nicht immer im Sinne der heimischen Politiker, wie zuletzt die Entscheidung der Firma Kaiser Tengelmann zeigt, ihre Filialen im Rhein-Main-Gebiet zu schließen. Betroffen davon ist auch der Markt in Münsters Hauptstraße.

Nach Information von Bürgermeister Walter Blank fänden hinsichtlich einer Nachfolgelösung bereits seit längerem Gespräche statt; die Gemeinde könne dabei jedoch lediglich als Vermittler auftreten, machte der Verwaltungschef schon mehrfach deutlich.

Die Einkaufssituation in der Ortsmitte stelle immer wieder eine Herausforderung und die Mitarbeiter der Verwaltung seien hier stets tätig, versichert derweil die CDU. Dies betreffe Münster und auch Altheim. So sei man bestrebt, Händler und Marktbetreiber darauf aufmerksam zu machen, dass sich beispielsweise für Textil- und Schuhgeschäfte im Münsterer Elli-Center neue Möglichkeiten zur Ansiedlung ergeben könnten.

Krause erklärt: „Aus unserer Sicht sind in Münster gute Rahmenbedingungen für Handel und Gewerbe vorhanden. Das schließt jedoch nicht aus, diese immer wieder zu prüfen, um festzustellen, ob es was zu verbessern gibt.“ Dies werde die CDU-Fraktion auch in Zukunft so halten.

Wichtig erscheint der Union, dass seitens der Einwohner das vorgehaltene örtliche Angebot auch entsprechend genutzt werde, weil es sonst zu weiterem Leerstand von Geschäftsräumlichkeiten in Münster kommen könnte. Die Gemeinde aber durch die Erstellung eines weiteren Konzeptpapiers kostenmäßig zusätzlich zu belasten, wie von den Oppositionsparteien SPD und Alternative Liste Münster und Altheim (ALMA) verlangt, halte die CDU „nicht für den richtigen Weg“. Krause: „Wir finden, dass das Gespräch der Gemeindeverwaltung mit entsprechenden Interessenten und deren Begleitung bei der Umsetzung ihrer Vorhaben effizienter sind, die Politik kann hier letztendlich nur Rahmenbedingungen schaffen.“

Quelle: op-online.de

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