Bürgermeister: In Münster ist Jugend bei Vereinen bestens aufgehoben

„Es läuft auch ohne Juz“

Münster - Wie soll es weiter gehen mit Münsters Jugendarbeit? Seit März 2015 wird das ehemalige Jugendzentrum an der Bahnhofstraße zweckentfremdet, zunächst für Flüchtlinge, dann als Kita-Ersatz. Von Thomas Meier 

Der Bürgermeister sieht die Jugendarbeit bei den Vereinen in besten Händen, will aber das Thema auf der politischen Bühne ausdiskutiert wissen. Detlev Pröve, heute in Rathaus Münster Leiter der Abteilung Soziales, Kinder- und Jugendförderung, sah bei seiner Einstellung als gemeinsamer Jugendpfleger für Münster und Eppertshausen die freie Jugendarbeit als unabdingbaren Pfeiler an, der personell und ausstattungsmäßig ausgebaut gehörte. Vor allem für Münster sah er Handlungsbedarf, widmete sich dort auch sehr engagiert Heranwachsenden im Jugendzentrum, die mit Vereinsjugendarbeit her nichts am Hut hatten. Das ist Jahre her.

Jetzt läuft es auch ohne Jugendzentrum, und nach Ansicht von Bürgermeister Gerald Frank auch gut. Denn: „Wir leisten extrem viel für die Jugendarbeit, indem wir die Vereine gezielt unterstützen.“ Der Rathauschef verweist dabei aktuell auf 110.000 Euro aus der Gemeindekasse etwa für den Kunstrasen beim SV Münster, der allein 19 Jugendmannschaften im Fußball betreue. Auch die DJK sei großer Faktor in der Jugendarbeit, hier bezuschusse man die Hallenertüchtigung mit einem sechsstelligen Betrag. Und auch die „Familienfreundliche Schule“ Auf der Aue erhalte Gelder, Für all die gute Jugendarbeit in Schulen und Vereine dürfe man auch nicht einfach ein kontraproduktives Konkurrenzangebot anbieten, meint Frank.

Er sagt: „Wir haben derzeit keinen Problembereich bei Jugendlichen, sehen keine Punkte, wo sich etwa Gruppen sammeln, die gefährdet erscheinen.“ Solche Beobachtungen habe man vor einigen Jahren in Bahnhofsnähe machen können, doch habe sich das aufgelöst. Auch von einem Drogenproblem bei Jugendlichen sei in Münster derzeit nichts bekannt.

Bilder: Einschulung 2017 in Babenhausen, Münster und Eppertshausen

Positiv sei in diesem Zusammenhang, dass sich seit des Angebots eines freien W-Lan-Netzes am Rathaus der Platz davor mit Leuten unterschiedlicher Generationen fülle. Freilich überwiegend jüngerer Leute, von zwölf bis Anfang 30 etwa.

Doch denke er auch vorsorglich: „Wir werden etwas entwickeln, um auf auftauchende Problemlagen reagieren zu können“, sagt Frank Keinesfalls dürften Jugendliche, die am Rande stünden, ausgegrenzt werden. Man sei am überlegen, wie solche Personen an Vereine und deren Jugendarbeit heranzuführen seien. Bei etlichen Flüchtlingen habe dieses Herangehen gefruchtet, man könne da auf einige positive Beispiele verweisen.

Das ganze Thema Jugendarbeit in Münster und seinen Ortsteilen müsse politisch aufgearbeitet werden. Es gelte, Meinungs- und Stimmungsbilder zu sammeln und zu analysieren. Dabei müssten Vereine und Bürger mit einbezogen werden, sagt Frank.

Quelle: op-online.de

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