Bürgermeister als Zugereister

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Hülya Lehr (rechts) hatte Redner aus Politik und Wirtschaft zur Diskussion über Migration in Deutschland nach Münster eingeladen.

Münster ‐ Zu einem spannenden Informationsabend im Vorfeld anstehender Ausländerbeiratswahlen unter dem Motto „Migranten – Herausforderung für unsere Gesellschaft!?“ hatte Hülya Lehr ins Rathaus eingeladen. Von Jasmin Frank

Die Geschäftsfrau, die sich in diesem Themenbereich engagiert, hatte Redner aus Politik und Wirtschaft dazu gebeten, die den interessierten Bürgern einiges berichteten. Nach einer Einstimmung durch die Gastgeberin zeigte Bürgermeister Walter Blank auf, dass er durchaus nachempfinden kann, wie man sich als Zugereister fühlt. Auch wenn er Deutscher ist, hat er doch eine brasilianische Mutter, in deren Heimatland er auch geboren wurde, weil seine Eltern während der Zeit des Nationalsozialismus dorthin emigrieren mussten.

Er präsentierte auch Zahlen und Fakten: Insgesamt 1605 Ausländer leben vor Ort, wovon 519 Türken, 202 Ungarn und 164 Rumänen den größten Anteil stellen. Auch in den Kindergärten gibt es immer mehr ausländischen Nachwuchs.

Ähnliche Zahlen präsentierte auch Thomas Koch, Leiter des Integrationsbüros Darmstadt-Dieburg: Im Jahr 2009 waren die Hälfte aller Neugeborenen im Landkreis Kinder, die entweder einen ausländischen Pass oder einen Migrationshintergrund hatten. Er bemängelte auch, dass von der Nachkriegszeit bis 2005 keine Integrationspolitik betrieben worden sei.

Ein Beispiel, wie Integration gelingen kann, ist der Manager Mohammed von Kalckstein, der aus seinem Leben erzählte. Er wurde als Kind aus Indonesien kommend von einer Hamburger Familie adoptiert.

Zum Abschluss ergriff auch Kreistagsabgeordnete Angelika Dahms das Wort und stellte die integrationsfördernden Möglichkeiten für Münster und den Landkreis dar, bevor es zur Diskussion der Thematik überging.

Quelle: op-online.de

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